Saar-Wald auf Erholungskurs
Die Bäume sind auf Genesungskurs. Das ist ein Ergebnis der Waldschadenserhebung 2009. Nur die Buche macht eine Ausnahme, die sich mit einem ungewöhnlichen Fruchtaustrieb selbst geschwächt hat.
Von SZ-Redakteur Gerhard Franz
Borger versprach, die bisherige Waldschadenserhebung im Saarland weiter zu entwickeln. So werde man nächstes Jahr auch den Faktor Wildschaden in die Betrachtung einbeziehen. Der Staatssekretär: "Insofern werden wir 2010 ein etwas umfassenderes Bild der Waldschäden liefern." Ziel müsse es sein, alle Maßnahmen zu einer natürlichen Revitalisierung der Waldbäume zu fördern.
Ein Jahr zuvor hatte der damalige Umweltminister Stefan Mörsdorf bereits ähnliche Erkenntnisse verkündet: "Die deutlichen Waldschäden haben sich zusehends vermindert; sie liegen aber immer noch weit über dem Niveau von 2003."
Dieses Jahr 2003 stellt auch in der aktuellen Schadensbetrachtung einen Wendepunkt dar, weil bis zu diesem trockenen und heißen Jahr die Schädigungen an Fichten, Eichen, Buchen und Kiefern immer in einem überschaubaren Korridor gependelt sind, während sie danach dramatisch nach oben ausschlugen. Weil in den folgenden Jahren aber eine Trockenheit ausblieb und die Bäume sich auf Grund üppiger Niederschläge und ausreichender Nährstoffversorgung erholen konnten, haben sich die Schadensbilder bei allen Baumarten gebessert. Mit Ausnahme der Buche im vergangenen Jahr.
Dies, so erläuterte Erich Fritz vom Saarforst-Landesbetrieb, hänge wiederum mit dem Wetter zusammen und mit der ungewöhnlichen Wärme im April 2009. Dadurch habe sich bei den Buchen ein ungewöhnlich hoher Fruchtstand entwickelt, was auf der anderen Seite Defizite beim Austreiben der Blätter zur Folge gehabt habe. Fritz: "Wenn die Buche die ganze Energie in die Fruchtbildung steckt, bilden sich kleinere Blätter aus, wodurch die Kronen lichter werden." Damit habe man bei den Buchen eine Zunahme der deutlichen Schäden von 33 Prozent im Jahr 2008 auf 44 Prozent im Jahr 2009 verzeichnet, obwohl die Vitalität der Bäume womöglich überhaupt nicht abgenommen habe. Andererseits gab es nur positive Nachrichten zu verbreiten. So seien die deutlichen Schäden bei der Eiche von 52 auf 47 Prozent zurückgegangen, bei der Kiefer von 67 auf 57 Prozent sowie bei der Fichte von 30 auf 23 Prozent.
Doch auch hier seien jeweils spezielle Gegebenheiten zu berücksichtigen. Etwa die Tatsache, dass die Fichten im Saarland deutlich jünger seien als in Baden-Württemberg, wo die Schadensquote bei dieser Baumart deutlich höher läge. Insofern seien die Schadensquoten nicht einfach von Bundesland zu Bundesland vergleichbar. Der Anteil der Gesamtschäden sei mit 82 Prozent in den vergangenen Jahren jedoch gleich hoch geblieben. "Auf hohem Niveau ist eine Entspannung eingetreten."
Umweltstaatssekretär Klaus Borger
Meinung
Neuer Ansatz macht neugierig
Von SZ-RedakteurGerhard Franz
Mit den Worten "Alle Jahre wieder" hat gestern Umwelt-Staatssekretär Klaus Borger die Information über die Entwicklung der Waldschäden an der Saar eingeleitet. Damit klingt natürlich auch an, dass die Waldschadenserhebung zum Ritual geworden ist, aus der sich kaum noch wirklich neue Erkenntnisse gewinnen lassen. Insofern macht Borgers Ankündigung, im nächsten Jahr die Untersuchung der Wildschäden in diese Erhebung mit einfließen zu lassen, schon ein wenig neugierig. Nützlich wäre eine solche Betrachtung, wenn sich demnächst daraus Rückschlüsse für den Umgang des Menschen mit Wildtieren und Wald ziehen ließen.
Beitrag vom: 05.02.2010, 00:10
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