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Kaiserslautern

Ohne Mumm in die 2. Liga

Von SZ-Mitarbeiter Janek Böffel

Das 1:2 gegen 1899 Hoffenheim war ein weiterer Schritt des 1. FC Kaiserslautern in Richtung 2. Liga. Die Fans flüchteten sich in Galgenhumor, und der Verein steht vor einem „großen oder ganz großen“ Schnitt, wie Vorstands-Chef Stefan Kuntz nach dem Spiel ankündigte. (Veröffentlicht am 10.04.2012)

Fußball

Noch roll der Ball auf dem Betzenberg in der 1. Bundesliga. Foto: dpaFoto:

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Kaiserslautern. Kaiserslautern. Es war nicht mehr als eine kleine Geschmacklosigkeit des Schicksals, dass 1899 Hoffenheim just in dem Moment zum 2:0 traf, als die Fans des 1. FC Kaiserslautern zur Melodie von „Nehmt Abschied Brüder“ sangen. Dass der Anhang allerdings ungerührt weitersang, sagte dann schon mehr über die Stimmung als dieser Zufall. Das 1:2 am Samstag war so etwas wie der endgültige Abschied der Zuschauer auf Deutschlands höchstem Fußball-Berg von der Bundesliga. Bereits zur Pause, als Hoffenheim 1:0 geführt hatte, schwappte eine La-Ola-Welle durch das Fritz-Walter-Stadion. So, als hätten sich die Zuschauer schon zu lange die Stimmung von solchen Auftritten ihrer Mannschaft verhageln lassen. Sie wussten, dass diese zwei Jahre Bundesliga Anfang Mai zu Ende gehen. Selbst Pfiffe waren, gemessen an der Leistung des FCK, selten, außer bei allzu haarsträubend harmlosen Aktionen – oder bei der Einwechslung von Srdjan Lakic, der den FCK im Sommer verlassen hatte. Doch selbst da mischte sich Applaus in die Pfiffe.

Wieder hatte dem Gegner eine mittelmäßige Vorstellung zum Sieg auf dem „Betze“ gereicht, so als hätte es noch einen Beweis gebraucht, warum der FCK nach nun 19 Spielen in Folge ohne Sieg ist. Das 0:1 besorgte Sejad Salihovic mit einem Elfmeter nach Foul von Rodnei, dem 0:2 von Boris Vukcevic war Pierre de Wits unnötiger Ballverlust vorausgegangen. Alexander Bugera traf in der 86. Minute zum 1:2. „Es war ein typisches FCK-Spiel in der Rückrunde“, sagte Abwehrspieler Florian Dick.

Für die Mannschaft kann es jetzt nur noch darum gehen, einen nicht noch größeren Scherbenhaufen zu hinterlassen. Für den Verein geht es darum, die 2. Liga zu planen und die Fehler und Versäumnisse dieser Saison aufzuarbeiten. Am 9. Mai, vier Tage nach dem letzten Saisonspiel bei Hannover 96, wird es eine außerordentliche Mitgliederversammlung geben, wie Aufsichtsrats-Chef Dieter Rombach ankündigte: „Wir wollen uns stellen. Dabei soll auf den Tisch kommen, was falsch gemacht wurde. Wir werden von uns aus nicht die Vertrauensfrage stellen. Die Mitglieder wissen, welche Anträge sie stellen können.“ Vorstands-Chef Stefan Kuntz erklärte im Interview mit der Rheinpfalz, dass der Lizenzspieler-Etat wohl auf zehn Millionen Euro sinken dürfte. Zudem gestand er ein, dass er es verpasst habe, einen Sportdirektor zu verpflichten.

Für den Moment gilt es zu klären, wer nächste Saison für den FCK spielen wird. Während Torhüter Kevin Trapp ein Angebot zur Verlängerung seines bis 2013 gültigen Vertrages ausgeschlagen hat, hat Tobias Sippel, der ebenfalls eine Ausstiegsklausel hat, Kontakte mit anderen Vereinen dementiert. Tun wird sich auf jeden Fall etwas. „Es wird einen Schnitt geben, der groß oder ganz groß wird“, sagte Kuntz.

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