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Fahnder setzen auf Videoüberwachung





Saarbrücken
Fahnder setzen auf Videoüberwachung
21. März 2017, 02:00 Uhr
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Innenminister Bouillon meldet bei Vorstellung der Kriminalstatistik Einigung mit Stadt Saarbrücken.

Die Nachricht, die Innenminister Klaus Bouillon (CDU) am Montag anlässlich der Vorstellung der Kriminalstatistik für das Jahr 2016 verkündete, überraschte sogar die Spitze der saarländischen Polizei: Verantwortliche der Landeshauptstadt Saarbrücken und des Innenministeriums haben sich im Rahmen einer Sicherheitspartnerschaft nach längerer Debatte auf einen Feldversuch zum Einsatz der Videoüberwachung in Saarbrücken im Areal Johanneskirche und Rathaus sowie am Hauptbahnhof geeinigt. „Wir brauchen in diesen Bereichen die Videoüberwachung“, betonten Landespolizeipräsident Norbert Rupp und der leitende Kriminaldirektor Harald Schnur.

Der Kripochef lieferte zudem Zahlen für den Schwerpunkt der Straßen- und Drogenkriminalität im Umfeld der Johanneskirche. Die 2016 dort registrierten Delikte beschäftigten unter anderem eine eigene Ermittlungsgruppe (EG), die teils verdeckt arbeitete. Im Vergleich zum Jahr 2015 stiegen die Fälle von 52 auf 137 Straftaten. Und 2017 wurden dort bereits in den ersten Monaten fünf Gewaltdelikte, davon zwei versuchte Tötungsdelikte. Die Botschaft der Beamten: Durch eine frühere Einigung auf die Videoüberwachung wären vielleicht einige Fälle mehr geklärt. Bouillon geht davon aus, dass in zwei bis drei Monaten an zwei Standorten im Umfeld der Johanneskirche die Kameras in Betrieb gehen. Am Hauptbahnhof sollen nach einer Ausschreibung in einem halben Jahr 35 Kameras installiert sein.

Neben diesen „guten Nachrichten für die innere Sicherheit im Land“ liest Bouillon weitere positive Signale aus der Kriminalstatistik. Polizeichef Rupp spricht „von Licht und Schatten“ in der Statistik. Mit 76 981 Straftaten wurden 1,3 Prozent oder 1012 Fälle weniger als im Vorjahr registriert. Gleichzeitig stieg die Aufklärungsquote auf 58,3 Prozent (2015: 57,2 Prozent) und das Risiko, im Saarland Opfer einer Straftat zu werden, verringerte sich um zwei Prozent. Die Häufigkeitszahl (Opfer von Straftaten pro 100 000 Einwohner) wird mit 7732 angegeben. Bereinigt um ausländerrechtliche Verstöße, wie etwa illegale Einreisen, die in Zusammenhang mit der Flüchtlingswelle automatisch anfielen, liegt die Zahl der registrierten Straftaten bei 70 047 Fällen, die Aufklärungsquote bei 54,2 Prozent und die Häufigkeitszahl bei 7036.

Als Resultat „erfolgreicher Arbeit unserer Polizei“ wertet er die Entwicklung im Bereich der Wohnungseinbrüche (siehe Grafik). 2016 wurden 1947 dieser Fälle gezählt, 20,01 Prozent weniger als 2015 (2437 Einbrüche). Gleichzeitig wurde die Aufklärungsquote in diesem Sektor um 3,4 Prozent auf 16,6 Prozent gesteigert. Gezielte Prävention und die Arbeit der Ermittlungsgruppe Wohnungseinbruch werden als Gründe dafür genannt. Kriminaldirektor Schnur verwies darauf, dass die Ermittlungsgruppe zwischenzeitlich von den „Kompetenzzentren“ Dillingen, Neunkirchen und Saarbrücken aus fahndet und jetzt alle Wohnungseinbrüche bearbeitet. Bis zur jüngsten Umstrukturierung kümmerten sich die Spezialisten hauptsächlich um Banden und Serien. Jetzt arbeiten sie auch mit Drogenermittlern Hand in Hand, um Einbruchsdelikte mit Beschaffungskriminalität als Hintergrund zu lösen. Für die Drogenkriminalität weist die Statistik übrigens einen deutlichen Anstieg von 2280 auf jetzt 2864 Fälle aus, was unter anderem auf die Arbeit der EG „Joki“ im Umfeld der Johanneskirche und auf gezielte Maßnahmen der Verkehrspolizei bei der Drogenerkennung am Steuer zurückzuführen ist.


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