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Neues ÖPNV-Konzept läuft zum Auftakt nicht rund – Landkreis verspricht Abhilfe





St Wendel
Schüler stehen im Regen
Neues ÖPNV-Konzept läuft zum Auftakt nicht rund – Landkreis verspricht Abhilfe

05. Januar 2016, 02:00 Uhr
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Der Busbahnhof in St. Wendel, hier eine Momentaufnahme vom Montag, ist Start- und Zielpunkt zahlreicher Buslinien im St. Wendeler Land. Foto: B&K Foto: B&K
Der Start ins neue ÖPNV-Zeitalter im St. Wendeler Land am Montagmorgen war holprig. Vor allem im Schulverkehr gab es überfüllte Busse und Verspätungen. Der Landkreis verspricht, die Startschwierigkeiten gemeinsam mit den Busunternehmen schnellstmöglich zu beseitigen.


 
Die Kinder wollen am Montagmorgen nach Freisen. In die Schule. Sie stehen rechtzeitig an ihrer Haltestelle in St. Wendel. Aber ihr Bus kommt nicht. Auch nicht eine Viertelstunde später. Die Kinder gehen nach Hause, ihr Vater bringt sie mit dem Auto nach Freisen. „Ich hoffe, dass der Bus am Dienstagmorgen rechtzeitig fährt“, sagt er im SZ-Gespräch.

Seine Kinder wollten die Linie von St. Wendel nach Freisen nutzen. Bei dieser gab es am Montagmorgen offensichtlich Probleme. Denn Beschwerden erreichten die Redaktion auch aus Namborn, Grügelborn und Schwarzerden.

Über volle Busse, die zum Teil auch an Haltestellen vorbeigefahren sind, und über Verspätungen klagten weitere Leser aus dem St. Wendeler Land. Zahlreiche Beschwerden vor allem wegen des Schulbusverkehrs gingen auch bei den Busanbietern und dem Landkreis St. Wendel ein.

Das bestätigt Lukas Kowol, Pressesprecher des Landkreises, auf Nachfrage der SZ. Er spricht von Startschwierigkeiten durch den Anbieterwechsel. Denn seit 1. Januar liegt der komplette Öffentliche Personennahverkehr im St. Wendeler Land in neuer Verantwortung. Für die Buslinien im Kreis sind jetzt die Firmen Stadtbus Zweibrücken und Saar-Mobil zuständig.

Bei aller sorgfältigen Planung im Vorfeld könnten nicht alle potenziellen Reibungspunkte ausgeschlossen werden, so Kowol. Seit Jahresbeginn bedienen die neuen Unternehmen die Buslinien im Landkreis. Kowol: „Leider kam es mit Unterrichtsbeginn nach den Weihnachtsferien an den Schulen im Landkreis zu Störungen im Schulbusverkehr wie auch auf sonstigen Bus-Linien im Landkreis. Verspätungen und zum Teil überfüllte Busse waren die Folge.“

Bei der Planung des Schulbusverkehrs seien vorab Zählungen durchgeführt und die Schulen angefragt worden. Auf dieser Basis seien die Kapazitäten geplant worden. Teilweise fahren laut Kreis mehrere Busse hintereinander. Werde hierbei primär der erste oder letzte Bus genommen, so komme es zu Überfüllungen, wohingegen in den anderen Bussen genügend Platz bleibe. Der Pressesprecher: „Falls ein Bus voll belegt ist, so ist der Busfahrer gesetzlich gezwungen, keine weiteren Fahrgäste mehr aufzunehmen.“ Daher komme es vor, dass volle Busse an Bushaltestellen vorbeifahren.

Es gebe landkreisweit 13 reine Schulbuslinien; hinzu kommen Schulverkehre auf sonstigen Linien. Kowol: „Der Landkreis St. Wendel ist in enger Absprache mit den Busunternehmen bemüht, die Missstände schnellstmöglich zu beseitigen, unter anderem durch Bus-Nachbesetzungen, und bittet um Verständnis.“

Bis Mitte Dezember sollte nach einer Mitteilung des Landkreises das neue Fahrplanbuch an alle Haushalte verteilt werden. Rückmeldungen aus der Bevölkerung hätten ergeben, dass offenbar nicht alle Haushalte bedient worden seien, bestätigt der Pressesprecher. Das beauftragte Unternehmen habe angegeben, die Hefte Ende Dezember verteilt zu haben. Dies werde gerade überprüft.

Das Unternehmen Stadtbus Zweibrücken ist für das Linienbündel 1 zuständig, das in etwa den Bereich zwischen der Kreisstadt St. Wendel und den Gemeinden Marpingen und Tholey bis Lebach und Neunkirchen abdeckt. Die Linienbündel 2 und 3 betreut das Unternehmen Saar-Mobil. Dazu gehören die Gemeinden Freisen, Namborn, Nohfelden, Nonnweiler, Oberthal und die jeweiligen Anbindungen an die Kreisstadt sowie die benachbarten Landkreise auf saarländischer und rheinland-pfälzischer Seite.

Die Neuvergabe des Öffentlichen Personennahverkehrs im Landkreis war notwendig, weil die Liniengenehmigungen Ende vergangenen Jahres ausgelaufen sind. Aufgrund einer Verordnung der Europäischen Union musste der Landrat die Vergabe europaweit ausschreiben. Sechs Bewerber beteiligten sich an dem Verfahren, die Firmen Stadtbus Zweibrücken und Saar-Mobil erhielten als günstigste Bieter den Zuschlag nach einem einstimmigen Votum des Kreistages.

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