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Florian Ross zeigte in Kinowerkstatt Ergebnisse seines Studiums





St Ingbert
So viel Arbeit steckt in einem 22-Minuten-Film
Florian Ross zeigte in Kinowerkstatt Ergebnisse seines Studiums

bea,  02. Januar 2015, 00:00 Uhr
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Filmemacher Florian Ross bei seiner Präsentation in der Kinowerkstatt. Foto: Christian Lang Foto: Christian Lang
Vor 16 Jahren hat Florian Ross mit Freunden in St. Ingbert eine Jurassic-Park-Persiflage gedreht, bevor er nach Köln zum Filmstudium ging. Jetzt waren in der Kinowerkstatt seine jüngsten Werke zu sehen.


 
Eine besondere Veranstaltung fand vor einigen Tagen in der Kinowerkstatt St. Ingbert statt: Florian Ross (32) aus St. Ingbert hatte eingeladen, um seinen Abschlussfilm zu präsentieren, den er an der „ifs“, der Internationalen Filmschule Köln, gedreht hatte. Er kam zu dem Ort zurück, wo er vor genau 16 Jahren zusammen mit Freunden den Film „Ahnungslos“, eine Jurassic-Park-Persiflage, gezeigt hatte und es schon damals für ihn klar war, dass er einmal professioneller Filmregisseur werden wollte. Die ifs in Köln bildet junge Menschen in den Bereichen Regie, Produktion, Kamera, Drehbuch und Schnitt aus. Die Dozenten kommen aus der Filmbranche. Dominik Graf unterrichtet als Dozent das Fach Spielfilmregie. Das Studium ist praktisch orientiert. Eltern, Freunde, Bekannte, Mitwirkende und interessierte Kinowerkstatt-Besucher kamen zu Ross' informativem und kurzweiligen Filmnachmittag: Er zeigte insgesamt fünf Filme, die er während seiner Studienzeit in Köln gedreht hatte, bevor er sie mit seinem Abschlussfilm 2014 als fertiger Regisseur verlassen hatte. Dabei war zu erfahren, wie das Studium aufgebaut ist: Insgesamt sieben Semester dauert es, und die Aufgabe besteht darin, am Ende eines jeden Semesters ein Filmprojekt zu verwirklichen, wofür die Hochschule ein Budget zur Verfügung stellt. Die vierte Semesterarbeit beeinhaltet einen Spielfilm, dabei hat der angehende Regisseur sein Organisationstalent unter Beweis zu stellen, etwa dann, wenn es darum geht, bekannte Schauspieler für das Projekt zu begeistern oder bei Möbelfirmen die Ausstattung zu organisieren. Die Ausbildung ist also sehr praxisnah, wofür die Kölner Filmschule bekannt ist.

Von Drama bis Film Noir

Es waren Filme unterschiedlicher Länge und Fingerübungen zu unterschiedlichen Filmgenres zu sehen: Stand einmal die Form des Films in „Bis zum letzten Schluck“ im Vordergrund, hier des „Film Noir“ – eine Übung in Gangsterfilm mit dunklen Nachteinstellungen, einem einsamen Detektiv, der im nächtlichem Set seinen Milkshake schlüft –, ging es in einem gut gespielten Beziehungsdrama mit überraschendem Ende eher um schauspielerische Leistungen und die Schauspielführung durch den Regisseur.

So war zu erfahren, dass im 22-minütigen Abschlussfilm „Das Gewehr“ insgesamt anderthalb Jahre Arbeit steckt, von der Drehbuchentwicklung bis zur eigentlichen Produktion dauert es ein halbes Jahr, etwa einen Monat mit acht Drehtagen dauern die Dreharbeiten, danach ein halbes Jahr Schnitt bis zum publikumsreifen Film. Der Inhalt: Drei Freunde, eine Hütte im Wald und ein unsichtbarer Bär. Erik (Edin Hasanovic) ist suizidal aus Überzeugung. Seine Freunde Alex (Franz Dinda) und Ben (Mirco Kreibich) fahren mit ihm in eine Waldhütte, um ihn wieder auf die Beine zu bringen. Ein gelungenes spannendes Spielfilmdebut ist das Ergebnis. Es war auch ein besonderer Glücksfall, dass so bekannte Schauspieler wie Franz Dinda, der schon in „Der Medicus“ spielte, Edin Hasanovic und Mirco Kreibich (Großstadtrevier, Tatort) Gefallen an dem Drehbuch fanden und zusagten.

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