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Gemeinnütziger Jugendverein Lauterbach arbeitet mit Spendern Hand in Hand



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Lauterbach
Gegen Kleiderdiebe helfen Tricks
Gemeinnütziger Jugendverein Lauterbach arbeitet mit Spendern Hand in Hand

Von  Alexander Manderscheid, 
13. September 2014, 00:00 Uhr
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An diesem Samstag startet Klaus Hermann wieder mit weiteren Mitgliedern des Jugendvereins zur Kleidersammlung in der Gemeinde Großrosseln. Um 9 Uhr geht's los. Foto: Jenal Foto: Jenal
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Kleidersammlungen sind nicht die einzigen Aktionen des Jugendvereins. Auch bei Saarland Picobello packen die Mitglieder mit an, wie hier im Jahr 2012. Foto: Monika Hermann/Verein Foto: Monika Hermann/Verein
Wenn Klaus Hermann und sein Jugendverein Lauterbach an diesem Samstag wieder zur Kleidersammlung aufbrechen, müssen sie schnell sein. Auch illegale Sammler haben es auf die wertvollen Säcke abgesehen.
 
Was am Samstag wieder auf ihn zu kommt, kennt Klaus Hermann aus dem Effeff: Aufstehen, fertig machen und raus auf die Straße. Denn es ist bei weitem nicht das erste Mal: Vor 38 Jahren hat der Vorsitzende des gemeinnützigen Jugendvereins Lauterbach den Club mitgegründet und organisiert seitdem Kleidersammlungen in allen Orten der Umgebung. Einmal im Monat geht es durch Lauterbach, dazu kommen mehrere Touren durch andere Stadtteile und den Warndt. Am Samstag ist die Gemeinde Großrosseln dran, und Hermann weiß: „Wir brauchen zwei Autos, um überhaupt eine Chance zu haben! Bis Mittag müssen wir fertig sein.“

Denn der Jugendverein ist selten allein. Immer wieder verschwinden Säcke mit Kleiderspenden, Diebe „räumen sogar ganze Straßen ab“, so Hermann. Während die Jugendlichen auf der einen Seite des Ortes die Spenden aufladen, strecken auf der anderen Seite die Diebe bereits ihre langen Finger aus. Mit Lieferwagen flitzen die illegalen Sammler durch den Warndt. Viel tun könne man nicht. Die Polizei ermittelt jedes Mal bis ins kleinste Detail, verspricht Polizeihauptkommissar Stefan Schneider aus Völklingen, erst dann geht die Sache weiter an die Staatsanwaltschaft. Doch die stelle die Verfahren immer wieder ein, sagt Hermann, mit der Begründung, das öffentliche Interesse sei zu gering und die Täter hätten keinen Wohnsitz in Deutschland. Immerhin habe man in diesem Jahr bereits zwei Diebe in flagranti erwischt, die sich an Kleidercontainern zu schaffen gemacht haben, sagt Stefan Schneider von der Polizei.

Die Diebstähle bei den Sammlungen schmerzen, denn die Altkleider sind wie bares Geld. Es ist eine der wenigen Einnahmequellen, die der Jugendverein hat, der für eine Kleidersammlung eine Genehmigung der Ortspolizeibehörde braucht. Dafür muss er unter anderem nachweisen, was er mit den Einnahmen macht. Sie dürfen nur dem gemeinnützigen Zweck dienen, in diesem Falle zum Beispiel der Jugendarbeit. Hermann und Co. organisieren regelmäßig Treffen mit den Kids, veranstalten Bastelnachmittage, Ausflüge und Ähnliches. Um das alles zu stemmen, braucht es das Geld aus den Sammlungen, die im Jahr etwa 40 Tonnen einbringen – ohne Diebe wären es sicher mehr.

Rund 400 Euro bekommen die Sammler pro Tonne Kleidung vom Sortierbetrieb, dem sie sie bringen – nach Kaiserslautern oder einmal sogar nach Brüssel. Davon geht dann wieder das Benzin für die weite Fahrt und anderes ab.

Da man der Diebe nicht habhaft werden kann, müssen Vorkehrungen getroffen werden. Und die greifen immer besser. Die Völklinger und Rosseler kennen ihre Kleidersammler und packen mit an. Sie stellen die Säcke hinters Haus und geben Bescheid. Oder sie laden die Leute ein, am Samstag an der Tür zu klingeln. So kommen die Straßenpiraten nicht mehr an ihre Beute. Das Vertrauen äußert sich auch soweit, dass Hermann und seine Leute oft auch Hosen, Pullis und Jacken in hoher Qualität bekommen. „Manchmal sogar noch in Cellophan verpackt.“ Das lässt den Erlös steigen.

Was am Ende mit der Kleidung passiert, kann Klaus Hermann aber nicht so genau sagen. Die Sortierbetriebe kümmern sich um den Weitervertrieb und entscheiden. Der Einfluss der Lauterbacher schwindet ab diesem Zeitpunkt enorm. „Aber ich weiß, dass das meiste von uns später per Schiff nach Afrika gegangen ist.“
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