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Jörn Michaely: Von der Jugendjury in den Wettbewerb – Ein 19-jähriger Regisseur





St Ingbert/Saarbrücken
„Man muss wissen, was man will“
Jörn Michaely: Von der Jugendjury in den Wettbewerb – Ein 19-jähriger Regisseur

Von SZ-MitarbeiterinSilvia Buss,  22. Januar 2014, 00:00 Uhr
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Einen Zug durchs nächtliche Saarbrücken veranstalten die jungen Leute in Jörn Michaelys Film ,,Nacht Zug". Fotos: Michaely
Gerade mal 19 Jahre alt ist der St. Ingberter Jörn Michaely und arbeitet sich gerade im Eiltempo ins Filmgeschäft. Beim Ophüls-Festival läuft sein vierter (!) Film, „Nacht Zug“ in der Reihe „Saarland Medien präsentiert“.


 
. Für einen erst angehenden Profi-Regisseur legt Jörn Michaely ein ganz schönes Tempo vor: Im Vorjahr saß er beim Filmfestival Max-Ophüls-Preis noch in der Jugendjury, in diesem Jahr zeigt er beim Festival bereits seinen eigenen Film.

„Nacht Zug“ heißt der 15-minütige Kurzfilm über das nächtliche Treiben der Jugendlichen in der Landeshauptstadt, den der gerade mal 19-jährige Saarländer gedreht hat. Es ist schon sein vierter – sofern man das Frühwerk nicht mitzählt. Seinen ersten Krimi, „einen Überfall auf ein Schmuckgeschäft“, hat der gebürtige Saarbrücker, der in St. Ingbert aufwuchs, schon als Grundschüler gedreht. „Mein Vater ist Kameramann, da habe ich sein Equipment heimlich mit in die Schule mitgenommen“, erzählt Michaely. Für die Dreharbeiten nutzten er und seine Kumpels jede Pause. „Den fertigen Film haben wir dann sogar auf DVD gebrannt und unter uns gezeigt“, erinnert sich der Jung-Regisseur.

Doch danach konzentrierte sich Michaely, zur Erleichterung des Vaters, erst mal aufs Theaterspielen, als Darsteller in der St. Ingberter Amateurgruppe „Musenbolde“. Bis ihn 2010, mit 16, erneut die Lust am Filmemachen packte. Er setzte sich hin, schrieb ein Drehbuch und drehte, diesmal mit Wissen und Unterstützung des Vaters sowie Freunden aus der Theatergruppe, „Fernsehmania“. Auf diesen Kurzfilm über eine fernsehsüchtige Familie, deren Fernseher kaputtgeht, folgte im Jahr drauf mit „Abgefahren“ ein ebenso skurriler Streifen über einen Vater, der sein Auto mehr hegt und pflegt als die Familie. „Für den nächsten Film ,Weißer Kragen' haben wir dann erstmals private Sponsoren gesucht und ein Casting gemacht“, erzählt Michaely, der in „Musenbold“ Daniel Roschy und Freundin Melanie Wagner wichtige Stützen hat. Zu aller Überraschung erschienen Schauspieler aus dem ganzen Bundesgebiet, von Hamburg bis München, um bei dem 13-Minuten-Streifen mitzuwirken. Und das ohne Aussicht auf Gage. Keiner habe ihm zugetraut, gestandene Profis vor der Kamera zu dirigieren. „Aber es hat dann doch gut funktioniert“, findet Michaely rückblickend. „Man muss halt als Regisseur schon genau wissen, was man will, damit sie einem vertrauen.“

Der „Weiße Kragen“, ein witziges Plädoyer für Mut zur Individualität im Bewerbungsgespräch, brachte dem St. Ingberter 2013 erste Lorbeeren ein: den ersten Preis beim Créajeune-Wettbewerb, gleich drei Preise beim Unica-Weltfilmfestival der Unesco sowie Einladungen zu Festivals in Estland (2. Preis) und Darmstadt.

Für „Nacht Zug“, der beim Max-Ophüls-Preis in der Reihe „Saarland Medien präsentiert“ läuft und Filmförderung erhielt, konnte Michaely seinen Darstellern – Mitglieder des Staatstheater-Jugendclubs und Profis aus dem ganzen Bundesgebiet – erstmals eine kleine Gage zahlen. Der Film, der „semidokumentarisch“ junge Leute bei ihrem Zug durch die Nacht begleitet, entstand in acht Drehnächten in der Saarbrücker Bahnhofstraße, der Disco Canossa, an den Haltestellen und in den Zügen der Saarbahn. Die meisten Szenen und Dialoge sind laut Michaely improvisiert.

Derzeit absolviert der Nachwuchs-Filmer ein einjähriges Regie-Praktikum an der Filmhochschule in Ludwigsburg. „Deren Filme haben mir beim Ophüls voriges Jahr am besten gefallen“, erklärt der Saarländer, der sich unter 70 Bewerbern durchsetzte. Wie es danach weitergeht? „Entweder ich bewerbe mich für eine Regie-Hospitanz an einem Theater, oder ich mache ein Schauspiel-Orientierungsjahr bei Acting & Arts in Saarbrücken“, verrät Michaely. „Denn für ein Regiestudium bin ich leider noch zu jung.“

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