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Das Gymnasium am Stadtgarten in Saarlouis feierte am Samstag seinen 325. Geburtstag





Saarlouis
Alles bleibt anders oder die Liebe, die im Quadrat wächst
Das Gymnasium am Stadtgarten in Saarlouis feierte am Samstag seinen 325. Geburtstag

13. Juni 2016, 02:00 Uhr
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Happy Birthday: SGSler und derzeit prominentester Ex-Schüler eines Saarlouiser Gymnasiums, Kanzleramtschef Peter Altmaier, mit SGS-Leiterin Sabine Blatt. Foto: Hartmann Jenal Foto: Hartmann Jenal
Schülerinnen und Schüler des Stadtgarten-Gymnasiums Saarlouis musizierten, Gäste aus der Politik brillierten, und fast 400 Gäste applaudierten: Das Stadtgarten-Gymnasium Saarlouis feierte seinen 325.
Der Lateiner ist gebildet, man weiß es, und Landrat Patrik Lauer, Zögling des Stadtgarten-Gymnasiums Saarlouis (SGS, Abi 84) bestätigte es beim Festakt zum 325. Geburtstag des SGS: „Ich habe in Latein gelernt, zu allem was Intelligentes zu sagen.“ Ex nihilo nihil, zum Beispiel, zu Deutsch: Von nichts kommt nichts. Das mag Fazit dieser Feier am Samstag in Vereinshaus Fraulautern sein. Schon entscheidend, was einem die Schule so mitgibt fürs Leben. Lauer erinnerte sich zum Beispiel daran, die Hausaufgaben meist im Bus gemacht zu haben. Stargast Peter Altmaier, Abi 78 am SGS, heute Kanzleramtschef, hat sie oft im Park gemacht, wie Lauer alles in 40 Minuten. Das, sinnierte er, habe ihn wie Lauer vermutlich trainiert, unter Druck schnelle Entscheidungen zu treffen. Vielleicht schafft Altmaier sein Pensum aber auch, weil er rechtzeitig auswendig lernen musste. Er deklamierte aus dem Kopf „Die Zwerge in Pinneberg“, 85 Zeilen von August Kopisch, gelernt am SGS. Oder trainierte er Diplomatie, als er dem Direktor raffiniert die allererste SGS-Klassenparty mit Mädchen abhandelte? Es wurde viel gelacht beim Geburtstagsfest mit 400 Gästen, „sowas wie ein Familienfest bei einer mehr oder weniger geliebten Tante“, wie Lauer erklärte. Altmaier: „Dieses Jubiläum ist einer der schönsten Termine, die ich in meinem politischen Leben haben durfte.“ Und überhaupt, er sei „total beeindruckt“, wenn er bei Schulbesuchen erlebe, wie stark sich Schüler und Lehrer heutzutage in den Unterricht einbringen. Er selbst verdanke seine SGS-Zeit dem damals gerade im Saarland starken „Wunsch nach Bildung“. Nicht vergessen hat er, wie einer seiner Lehrer, Richard Meier, diese soziale Gleichberechtigung definiert habe: Die sei nicht erreicht, wenn der Sohn des Bergmanns Apotheker werden könne, sondern auch der Sohn des Apothekers Bergmann.

OB Roland Henz hatte zuvor zu seinem persönlichen „Makel“ gestanden, „kein Schüler des SGS gewesen zu sein“, das Mitleid nehme er dem Publikum aber nicht ab. Das SGS habe in 325 Jahren die Stadt, nur wenige Jahre vorher gegründet, begleitet. „Es ist also nicht wegdenkbar.“

Das SGS darf die „kritischen und selbstständigen jungen Menschen als großes Kompliment verstehen“, sagte Bildungsminister Ulrich Commerçon über „dieses wunderbare Gymnasium“. Zwei davon, Florian Friedrich und Julie Borgeest begrüßten mit Elternsprecherin Barbara Eckel die Gäste. Julie Borgeest erzählte, ihre Schwester, Vater und Opa seien SGSler. Es sei das einzige verbliebene humanistische Gymnasium im Saarland, habe als einziges einen Griechischzweig. Julie zitierte griechisch, dann deutsch: „Alles bleibt anders“.

Daraus kann werden, was Schulleiterin Sabine Blatt aus einer SGS-Bierzeitung von 1912 zitierte: „Die Liebe zum Gymnasium wächst im Quadrat zur Entfernung.“




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