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Brennereien präsentieren sich und ihre Erzeugnisse





Rehlingen-Siersburg
Im Auftrag des guten Geschmacks
Brennereien präsentieren sich und ihre Erzeugnisse

Johannes A. Bodwing,  18. Oktober 2016, 02:00 Uhr
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Norbert Adam vom Pehlinger Hof bei Gerlfangen lässt sanft gebrannten Schnaps in einen Edelstahleimer fließen.
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Christian Schütz in Niedaltdorf erklärt Besuchern die Kunst des Schnapsbrennens. Fotos (4): Johannes A. Bodwing
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Alex Scholtes in Fürweiler reinigt die Brennanlage für den nächsten Durchgang.
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Aus zahlreichen Obstsorten machen Alwis und Martina Konter in Fremersdorf wohlschmeckende Brände.

Nicht kratzen und nicht brennen, sondern schmecken sollen heute die Schnäpse. Wie das geht, zeigten am Sonntag vier Brennereien beim „Tag der offenen Brennerei“ in der Gemeinde Rehlingen-Siersburg.

„Wir machen das jetzt seit Anfang der 80er Jahre“, sagte Norbert Adam, Inhaber des Pehlinger Hofes bei Gerlfangen, am Sonntagnachmittag. Die Anlage aus glänzendem Messing und silbrigem Edelstahl steht hinter einer großen Glasscheibe. Gäste können von Tischen in der angrenzenden Gaststätte aus zuschauen. „Jetzt sind Mirabellen drin. Das dauert etwa 90 Minuten, bis der Schnaps läuft. Aber wir brennen alles, was es in der Umgebung an Sorten gibt. Zum Beispiel auch Apfel, Birne und Zwetschge.“

Ein Prüfer des Hauptzollamtes Saarbrücken machte an diesem Tag die Runde. „Eine Brennerei war immer ein zusätzliches Standbein in der Landwirtschaft“, erklärte er, „als Vermarktung des nicht marktfähigen Obstes.“ In früheren Zeiten habe man unter anderem Marmelade gemacht und Säfte. Nur was dafür nicht geeignet war, kam als Maische in den Kessel.

Um die 100 Liter Maische verarbeiten jeweils die vier geöffneten Brennereien. „Grob kann man ein Verhältnis von eins zu zehn rechnen“, erklärte Alex Scholtes in Fürweiler. Dann komme man auf etwa zehn Liter brauchbare Flüssigkeit. Der Vorlauf wird entsorgt. Der geht in die Nase wie Lösungsmittel, als Scholtes einen Becher davon hoch hält. Das Zeug ist auch giftig und wird bei schwarz gebrannten Produkten immer wieder zum Gesundheitsproblem.

Draußen standen Erntemaschinen neben Kisten voller Äpfel und blauen Fässern mit Maische. Darunter eine Kunststoffplane, die wie ein umgedrehter Schirm um einen Baum gelegt wird. „Mit Hilfe des Traktors wird der Baum geschüttelt“, sagte Scholtes. Aber die Ernte sei in diesem Jahr nicht so gut gewesen. Andere Maschinen entfernen die Steine im Obst, Stiele und Kerngehäuse. Das verbessere den Geschmack des Endproduktes. Alex und Andreas Scholtes führen die Brennerei in der dritten Generation.

Beinahe schon ein kleines Dorffest war die offene Brennerei von Christian Schütz. Biergarnituren standen auf der Straße vor der Einfahrt, im Hof ging es weiter mit Kaffeezelt und Flammkuchen sowie Apfelverkauf aus großen Holzkisten. Diese Brennerei geht zurück bis ins 18. Jahrhundert. Schütz übernahm sie Anfang der 1990er Jahre von seinem Schwiegervater. Heute steht dort eine moderne Anlage, gegenüber der Verkaufsladen voller Flaschen.

In den Räumen der Brennerei Martina Konter am Ortsrand von Fremersdorf duftete es nach Brot. Ehemann Alois war ehemals Bäcker und hatte extra für den Tag Sauerteigbrote im Steinofen gebacken. „Die Brennerei habe ich meiner Frau geschenkt“, erzählte er. Von Nunkirchen sei die Anlage, die seit rund 22 Jahren hier betrieben werde. „Man muss Zeit und Gefühl haben“, bestätigte Konter die Aussagen seiner Kollegen. „Es darf nicht darum gehen, dass der Eimer voll wird.“ Gerade mal vier Liter holte er aus dem letzten Brand des Tages heraus. „Das sind 60 Volumenprozent, und die schmecken.“ Denn der Kunde wolle heute den runden Fruchtgeschmack.



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