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Das Bommel-Fieber breitet sich aus





Saarlouis
Das Bommel-Fieber breitet sich aus
Von  Sarah Konrad, 
22. April 2017, 02:00 Uhr
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Damit die Bommel-Mützenträger keine kalten Ohren bekommen, näht Oma Tildchen das Fleece ein. Mit 94 Jahren ist sie die Älteste im Team.
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Moritz Bender ist der Chef von pinkbommel. Er hat die Firma vor zehn Jahren gegründet. Seine Freundin Anne unterstützt ihn. Fotos: Oliver Farys
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Die Mützen-Manufaktur wäre ohne Mama Margot undenkbar. Sie häkelt nicht nur, sondern ist vor allem für die Stickereien zuständig.
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Papa Hans arbeitete früher einmal bei der Bank. Er kennt sich mit Finanzen also bestens aus und kümmert sich daher um die Buchhaltung.

Vor zehn Jahren gründete Moritz Bender die Mützen-Manufaktur pinkbommel. Inzwischen hat die Firma in Picard eine große Fangemeinde.

Moritz Bender liebt die Geschwindigkeit. Im Winter rast er auf Skiern die Pisten hinunter. Im Sommer düst er auf seinem Mountainbike durch den Wald. Doch ausgerechnet eine Gruppe älterer Damen hat ihn aus ihrem Team geworfen. Der Grund: Moritz ist zu langsam. Er hält die Produktion auf. „Sie häkeln alle so schnell, da kann ich nicht mithalten“, erzählt er und lacht. Der 32-Jährige konzentriert sich daher lieber voll und ganz aufs Marketing seiner Firma pinkbommel.

Seit zehn Jahren existiert der kleine Familienbetrieb mit Sitz in Picard schon. Moritz und seine Mitarbeiter haben sich darauf spezialisiert, gehäkelte, mit Stickereien und Bommel versehene Wollmützen herzustellen. In Handarbeit produzieren sie mehrere Artikel pro Tag. Zu ihren Kunden zählen neben Einzelpersonen auch Läden in Deutschland, Österreich und den USA.

Die Geschichte der Bommel-Mütze startete in Innsbruck. Dort studierte Moritz Sportmanagement und Betriebswirtschaft, war nebenbei Skilehrer. „Ich habe meine Mutter gebeten, mir eine auffällige Mütze zu häkeln, damit die Kinder mich besser erkennen können“, erinnert er sich. Das bunte Teil mit dem pinken Bommel gefiel auch seinen Freunden. „Mich haben viele Leute gefragt, wo ich diese Mütze her habe.“ So entstand allmählich die kleine Firma. Den Namen pinkbommel – angelehnt an das erste Modell – ließ Moritz im Jahr 2007 urheberrechtlich schützen. Er gestaltete eine Webseite, machte Werbung und gewann 2010 den „BrandNew Award“ für junge Firmen auf der Internationalen Sportmesse Ispo in München. 2013 hat pinkbommel den zweiten Platz bei einem Förderpreis der Handwerkskammer belegt. Ein Preis für innovatives und kreatives Handwerk.

„Alleine hätte ich das alles nie geschafft. Zum Glück unterstützen mich viele fleißige Menschen“, sagt Moritz. Er arbeitet hauptberuflich am Olympiastützpunkt (Deutsche Hochschule für Prävention und Gesundheitsmanagement DHfPG) in Saarbrücken, die Mützen-Manufaktur betreibt er nebenbei. Vor allem während der Woche halten Familienmitglieder das Geschäft am Laufen. Dazu gehören Mama Margot, Papa Hans, Oma Tildchen und Freundin Anne. Die Aufgaben sind fest verteilt: Die Frauen häkeln, ein paar ältere Damen aus dem Bekanntenkreis helfen ihnen dabei. Mutter Margot kümmert sich zudem um die Stickereien. Großmutter Tildchen, 94 Jahre alt, näht das Fleece ein. Und Vater Hans, ein früherer Banker, ist für die Buchhaltung verantwortlich. Moritz betont, dass alle Mützen Unikate sind. Sie kosten zwischen 30 und 70 Euro.

Da sich Kunden immer wieder auch andere pinkbommel-Accessoires gewünscht haben, hat das Team seine Produktpalette erweitert. Als die Saarbrücker Zeitung 2012 schon einmal über das Unternehmen berichtete, arbeiteten Moritz und seine Helfer an einer Mütze mit abnehmbarem Bommel. „Die gibt's inzwischen“, verrät er. Auch Stirnbänder, Schals, Basecaps, Fahrradtrikots, Anhänger, Baby-Strampler, Lätzchen und Tiroler-Hüte fürs Oktoberfest gehören mittlerweile zum Programm. Fair-Trade-Artikel sollen noch dazukommen.

„Wer Ideen für weitere Produkte oder Designs hat, kann sich gerne an uns wenden“, sagt Moritz. Die meisten Artikel würden die Kunden ohnehin selbst entwerfen. Sie können über Facebook oder die Firmenwebseite bestellen und angeben, wie ihre Mütze aussehen soll. „Die Jüngeren wollen oft knallige Farben, die Älteren mögen es eher schlicht“, berichtet Moritz. Er erklärt, dass pinkbommel zwar eine Standard-Kollektion habe, aber „jeder seinen Senf dazugeben kann“.

Durch diesen Austausch hat sich inzwischen eine große pinkbommel-Gemeinschaft entwickelt. „Viele Kunden sind zu Freunden geworden“, sagt der Firmenchef. Sie treffen sich regelmäßig zum Radfahren. Ein bis zweimal pro Jahr reise die pinkbommel-Fangemeinde zudem ins Skigebiet nach Ischgl, erzählt Moritz. Er freut sich sehr, dass viele Kunden nicht nur seine Mützen-Leidenschaft teilen – sondern wie er auch die Geschwindigkeit lieben.

 

Zum Thema:

 

pinkbommel braucht noch Unterstützung Das pinkbommel-Team ist immer auf der Suche nach Häklern und Häklerinnen. Wer Lust hat, kann sich über die Webseite oder Facebook bei Moritz melden. www.pinkbommel.de www.facebook.com/ pinkbommel




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