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US-Militär will Groß-Krankenhaus nahe Ramstein bauen

22.01.2010 00:15
Mainz/Landstuhl. Die US-Streitkräfte planen einen Neubau ihres größten Militärkrankenhauses außerhalb der USA im pfälzischen Weilerbach. Dies teilte der rheinland-pfälzische Ministerpräsident Kurt Beck (SPD) nach einem Gespräch mit dem Oberkommandeur des US-Heeres in Europa, General Carter F. Ham, gestern in Mainz mit
Mainz/Landstuhl. Die US-Streitkräfte planen einen Neubau ihres größten Militärkrankenhauses außerhalb der USA im pfälzischen Weilerbach. Dies teilte der rheinland-pfälzische Ministerpräsident Kurt Beck (SPD) nach einem Gespräch mit dem Oberkommandeur des US-Heeres in Europa, General Carter F. Ham, gestern in Mainz mit. Das neue Hospital soll das alte Militärkrankenhaus im nahe gelegenen Landstuhl ersetzen. Ham habe dem US-Verteidigungsministerium einen Neubau mit einem Investitionsvolumen von mehr als einer Milliarde Dollar in Weilerbach empfohlen. Noch steht die politische Entscheidung aus. Diese werde "voraussichtlich im Februar durch den US-Kongress erfolgen", so die Staatskanzlei.

2008 hatten die US-Amerikaner noch erklärt, das 1953 erbaute Krankenhaus für rund 277 Millionen Euro (405 Millionen US-Dollar) ausbauen zu wollen. Ein Umzug auf das ehemalige US-Munitionsdepot in Weilerbach hätte den Vorteil, dass es unmittelbar an den US-Flugplatz Ramstein angrenzt - und nicht wie jetzt - kilometerweit entfernt ist.

Das Hospital Landstuhl ist die zentrale medizinische Anlaufstelle für US-Militärangehörige und deren Familien in Europa, im Nahen Osten und Afrika. Seit Ende 2001 wurden hier auch über 55 000 US-Patienten aus den Einsatzländern Afghanistan und dem Irak behandelt.

Beck betonte, es gebe unabhängig von der Entscheidung für einen Aus- oder Neubau des Krankenhauses "eine Riesenchance für die Bauindustrie und die nachhaltige Sicherung von Arbeitsplätzen im Land". Aus seiner Sicht spreche vieles für den Standort Landstuhl, er könne aber auch die Argumente für einen Umzug ins benachbarte Weilerbach nachvollziehen.

Bei einem Treffen von Bürgermeistern in der Region Kaiserslautern und US-Militärangehörigen sei erklärt worden, dass ein Neubau auch mit einem neuen ambulatorischen Zentrum auf dem Luftwaffenstützpunkt verbunden werden könne, sagte der Landstuhler Bürgermeister Klaus Grumer (CDU). Er sieht für Landstuhl "eine große Chance, wenn die gesamte Fläche der Liegenschaft frei wird". Ein Umzug habe auf jeden Fall "große Auswirkungen auf die Zukunft" der Gemeinde.

2008 war noch die Rede davon, dass die Bauarbeiten in Landstuhl 2011 beginnen und 2014 abgeschlossen werden sollten. Unter anderem war ein fünfstöckiger Turm für 120 neue Patientenbetten geplant. Beim Militärkrankenhaus sind rund 3000 Menschen beschäftigt. In der Pfalz leben insgesamt rund 45000 US-Amerikaner. dpa

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