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Aus für Geriatrie: Droht ein Flächenbrand?





St Wendel
Aus für Geriatrie: Droht ein Flächenbrand?
22. April 2017, 02:00 Uhr
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Armin Lang, VdK-Chef Foto: VdK

Foto: VdK
Sozialverbandschef Lang fordert gemeinsame Strategie von Krankenkassen und Klinikbetreibern. Landesregierung ist gefordert.

Entrüstet hat Armin Lang auf die Ankündigung der St. Wendeler Marienhaus-Klinikleitung reagiert, die Abteilung der geriatrischen Rehabilitation Ende Juni aus Finanzgründen zu schließen. Der saarländische Vorsitzende des Sozialverbandes VdK befürchtet: „Hier droht ein Flächenbrand.“ Denn die Bedingungen in allen geriatrischen Reha-Krankenhäusern seien vergleichbar und damit auch die Probleme ähnlich derer in St. Wendel.

Schnellstens müsse entgegengewirkt werden, fordert Lang. Die Landesregierung sollte Krankenkassen und Klinikverantwortliche an einen Tisch bringen, um die finanziellen Defizite in der geriatrischen Reha zu lösen. Sie müssten landesweit ausgeglichen werden.

Die Schuld am „Elend der Finanzierung“ sieht der VdK-Chef bei den Krankenkassen, die zu wenig für die Leistungen zahlten. Dadurch trügen die Kassen jetzt viel höhere Kosten. Denn die dadurch entstandenen Akut-Geriatrien seien teurer, obwohl sie vergleichbare Leistungen erbrächten, sagt Lang.

Als in den 90er-Jahren die geriatrischen Reha-Stationen eingerichtet wurden, sei dies im Einklang mit den Krankenkassen geschehen. Damals ging es darum zu vermeiden, dass ältere Menschen in teure Pflegeheime ziehen, weil sie nach einem Krankenhausaufenthalt nicht mehr in ihr ursprüngliches Lebensumfeld zurück konnten. Die Geriatrie soll eine Anschlussbehandlung für ältere Patienten leisten, sie wieder selbstständig machen. Um dieses Ziel – Pflegebedürftigkeit verhindern – zu erreichen, verlangt Lang nun die Initiative der Saar-Regierung. Insbesondere für die noch bestehenden Reha-Zentren in St. Ingbert (Saarpfalz-Kreis), Saarbrücken (Regionalverband), Wallerfangen (Landkreis Saarlouis), Mettlach (Landkreis Merzig-Wadern) und Illingen (Landkreis Neunkirchen). Wenn zur Jahresmitte die St. Wendeler Abteilung schließt, ist der hiesige Landkreis der einzige im Saarland ohne geriatrische Reha.

Von deren Aus sind 94 Mitarbeiter betroffen, wie die Klinikleitung sagt. Kündigungen sind nicht vorgesehen, die Kollegen sollen anderweitig im Verbund unterkommen. 1995 war die Abteilung als Pilotprojekt eröffnet worden, das die Bundesregierung und der Landkreis St. Wendel förderte. Sie hielt bis Anfang 2016 noch 60 Betten vor. Ab dann wurden 25 für die Akut-Reha umfirmiert. Diese sollen nach dem Stichtag 30. Juni erhalten bleiben, lautet die Zusage.

Mit mehr als einer Million Euro pro Jahr stehe die Abteilung in der Kreide. Marienhaus-Geschäftsführer Dr. Klaus-Peter Reimund machte wie der Vorsitzende der Mitarbeitervertretung, Werner Wilhelm, die Krankenkassen dafür verantwortlich. Sie zahlten nicht entsprechend der Leistungen.




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