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Vor 25 Jahren wurde Ulrich Graf von Plettenberg zum Priester geweiht, jetzt ist er die rechte Hand des Trierer Bischofs





Hasborn-Dautweiler
Mit einem Lächeln in die Zukunft
Vor 25 Jahren wurde Ulrich Graf von Plettenberg zum Priester geweiht, jetzt ist er die rechte Hand des Trierer Bischofs

24. Oktober 2016, 02:00 Uhr
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Von der Pfarrkirche in Hasborn in die Zukunft: Ulrich Graf von Plettenberg (Mitte) mit seinem Neffen Francisco, der Töchterchen Emme auf dem Arm trägt, und dessen Frau Claudia. Foto: B&K
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Noch einmal an alter Wirkungsstätte: Ulrich Graf von Plettenberg feiert sein silbernes Priesterjubiläum am Schaumberg.

Die Zeit als Seelsorger am Schaumberg liegt hinter ihm. Ulrich Graf von Plettenberg ist jetzt Generalvikar in Trier. Seinen Abschied von der alten Wirkungsstätte feierte er am Sonntag – und nicht nur das.

In den Bänken der Pfarrkirche St. Bartholomäus in Hasborn-Dautweiler liegen Programmhefte aus. Deren Rückseite ziert ein Bild. „Es ist mir ein ganz liebes Foto“, sagt Pfarrer Ulrich Graf von Plettenberg. Es zeigt ihn am Tag seiner Priesterweihe, am 10. Oktober 1991, in Rom. Lächelnd läuft er über das Kopfsteinpflaster mit seiner Nichte Elisabeth und seinem Neffen Francisco an den Händen. „Es sind zwei Engel an meiner Seite, die mich ziehen und mir Schwung geben.“

25 Jahre ist das Foto alt. Ulrich Graf von Plettenberg feiert sein silbernes Priesterjubiläum. Und nicht nur das. An diesem Sonntag nimmt er außerdem feierlich Abschied von seiner Pfarrengemeinschaft Am Schaumberg. Er hat eine neue Aufgabe übernommen, ist jetzt Generalvikar in Trier (wir berichteten). Mit Schwung will der Geistliche auch in dieses Amt starten. Sein Neffe Francisco ist wieder an seiner Seite – mit Ehefrau Claudia und Töchterchen Emma.

Und noch etwas ist wie damals: das strahlende Lächeln in Plettenbergs Gesicht. Damit betritt er am Sonntagmorgen die Kirche. „Es rührt mich, wenn ich die vollen Reihen sehe. Jetzt kenne ich die Gesichter. Wie in einem Film laufen Szenen von Begegnungen und Erlebnissen ab“, sagt der Seelsorger später im SZ-Gespräch. Mit 51 Messdienern schreitet er langsam durch das Gotteshaus in Richtung Altar.

Dort hat er in den vergangenen sechs Jahren öfter gestanden. Doch nie war seine Predigt wohl so persönlich wie dieses Mal. Es geht um das Gleichnis vom Pharisäer und Zöllner im Lukas-Evangelium. Während der Pharisäer in seinem Gebet an den Herrn stolz seine Verdienste aufzählt, schlägt sich der Zöllner auf seine Brust und bittet Gott, ihm, dem Sünder, gnädig zu sein. „Bei dem Anblick der vollen Kirche, könnte ich mich eigentlich heute Abend vor den Spiegel stellen und mir stolz auf die Brust schlagen“, so Plettenberg. Da käme das Evangelium gerade recht. „Was uns Jesus lehrt, ist nicht die Selbstgerechtigkeit, sondern die Bescheidenheit.“ Der Zöllner demonstriere in dem Gleichnis seine Ohnmacht, der Pharisäer genüge sich selbst, er brauche Gott nicht. Und so müsse sich jeder die Frage stellen: Brauche ich Gott? Oder habe ich für alle Probleme eine Lösung? „Nach 25 Jahren als Priester habe ich eine deutliche Antwort: Ich brauche Gott, jeden Tag, 24 Stunden.“

Ob Messdiener aus der gesamten Pfarreiengemeinschaft oder pfarreiübergreifende Chorprojekte – auch in diesem Gottesdienst demonstrieren die Gläubigen am Schaumberg, dass sie eine Einheit sind. Das war beim Amtsantritt von Plettenberg noch anders, wie Tholeys Bürgermeister Hermann Josef Schmidt erinnert. Damals hätten sich die fünf Pfarreien nicht so gut verstanden, habe man untereinander um Verantwortung und den Sitz des Pastors gerangelt. „Da war einiges an Arbeit zu leisten.“

Und so manches musste sich einspielen. Das deutet Michael Stephan, Vorsitzender des Pfarreienrates, an. Er zitiert eine Mitarbeiterin mit den Worten „In den ersten Wochen hätte ich ihn gerne mehrmals zum Mond geschossen.“ Das habe sich geändert. „Denn Du hast Dich geändert.“

Dem stimmt Pfarrer Plettenberg zu. „Ihr habt mich geprägt und verändert. Der, der ich bin, bin ich, weil Ihr mich dazu gemacht habt. Ich werde Euch nicht vergessen.“

Mit einem Lächeln verlässt Plettenberg am Ende der Messe das Gotteshaus. Draußen verabschieden sich viele Gläubige persönlich von ihm. Werden Hände geschüttelt, Umarmungen verteilt. Die Rührung ist dem Seelsorger anzumerken. In der Kulturhalle geht die Feier ihm zu Ehren mit einem Fest der Begegnung weiter. Dort gibt es auch Geschenke, zum Beispiel von den Theleyer Messdienern, die dem Pastor den Original-Naschkorb aus der Sakristei – selbstredend prall gefüllt mit Süßigkeiten – überreichen. Aus diesem hätte er sich immer gerne bedient. „Seit ich in Trier bin, habe ich schon drei Kilo abgenommen“, gesteht Plettenberg prompt. Die Stadt an der Mosel kennt er bereits gut. „Trier ist meine Heimat“, sagt er. Eine Wohnung habe er schon gefunden, die müsse aber noch renoviert werden. Nach der Feier in Hasborn-Dautweiler, zu der unter anderem auch seine Mutter und vier seiner sechs Geschwister gekommen sind, wird er im Pfarrhaus übernachten. „Manchmal bin ich am Wochenende dort, wenn ich Zeit und Ruhe brauche.“ Am heutigen Montag geht es wieder zurück zur bischöflichen Verwaltung. „Ich komme mir im Moment noch vor wie ein Nichtschwimmer, der ins Schwimmbecken gestoßen wird“, verrät der neue Generalvikar. Jeden Abend sei er hundemüde wegen all der neuen Eindrücke. Aber manchmal flattert auch ein Papier, das mit seiner ehemaligen Pfarrei zu tun hat, auf seinen Schreibtisch. Wie die Bauanträge für die Kirche in Hasborn. „So werde ich immer wieder an die Pfarreiengemeinschaft denken.“

 

Zum Thema:

 

Zur Person Ulrich Graf von Plettenberg wurde am 6. August 1964 in Birkenfeld geboren. Studiert hat er in Trier und an der Päpstlichen Universität Gregoriana in Rom. Dort wurde er auch am 10. Oktober 1991 zum Priester geweiht. Nach seiner Kaplanzeit in Trier war er Bischofskaplan und Sekretär von Bischof Dr. Hermann Josef Spital, dann Sekretär von Diözesanadministrator Weihbischof Leo Schwarz und schließlich bis Juli 2002 Bischöflicher Kaplan und Sekretär von Bischof Dr. Reinhard Marx. Von 2002 bis 2004 war er zum Promotionsstudium in Trier freigestellt. Ab Februar 2004 wirkte er als Schulpfarrer an der Alfred-Delp-Schule Hargesheim, einer Kooperativen Gesamtschule in Trägerschaft des Bistums Trier, und als Kooperator in Bad Kreuznach. Ende 2010 wurde er Pfarrer der Pfarreiengemeinschaft Am Schaumberg. Seit Anfang Oktober ist er Generalvikar im Bistum Trier. red



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