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Großes Interesse an Vernissage zur aktuellen Ausstellung





St Wendel
Neue Bilderschau mit publikumsstarkem Auftakt
Großes Interesse an Vernissage zur aktuellen Ausstellung

Von  Jennifer Sick, 
30. November 2016, 02:00 Uhr
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Beate Kolodziej informierte bei der Eröffnung über August Clüsserath und seine Werke. Foto: sick

Foto: sick
Die derzeitige Ausstellung im Mia-Münster-Haus St. Wendel zu Ehren von August Clüsserath lockte Scharen von Kunstinteressierten bereits zur Vernissage. Die Schau ist bis 15. Januar zu sehen.

Mit so großem Andrang hatte man im Museum St. Wendel nicht gerechnet. Doch die Vernissage der neuesten Ausstellung lockte am Sonntag sehr viele ins Mia-Münster-Haus. Selbst eilig hinzugestellte Stühle reichten nicht aus, um allen einen Sitzplatz bieten zu können. Und so verfolgten einige der letzten Nachzügler die Eröffnung im Stehen. Grund für das große Interesse waren die Werke des saarländischen Künstlers August Clüsserath. Anlässlich seines 50. Todesjahres stellt das Museum unter dem Titel „Gemälde und Grafik“ rund 100 Arbeiten aus der kompletten Periode seines Schaffens aus. „Früher hat man hauptsächlich die Spätwerke ausgestellt“, so Museumsleiterin Cornelieke Lagerwaard bei der Vernissage. In St. Wendel ist das nicht so. Bewusst hat man sich für Werke aus allen Phasen von Clüsseraths Schaffen entschieden. Auf diese Weise kann man sehen, „wie er zu seinem kraftvollen Spätwerk gelangen konnte“, erklärt Lagerwaard.

Tiefere Einblicke in die Ausstellung gab Kunsthistorikerin Beate Kolodziej während der Eröffnung. Demnach begann Clüsserath sein Leben als Künstler mit gegenständlichen Arbeiten. Im Museum St. Wendel sind einige davon zu sehen. Dazu gehört zum Beispiel sein Selbstporträt. Es zeigt den jungen Clüsserath mit bedeutenden Werken der Kunstgeschichte im Hintergrund. Auch Landschaftsgemälde sind im Museum St. Wendel ausgestellt. „Auf den ersten Blick scheinen sie naturalistisch“, erklärt Kolodziej. Aber schon im frühen Schaffen erkenne man, dass einige Gegenstände sich bereits in lineare Muster verwandelten.

In den 50er Jahren wurden die Arbeiten dann abstrakter. Farben und Formen begannen sich zu verselbstständigen und Schritt für Schritt entwickelte sich jener Stil, für den der Künstler heute bekannt ist. Doch „anfangs pendelte Clüsserath noch zwischen Gegenständlichkeit und Abstraktion“, erläutert Kolodziej. Auch aus diesen Jahren finden Besucher einige Bilder vor.

Und letztlich hängen im Mia-Münster-Haus natürlich auch diejenigen Arbeiten, mit denen Clüsserath zu den international tonangebenden Tendenzen des Informel und des abstrakten Expressionismus aufschloss. Es sind Werke, die jeder Gegenständlichkeit entbehren und nur noch von kompakten Farbflächen oder gestischen Setzungen leben. „Er malte nicht die äußere Natur, sondern das innere Bild, das er von ihr hatte“, so Kolodziej dazu.

Die Werke der Ausstellung stammen größtenteils aus dem Nachlass des Künstlers, der vom Zentrum August Clüsserath verwaltet wird. Ergänzt werden sie durch Leihgaben aus dem Besitz des Landes und des Saarlandmuseums. Insgesamt kommt die Ausstellung so auf 30 Ölgemälde, eine große Anzahl an Zeichnungen und eine exemplarische Auswahl aus den weit über 1000 Blättern an Papierarbeiten des Künstlers. Einige der Blätter wurden noch nie öffentlich gezeigt.

Wer sich für die Gemälde und Grafiken Clüsseraths interessiert, kann die Ausstellung noch bis zum 15. Januar im Museum St. Wendel besuchen. Danach wird ein Teil von der Abbaye de Neumünster in Luxemburg übernommen.



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