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Piesbacher Gemeinderat soll nun entscheiden, ob der Baum tatsächlich geschützt wird





Piesbach
Alte Eiche hat Denkmal-Potenzial
Piesbacher Gemeinderat soll nun entscheiden, ob der Baum tatsächlich geschützt wird

Von SZ-MitarbeiterinCarolin Merkel,  18. Mai 2013, 00:00 Uhr
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Wenn es nach dem Wunsch der Familie Speicher in Piesbach geht, soll der knapp 20 Meter hohe, etwa 120 Jahre alte Baum auf ihrem Grundstück schon bald zum Naturdenkmal werden. Foto: Carolin Merkel Foto: Carolin Merkel
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Eine echte Landmarke ist sie jetzt schon. Vielleicht wird die 120 Jahre alte Stieleiche, die auf dem Grundstück der Familie Speicher steht, zu einem Naturdenkmal erklärt. Das wünscht sich die Familie in Piesbach


 
Manchmal braucht es gar nicht so viel Aktionismus, um gleichzeitig Tier-, Umwelt- und Naturschutz zu betreiben. Vielmehr reicht es, wie im Fall der Familie Speicher aus Piesbach, einfach aus, den Dingen ihren Raum zu lassen. So wie der etwa 120 Jahre alten Stieleiche, die schon seit Generationen auf dem Grundstück der Speichers in aller Ruhe wachsen und gedeihen kann. Einen Schnitt hat der Baum, wie bei Eichen üblich, nie erfahren, das Altholz wirft der Baum ab, wie sein Besitzer erklärt.

Dass der in die Jahre gekommene, knapp 20 Meter hohe Baum absolut vital und zudem mit seiner Krone, die einen Durchmesser von 18 Metern hat, noch schön gewachsen ist, hat Hans-Josef Speicher nun sogar schwarz auf weiß.

Ein Gutachten der Firma Ökoplan aus Trier empfiehlt in seinem Fazit, den „vitalen, verkehrssicheren und zukunftsfähigen Baum, auch wegen seiner fehlerfreien Form und der herausragenden standortprägenden Erscheinung als Naturdenkmal“ unter Denkmalschutz zu stellen.

„Nachdem viele Wanderer, aber auch die Leute aus der Nachbarschaft immer wieder unseren Baum bewundert haben, hatte ich die Idee, ein Gutachten anfertigen zu lassen und so die Weichen zur Ausweisung als Naturdenkmal zu stellen“, sagt Speicher. Das liegt inzwischen auch den Gemeinderatsmitgliedern in Nalbach vor. Sie sollen in ihrer Sitzung entscheiden, ob der Wunsch der Familie in Erfüllung geht.

„Zwar steht der Baum im Moment auf unserem Grundstück, keiner kann ihm zu nahe rücken, doch wir denken auch an die Zukunft. Und da wollen wir, dass dieser Baum, der so viel für seine Umwelt geleistet hat, auch für die nachfolgenden Generationen erhalten bleibt.“ Dass er entlang des bei Wanderern beliebten Panoramawegs liegt, ist für Speicher nur ein Nebeneffekt. Denn, so erklärt er, vor allem die ökologische Leistung, die dieser Baum vollbringt, sei beeindruckend. Zum einen bietet die dichte Krone Lebensraum für zahlreiche Vogelarten, Schmetterlinge, Käfer, Insekten, aber auch Eichhörnchen fühlen sich sehr wohl. Im Bereich der Wurzeln gibt es eine Vielzahl von Pilzen, mit denen die Eiche eine symbiotische Koexistenz führt.

Das wichtigste Argument für den Schutz dieses außergewöhnlichen Baumes sieht Speicher in den biochemischen Prozessen. „Da ist zum einen die Sauerstoffproduktion, die den Bedarf von elf Menschen deckt. Der Baum reguliert die Luftfeuchte, dämmt den Schall, reduziert die Windgeschwindigkeit und filtert Staub und Abgase“, erläutert er. Schließlich hat Speicher mit dem jährlichen Verbrauch von 9,8 Tonnen Kohlendioxid noch ein Ass im Ärmel. „Die Gemeinde hat sich auf die Fahne geschrieben, Null-Emissions-Gemeinde zu werden. Allein unser Baum verarbeitet das CO von drei Ölheizungen zu wertvollem Sauerstoff“, sagt er abschließend.

Der Tipp für diesen Artikel kam von Leser-Reporter Hans-Josef Speicher aus Piesbach. Wenn Sie Interessantes zu erzählen haben, hinterlassen Sie eine Sprachnachricht unter der Telefonnummer (06 81) 5 95 98 00, senden Sie eine E-Mail an leser-reporter@sol.de oder nutzen Sie unser Onlineformular.

saarbruecker-zeitung.de/

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