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Warnstreik bei Ford und Zulieferern

Saarlouis


Von SZ-Redakteur Johannes Werres, 07.05.2013 17:35
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Vor den Toren von Ford: Nach Angaben der Gewerkschaft IG Metall traten gestern rund 3500 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in den Warnstreik. Foto: Thomas Seeber

Saarlouis. Von 9 bis 11 Uhr ruhte gestern nach Angaben der IG Metall die Produktion bei Ford Saarlouis und in zwölf Zuliefer-Betrieben in der Umgebung. Die Streikenden trafen sich vor dem Ford-Werk. Mindestens 3500 Männer und Frauen waren das nach Schätzung der IG Metall, und ihre Plakate und Transparente zeigten unmissverständlich, wofür sie warnstreiken: 5,5 Prozent mehr Lohn. Tarifvertrag und Friedenspflicht sind Ende April abgelaufen. Das Angebot der Arbeitgeber sei keins, befand der 1. Bevollmächtigte der IG Metall Völklingen, Robert Hiry: Zwei Monate ohne Tariferhöhung, dann 2,3 Prozent auf 13 Monate. Aber: "Es gibt keinen Grund zur Lohnzurückhaltung." Hiry, der stellvertretende Betriebsratsvorsitzende von Ford, Markus Thal, und der Betriebsratsvorsitzende von Stadco, Joachim Szygula, stellten die Tarifforderung in einen gesamtwirtschaftlichen Rahmen: Nicht nur sei das Leben teurer geworden, angemessener Lohn kurble auch die Binnennachfrage an. Die brauche man, nicht zuletzt auch, damit Ford seine Autos in Deutschland verkaufen könne.

Unter den warnstreikenden Zulieferern, die im Nieselregen antraten, waren auch Mitarbeiter des Schraubenherstellers Nedschroef aus Fraulautern. Hiry: "Das ist der größte Warnstreik in der 200-jährigen Geschichte dieses Werks." Auch Drahtcord-Mitarbeiter aus Merzig waren dabei, "obwohl", sagte Hiry, "die derzeit um ihre Arbeitsplätze fürchten".

Die Zulieferer sind in der Regel über unterschiedliche Formen an den Tarifvertrag der IG Metall gebunden.

Andere Belegschaften hatten Delegationen geschickt: darunter auch die Vertrauensleute der Dillinger Hütte, ZF und Johnson Controls Headliner.

Die IG-Metaller betteten ihre Forderung in aktuelle Zusammenhänge ein: Hiry: "Wir verurteilen Steuerhinterziehung, wir sind anständige IG Metaller, wir zahlen unsere Steuern." Markus Thal stellte infrage, ob die Vermögensverteilung in Deutschland noch der Verfassung entspreche. Thal mit Blick auf die Belegschaften: "Millionen sind stärker als Millionäre".

Gestern verhandelten die Tarifparteien in Baden-Württemberg, heute verhandeln sie in Bayern; beide Bezirke könnten mit Pilot-Funktion für die anderen abschließen. Am Montag geht es für die "Mittelgruppe" (Hessen, Rheinland-Pfalz, Saarland) weiter. Warnstreiks hat es nach Angaben von Hiry bereits in 650 Betrieben in Deutschland gegeben. "Millionen sind stärker als Millionäre."

Markus Thal, stellvertretender Betriebsratschef bei Ford Saarlouis

 

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