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Die Gemeinde Rehlingen-Siersburg hat heimischen Orchideen-Arten einen Kalender gewidmet





Siersburg
Blumige Aussichten für 2017
Die Gemeinde Rehlingen-Siersburg hat heimischen Orchideen-Arten einen Kalender gewidmet

Johannes A. Bodwing,  01. Dezember 2016, 02:00 Uhr
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Den Jahreskalender 2017 „Orchideen aus dem Niedtal“ präsentierten (von links) Orchideenexperte Hubertus Jacobs, Bürgermeister Martin Silvanus, Iris Mechenbier-Münz, Umweltbeauftragte der Gemeinde, Orchideenliebhaber Berthold Forse sowie der Ideengeber des Kalenders, Dr. Martin Hoffmann. Foto: Johannes A. Bodwing

Foto: Johannes A. Bodwing
Orchideen sind ziemlich clever, aber ehrlich sind sie nicht. Denn sie können Hormone von Insekten nachahmen. Das ist nur eine von zahlreichen Besonderheiten der beliebten Blume, der jetzt ein Kalender gewidmet wird.

Sie sind winzig, und sie sind riesig. Sie wachsen in Grönland, in den Tropen, im Flachland und in den Bergen. Orchideen sind sozusagen Weltbürger unter den Blütenpflanzen. Besonderen heimischen Arten hat die Gemeinde Rehlingen-Siersburg nun einen Kalender gewidmet. 13 Motive zeigt der Jahreskalender 2017.

Die Idee dazu hatte der Allgemeinmediziner und Orchideenkenner Dr. Martin Hoffmann, erläuterte am Dienstagabend Bürgermeister Martin Silvanus im Sitzungssaal des Rathauses. Aber immer wieder seien andere Themen dazwischen gekommen, sagte Silvanus. Nun endlich zieren Orchideen den großformatigen Kalender der Gemeinde.

„Was Orchideen machen, ist eine betrügerische Täuschung“, sagte Orchideen-Experte Hubertus Jacobs in einem Vortrag. Diese Pflanze ahme Hormone von Insekten nach und deren Form. Eine davon, die Hummel-Orchis, komme auch recht häufig im Niedtal vor. Etwa 30 000 Arten seien es weltweit. Der Mensch habe weitere 50 000 durch Züchtung geschaffen. Für Europa gehe man von etwa 250 Arten aus.

„Ich habe 29 Arten in der Gemeinde gefunden“, sagte Hoffmann, der auch alle seine Funde fotografiert. 13 davon sind im Jahreskalender enthalten, zu dem Bernhard Rupp und Berthold Forse Bilder beigesteuert haben. Abgebildet sind unter anderen das Übersehene Knabenkraut, die Grünliche Waldhyazinthe und die Bocks-Riemenzunge. Über deren Standorte wollen die Pflanzenexperten jedoch nichts sagen. Denn „Orchideen stehen unter Naturschutz“, sagte Hoffmann. Aber es gebe Leute, die sie pflücken oder ausgraben. Zum Abschluss berichtete er über Orchideen im österreichischen Galtür. Dort findet man sie bis auf 4000 Meter hinauf.

Der Kalender „Orchideen aus dem Niedtal“ liegt mit 150 Exemplaren vor.

Erhältlich ist er für 8,50 Euro am Infostand des Rathauses in Siersburg sowie in der Praxis von Dr. Martin Hoffmann, Lothringer Straße 72, Hemmersdorf.

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