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Ex-DFB-Sprecher Stenger plaudert in Aschbach über seine Jahre mit der Nationalelf – Roter Kopf bei Völlers Wutrede





Aschbach
Von Saunagängen und der Petze Poldi
Ex-DFB-Sprecher Stenger plaudert in Aschbach über seine Jahre mit der Nationalelf – Roter Kopf bei Völlers Wutrede

Von  David Benedyczuk, 
30. November 2016, 02:00 Uhr
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Harald Stenger mit Thorsten Klein (links) und Christian Benick (rechts), den Initiatoren der Veranstaltung. Foto: verein

Foto: verein
Harald Stenger war bei sechs großen Turnieren Pressechef des DFB und so dicht an der Nationalelf dran wie kaum ein anderer – einer wie er hat eine Menge zu erzählen. Das tat er nun in Aschbach.

Es gibt keine Mikrofone und weniger Foto-Apparate. Doch ansonsten ist vieles wie früher. Die Leute hören ihm aufmerksam zu. Harald Stenger war von Juli 2001 bis August 2012 DFB-Mediendirektor und Pressesprecher der Nationalelf. An diesem Abend berichtet der 65-Jährige den Gästen im Clubheim des SV Aschbach ausgiebig von seinen Erlebnissen. „Blau-weißes Sofa“ heißt die neue Veranstaltungsreihe, mit der der Förderkreis „Club 1920“ neue Freunde für die SG Thalexweiler-Aschbach gewinnen möchte.

Löw ist kein „Suppenkasper“

Der Abend mit Stenger war die Premieren-Veranstaltung dieser Reihe. Und auch wenn er statt auf einem „blau-weißen Sofa“ auf einer profanen Bank Platz nehmen musste, hatte er viele Anekdoten zu erzählen: Etwa wie er die Nationalspieler mehr und mehr für finnische Dampfbäder begeisterte: „Ich bin langjähriger Saunagänger, kann da gut relaxen. Daraus hat sich dann eine echte Sauna-Gemeinschaft mit Lukas Podolski, Tim Wiese und Co. entwickelt“, sagt Stenger. „Das war zumeist sehr lustig. Dabei war immer klar: Nichts verlässt den Raum.“

Auch „Poldi, die alte Petze“, wie Stenger seinen Sauna-Spezi lachend tituliert, hielt sich an das ungeschriebene Gesetz. Eskapaden, wie es sie früher etwa bei der „Flucht aus Malente“ gab, kamen nicht mehr vor. „Ich habe es nie live erlebt, dass ein Spieler nachts unterwegs war“, sagt Stenger.

Der Bundestrainer war sowieso tabu. „Suppenkasper-Anschläge“ à la Uli Stein (der so 1986 Teamchef Franz Beckenbauer beleidigte) waren unter Rudi Völler, Jürgen Klinsmann und Jogi Löw, die der Ur-Frankfurter in seinen elf Jahren begleitete, undenkbar. „Die Spieler haben auch mal die Ohren hängen lassen. Über den Trainer wurde aber nie gelästert“, betont Stenger.

Dass es der DFB-Elf deshalb an Typen mangele, findet der langjährige Sportchef der Frankfurter Rundschau nicht: „Jeder, der es in die Nationalelf schafft, muss irgendwo ein Typ sein.“ Zudem führe die Dauerüberwachung durch die Medien dazu, „dass die Fußballer zunehmend vorsichtig werden“, so Stenger, der selbst nur „für den Hausgebrauch“ kickte.

Roter Kopf bei Völlers Wutrede

Verbale Auswüchse hat aber auch er erlebt. Unvergessen bleibt Völlers Wutrede nach dem 0:0 im September 2003 in Island. „Ich war auf dem Weg von der Mixed Zone zur Pressekonferenz, als ich den Rudi plötzlich schreien höre. Ich ging zum Studio, dachte mir nichts Böses. Als ich sah, dass das rote Lämpchen der Kamera aufleuchtet, wurde mein Kopf so rot wie dieses Lämpchen“, erzählt Stenger. Daran, das Interview zu unterbrechen, habe er nicht gedacht. Dann wäre der Aufruhr wohl noch größer gewesen. „Ich habe nur zu Rudi gesagt: Komm mal runter! Und dass er in der PK bitte ruhig und sachlich antworten soll.“

Als Pressesprecher habe er „viel Schönes erlebt“ und „die ganze Welt gesehen“. Doch nach etlichen Arbeitstagen „von 7 bis 23 Uhr“ sagt Stenger inzwischen: „Heute genieße ich es, den Zirkus nicht mehr zu haben.“



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