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Dem früheren Wadgasser Bürgermeister Harald Braun geht's gut im Ruhestand





Wadgassen
Ein bisschen ruhiger als vorher
Dem früheren Wadgasser Bürgermeister Harald Braun geht's gut im Ruhestand

Von  Rolf Ruppenthal, 
22. Februar 2016, 02:00 Uhr
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Keine Show: Harald Braun trainiert täglich, hier daheim oder draußen auf dem Rad. Foto: Rolf Ruppenthal Foto: Rolf Ruppenthal
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26 Jahre lang war Harald Braun Bürgermeister von Wadgassen. Er polarisierte wie kaum ein anderer. Dann kandidierte er nicht wieder, seitdem lebt er im Ruhestand. Die Entscheidung hat er nicht bereut, sagt er.


 
26 Jahre lang war er Bürgermeister, Harald Braun in Wadgassen: Vom 1. Mai 1988 bis zum 30. April 2014 bestimmte er die Geschicke der Gemeinde. Dann kandidierte er nicht mehr, um sich mit 61 Jahren in den Ruhestand zurückzuziehen.

Selten war ein Gemeindechef so umstritten wie Braun, der polarisierte wie kaum ein anderer Gemeindechef. „Nicht ich habe polarisiert“, meinte er heute gleichermaßen schmunzelnd wie nachdenklich, „das waren Leute, denen meine Entscheidungen unangenehm waren.“

Inzwischen hat der frühere Gemeindechef „etwas“ Distanz gewonnen, ist dabei allerdings nur ein wenig ruhiger und gelassener geworden. Mit „einem Auge“ verfolgt er nach wie vor die Kommunalpolitik, ist in vielen Dingen nicht mit der Gangart seines Nachfolgers, aber insbesondere seiner eigenen Partei so gar nicht einverstanden, ohne sich jedoch noch ernsthaft echauffieren zu wollen.

Die „Ratz-Fatz-Schulschließung“ brachte ihn zwar noch einmal in Wallung, aber nur kurzfristig. Im Herbst will er nun noch den SPD-Vorsitz abgeben, zumal er sich mit dem Engagement seiner Genossen nicht mehr so recht identifizieren kann.

Der frühere Gemeindechef ist heilfroh, Pensionär und Privatmann zu sein, ermöglicht ihm das doch, mehr zu lesen und all die ihm persönlich wichtigen Interessenschwerpunkte verfolgen zu können. 20 000 Seiten wollte er als Rentner lesen, 20 000 Kilometer im Jahr mit dem Rad fahren. „Schaffen werde ich das wohl nicht, aber dennoch bin ich auf einem guten Weg“, versichert Braun.

Langeweile kennt der frühere Bürgermeister nicht. Morgens steht er bereits früh mit seiner Frau auf, um gemütlich zu frühstücken und ausgiebig Zeitung zu lesen. Sein Tag ist minutiös durchgeplant, und eigentlich mag er es gar nicht, wenn er kurzfristig umdisponieren muss. Täglich geht er vormittags einkaufen, um mittags frisch kochen zu können. Das Gemüse bestimmt das Mittagessen, das er mehr spontan als geplant auf den Tisch zaubert. Aufs Fleisch will er allerdings auch nicht verzichten, braucht es jedoch nicht täglich.

Die Woche über kocht er, am Wochenende seine Frau. Wenn Gäste im Hause sind, stehen zumeist beide in der Küche.

Und das tägliche Training mit dem Rad darf da auch nicht fehlen. Im Winter spult er auf dem Ergometer seine 30 bis 40 Kilometer in recht harter Gangart herunter, im Sommer sitzt er nachmittags fast täglich seine zwei bis drei Stunden im Sattel, um sich auf der Rennmaschine oder dem Mountainbike auszupowern. Früher ist er mehr gelaufen, heute joggt er fast nur noch im Urlaub. Ausgedehnte Strandläufe zählen dann zu den besonderen Highlights.

Und das Lesen kommt auch keineswegs zu kurz So verschlingt er nach eigenen Angaben mit Akribie alles, was er von Immanuel Kant in die Finger bekommt. Brauns Themenspektrum ist reicht von der Wirtschaft über die militärische Rüstung und die Luft- und Raumfahrt bis hin zur Ornithologie und zum Garten.

Greifvögel und Garten bilden weitere Interessenschwerpunkte von Braun. Braun ist sich sicher, vor zwei Jahren die richtige Entscheidung getroffen zu haben, nicht noch einmal zu kandidieren. Ruhestand heißt jedoch für ihn nicht Müßiggang: „Wenn ich Glück habe und gesund bleibe, erlebe ich bestenfalls noch gute 20 Jahre“, betont er, „aber die Zeit läuft letztendlich gegen mich.“ Also muss man sie nutzen. Und das tut der frühere Wadgasser Gemeindechef nach besten Kräften – möglichst ohne unnötige Kontroversen und Auseinandersetzungen.


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