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Vereinsphilosophie bei den Schaumberger Karatekas: Sich immer wieder hinterfragen





Hasborn-Dautweiler
Shoshin lehrt Respekt
Vereinsphilosophie bei den Schaumberger Karatekas: Sich immer wieder hinterfragen

Von  Frank Faber, 
21. Juli 2016, 02:00 Uhr
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70 Sportler von Jung bis Alt trainieren wöchentlich bei den Schaumberg-Karatekas. Fotos: Frank Faber
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Franz-Josef Löwen (l.) ist Träger des 4. Dan (Meistergrad).
Respekt vor dem Gegenüber ist im Kampfsport Karate die höchste Tugend. Das lebt der Hasborner Franz-Josef Löwen als Vorsitzender und Trainer beim Breitensportverein Karate Dojo Shoshin Schaumberg vor. Von den Shotokan bis zu den Jukuren üben 70 Karatekas aus der Region die Sportart aus.
Vier Mal pro Woche macht sich Franz-Josef Löwen auf den Weg in den Dojo (Trainingsraum) nach Hasborn oder Sotzweiler. Der 59-jährige, dreifache Familienvater ist Vorsitzender und als Trainer Träger des 4. Dan (Meistergrad) bei den Karatekas Dojo-Shoshin-Schaumberg. „Wir sind ein reiner Breitensportverein und trainieren nicht wettkampforientiert“, erklärt Löwen.

 

Die Filme mit Kampfkünstler Bruce Lee haben vor 40 Jahren den ehemaligen Sotzweiler Handballer animiert, die Sportart zu wechseln. „Ich habe selbst gemerkt, dass ich ein Individualsportler bin“, sagt der Hasborner. Bis 1999 war Karate eine Sparte unter dem Dach des TSV Sotzweiler, daraus sind dann die Schaumberg-Karatekas geworden. Löwen: „Der Name Shoshin bedeutet Geist des Anfängers und passt zu unserer Vereinsphilosophie. Man muss sich stets neu hinterfragen und hat immer einen Weg vor sich“. Das vermittelt er auch den Shotokan (Anfänger). „Da wir keine Wettkämpfe besuchen, müssen wir die Kinder beim Training immer wieder aufs Neue motivieren“, so Löwen. Unterstützt wird er dabei von den 2. Dan-Trägern Carina Wilhelm und Georg Schäfer. In den Übungsstunden steht kein Wettlauf um Gürtelfarben an. „Wir versuchen, auf Respekt und Etikette im Miteinander zu achten“, sagt Löwen. Besonders Kinder, die eher schüchtern und zurückhaltend seien, möchte er ansprechen, um ihnen zu zeigen, dass auch sie selbstbewusst sein können und dazugehören.

 

Mittlerweile trainieren zwei Kindergruppen im Alter von sechs bis 17 Jahren im Verein. Ein Demotraining bei der Präventionsveranstaltung „Wir im Verein mit dir“, so Löwen, habe einen Mitgliederschub im Nachwuchsbereich eingebracht. „Daraus resultiert unsere jüngste Kindergruppe“, freut sich der gelernte Vermessungstechniker, der im Laufe der Jahre auch seine Ehefrau und die drei Kinder in der Kampfkunst ausgebildet hat. Nach einem Aufruf schließt sich vor 18 Monaten noch eine neue Gruppe mit 15 Jukuren (Erfahrene) im Alter von 38 bis 65 den Karatekas an. „Das ist eine homogene Trainingsgruppe geworden, alle sind geblieben und engagieren sich zudem im Verein“, so Löwen. Der Vereinschef hofft, dass sich künftig dadurch der Vorstand breiter aufstellen kann. „Denn wir wollen die Kinder, Jugendlichen und Erwachsenen noch stärker zusammenbringen“, blickte er voraus.

 

Als zusätzlichen Vorteil für den Gewinn von neuen Kampfsportlern sieht Löwen die hohe Integrations- und Identifikationsfähigkeit der Menschen mit dem intakten Vereinsleben in den Ortschaften rund um den Schaumberg. Derzeit zählt der Karateclub 70 Mitglieder aus der gesamten Region. Dass seit den Übergriffen in der Silvesternacht wie andernorts registriert besonders Frauen in die Nahkampfkurse strömen, hat Löwen nicht feststellen können. Überhaupt vertritt er dazu eine differenzierte Meinung. „Es ist plakativ, wenn man glaubt, mit dem Training das Selbstbewusstsein so zu stärken, dass das auch in Extremsituationen funktioniert“, meint der Karatelehrer. Vielmehr könnte man lernen, sein Auftreten so zu steuern, dass es nicht zur Extremsituation kommen muss. „Wir üben im Training ohne große Zutaten. Wichtig ist, dass jeder das Gefühl für seine eigenen Fähigkeiten bekommt. Der zusätzliche Mehrwert kann vielleicht in einer Extremsituation mal helfen“, sagt Löwen.

 

Kontakt: Karate Dojo Shoshin Schaumberg, Telefon (0 68 53) 76 97.

 



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