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SZ-Leser-Reporter ärgert sich über betrügerische „Kaffeefahrt“





Nohfelden
SZ-Leser-Reporter ärgert sich über betrügerische „Kaffeefahrt“
mv,  16. August 2013, 00:00 Uhr
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SZ-Leser-Reporter Horst Seibert wurde zu einer typischen „Kaffeefahrt“ eingeladen. Mit dem Versprechen auf einen Preis von 999,70 Euro wurde er zu der Ausflugsfahrt gelockt – und musste letzten Endes selbst draufzahlen.


 
Horst Seibert aus Nohfelden erhielt kürzlich einen Brief der Firma Eventplanung in Berlin mit einer Einladung zu einer Ausflugsfahrt in den Naturpark Pfälzer Wald. Der Anbieter sicherte dem SZ-Leser-Reporter einen „ganz besonderen Preis“ und eine vorbildliche Abwicklung zu. Da in dem Schreiben von Bargeld-Gewinnen in Höhe von 999,70 Euro die Rede gewesen sei, habe er an der dreistündigen Reise nach Trippstadt teilgenommen.

Die 41 Teilnehmer seien von einem Herrn mit dem Namen Stefan und den Worten: „In Ihrem Brief wurden Ihnen 999,70 Euro versprochen. Ich setze voraus, dass sie nicht annehmen, dass ich mit 40 000 Euro in der Tasche herkomme“, begrüßt worden, schildert der SZ-Leser seine Erlebnisse. Stefan habe betont, dass dies aus rechtlichen Gründen keine Verkaufs-Veranstaltung sein dürfe, daher werde er nur Produkte der „Vital Vertriebs Gesellschaft“ vorstellen, die man kaufen oder buchen könne. Dazu gehörten eine Reise und ein Topf-Set.

Nach dem als kostenlos angepriesenen „Schlemmer-Menü“, einem Schnitzel mit Pommes, das er dann doch habe bezahlen müssen, sei eine „Gesundheits-Aufklärungs-Veranstaltung“ gefolgt, berichtet Seibert. Eine Dame, die für ein Forschungsinstitut zu arbeiten angab, habe ein Programm vorgestellt, dass viele Krankheiten heilen oder lindern werde. Zuerst sollte es über 2000 Euro, später noch 1700 Euro kosten.

Nach seiner Rückkehr habe Seibert die Firma angeschrieben und auf den Paragrafen 661 a des Bürgerlichen Gesetzbuches (BGB) hingewiesen, wonach Gewinnzusagen zu erfüllen sind und mit einer Anzeige gedroht. In dem Antwortbrief verweist deren Rechtsabteilung darauf, dass sie dem SZ-Leser keinen Bargeldgewinn zugesagt habe, sondern dieser vielmehr an einem Preisrätsel teilgenommen und einen Sachpreis in Form eines Wellness-Paketes gewonnen habe. Dieses sei ihm auf der Veranstaltung übergeben worden. Doch Seibert entgegnet, dass er bis heute keine Ahnung habe, was dies sein solle. Auch das auf der Einladung zugesicherte Schlemmer-Paket sei ihm verweigert worden, weil er keine der angebotenen Produkte erworben habe, sagt er.

Von einem „verständigen Verbraucher“ dürfe erwartet werden, dass er auch den klein gedruckten Text lese, wirft die Firma Seibert in ihrer Antwort vor. Um andere Leser vor dieser „Abzockmasche“ zu warnen, wandte er sich an unsere Redaktion.

Für Silke Schröder von der Verbraucherzentrale des Saarlandes ist das Erlebnis von Horst Seibert ein typisches Beispiel für eine Kaffeefahrt, vor denen die Zentrale seit Jahren warnt: „Das Muster ist immer gleich.“ Das Ziel der Anbieter sei nicht, dem Verbraucher etwas Gutes zu tun, sondern Umsatz zu erzielen.

Den Tipp für diesen Artikel bekamen wir von SZ-Leser-Reporter Horst Seibert aus Nohfelden. Wenn Sie auch Interessantes zu erzählen haben, wenden Sie sich per SMS/Fax an Tel. (06 81) 5 95 98 00 oder per Mail an: leser-reporter@sol.de.



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