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Medienworkshops sensibilisieren Jugendliche für Umgang mit brisanten Themen



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Otzenhausen
Mit den Klischees aufgeräumt
Medienworkshops sensibilisieren Jugendliche für Umgang mit brisanten Themen

Von  Frank Faber, 
27. November 2015, 00:00 Uhr
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Konzentriertes Arbeiten im Workshop „Vielfalt statt Einfalt“. Foto: Frank Faber Foto: Frank Faber
90 Schüler aus Fraulautern, Türkismühle, Lebach, Blieskastel und Kirkel haben an der sechsten Jugendmedienkonferenz „Jugend bewegt“ in der Otzenhauser Europäischen Akademie teilgenommen. In den vom St. Wendeler Adolf-Bender-Zentrum angebotenen Workshops ging es unter anderem um Rechtsextremismus im Internet, Geschlechterrollen und Mediennutzung.


 
In der Europäischen Akademie in Otzenhausen laufen Schülergruppen mit dem Tablet durch die Gegend. Nichts Ungewöhnliches. Auch nicht, als sie für ein gemeinsames Selfie posieren. Zum Filmworkshop des Medienprojekts „Jugend bewegt“ sollen sie einen Trailer beisteuern, zuvor hat sie Stefanie Hennrich vom St. Wendeler Adolf-Bender-Zentrum (ABZ) mit den dafür nötigen theoretischen Infos versorgt.

Es sei „easy“, sagen drei Mädels und dabei hätten sie jede Menge Spaß. Doch den Teilnehmern werden in den Workshops gleichzeitig auch die Chancen und Risiken aufgezeigt, wenn sie medial arbeiten. ABZ-Projektleiter Florian Klein erklärt: „Überhaupt nähern sich die Jugendlichen dem Umgang mit einem Medium völlig anders an, als sie es vom klassischen Unterricht her kennen“.

Dozent Michael Groß referiert über den Rechtsextremismus im Internet. „Noch vor Jahren hätte man die Kontakte zur rechten Szene über Bekanntschaften oder durch einen Besuch bei Veranstaltungen knüpfen müssen“, sagt Groß. Der Fraulauterner Schüler Alex weiß: „Über das Internet geht das viel anonymer“. Ungleichwertigkeit, so fährt Groß fort, sei der Kern von Rechtextremismus. Zu dessen Facetten gehörten die Fremdenfeindlichkeit oder der Antisemitismus. Des Weiteren würden Vorurteile gegenüber benachteiligten Gruppen wie Frauen oder Minderheiten wie Arbeitslose, Homosexuelle oder Obdachlose bereits zu den Ungleichwertigkeiten führen.

Ausgehend von Werbespots im Fernsehen ab den 1950er-Jahren wird im Workshop „Geschlechterrollen und Mediennutzung“ die Bedeutung der Sozialisation für die Entwicklung von geschlechtstypischen Verhaltens- und Denkweisen vorgestellt. Vereinfacht gesagt geht es dabei um das Klischeedenken: Männer sind Machos und Frauen am Steuer Ungeheuer. Große Unterschiede hat Schüler Julius in zwei Spots erkannt. „Vor 50 Jahren ist die Frau als reine Hausfrau dargestellt worden, nur der Mann bringt das Geld heim. Heutzutage wird die Frau als Luxusobjekt gezeigt, die 20 Männer um den Finger wickelt“, resümiert Julius. Beim Blödi-Macho-Auftritt von Super Ingo an der Tanke stellen die Schüler fest, dass in diesem Werbestreifen bewusst mit umgedrehten Klischees gearbeitet wird.

„Trotz vieler Gemeinsamkeiten stellen die Schüler fest, dass zwischen ihnen Unterschiede bestehen“, meint Referentin Lea Spille, die den Workshop „Vielfalt statt Einfalt“ leitet. Alle Inhalte der Workshops sind dokumentiert worden und so abrufbar, damit Fachkräfte die Ergebnisse nutzen können.

adolfbender.de

Zum Thema:

Auf einen BlickJugend bewegt ist Teil des Projektes Sozial und kompetent: Medienprojekte von und mit Kindern und Jugendlichen. Das vom St. Wendeler Adolf-Bender-Zentrum organisierte Projekt zielt auf die inklusive Medienarbeit mit Kindern und Jugendlichen. Inklusion orientiert sich an der Vielfalt und der individuellen Wertschätzung aller Teilnehmerinnen und Teilnehmer. Wichtiger Bestandteil der Arbeit im Projekt ist die Bewusstmachung des eigenen Nutzungsverhaltens von neuen Medien der Kinder und Jugendlichen. Darüber hinaus wird ein verantwortungsbewusster Umgang mit den neuen Medien erprobt und auf Gefahren, Risiken und Probleme bei der Nutzung hingewiesen. frf


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