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Anlässlich der Hexennacht gab es die erste Dunkelführung im Erlebnisbergwerk Velsen





Velsen
Mit Gänsehaut durch alten Stollen
Anlässlich der Hexennacht gab es die erste Dunkelführung im Erlebnisbergwerk Velsen

Von SZ-Mitarbeiter Andreas Lang,  03. Mai 2013, 00:00 Uhr
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Eine nicht alltägliche Atmosphäre erlebten die Besucher der ersten Dunkelführung im Erlebnisbergwerk Velsen. Foto: Rolf Ruppenthal Foto: Rolf Ruppenthal
Hunderte von Besuchern, darunter auch viele Kinder, erlebten die Premiere einer Dunkelführung im Erlebnisbergwerk Velsen mit. Lediglich Grubenlampen spendeten während der Führung Licht. Da war manchem Gast gruselig zumute.
Es ist die Musik, welche die Hexen lieben, wenn sie in der Walpurgisnacht um das Feuer tanzen. Die schallte in der vergangenen Hexennacht durch das Erlebnisbergwerk Velsen, während hunderte von Besuchern in den Streben unterwegs waren. Das jagte so manchem Gast eine dicke Gänsehaut über die Arme. Und die Tatsache, dass die Bergleute alle Lampen im Bergwerk ausgeschaltet hatten. Nur hier und da glimmten einige Leuchtstäbe, ansonsten mussten die Gäste den Grubenlampen auf ihren Helmen vertrauen, um etwas zu sehen und nicht ganz im Dunkeln zu stehen. Eine wahrlich schaurige Atmosphäre. Einigen Kindern unter den Besuchern jagte das zwar ziemliche Angst ein. Aber die rückten dann ein bisschen näher an die Eltern ran, hielten deren Hand noch kräftiger Fest und nach ein paar beruhigenden Worten war alles wieder in Ordnung.



Ein Kran namens Katze

Ablenkung vom Grusel-Szenario gab es ja auch genug. „Die meisten unserer Werkzeuge sind pressluftbetrieben, elektrisch wäre unter Tage zu gefährlich“, erläuterte Bergwerksführer Hermann Braun.

Auch der Kran, den große und kleine Besucher selbst bedienen dürfen, um ein tonnenschweres Gerät ein paar Meter vor und zurück zu bewegen. „Den Kran nennen wir Bergleute Katze“, so Braun. Einen Hund gibt es auch, so nennen die Kumpel das Telefon. Weil es nicht läutet, sondern einen bellenden Ton von sich gibt. Deshalb nennen es die Minenarbeiter „Wauwauchen“. Anekdoten gibt es auch. „Wer weiß, was das ist", fragte Braun, während er einen Holzscheit hochhielt. Wenig später klärte er auf: „Das ist ein Mutterklötzje.“ Jeder Bergmann durfte früher jeden Tag einen solchen mit nach Hause nehmen, damit die Frau zu Hause den Herd befeuern konnte. Bei der Übergabe soll es einen bestimmten Code gegeben haben. War die Baumscheibe in handliche Scheite gespalten, war der Kumpel mit seiner Ehe zufrieden. Hätte die Ehefrau jedoch den Klotz am Stück erhalten, habe sie sich Sorgen machen müssen, dass etwas im Argen läge. „Das waren noch Zeiten: Mutterklötzje statt Eheberater“, kommentierte Braun diesen Brauch schmunzelnd.

Zum Abschluss gab es dann die obligatorische Fahrt auf dem Förderband. Spätestens jetzt wich die Angst dem Spaß, und so verließen wenig später alle lächelnd das Erlebnisbergwerk. Es war die erste Hexenführung im Velsener Erlebnisbergwerk und die kam prima an.

Trotz des regnerischen Wetters. Zeitgleich durften immer nur drei Gruppen im Bergwerk sein, deshalb mussten einige Interessierte ein Weilchen warten. Die Zeit ließ sich aber bei Bier und Schwenker überbrücken.



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