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25 Rechtsextremen standen in Völklingen 150 Gegendemonstranten gegenüber



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Völklingen
Keine Eskalation bei Neonazi-Aufmarsch
25 Rechtsextremen standen in Völklingen 150 Gegendemonstranten gegenüber

sedi,  12. Mai 2014, 00:00 Uhr
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Gegner der Neonazis demonstrieren in Völklingen. Foto: Becker&bredel Foto: Becker&bredel
Der Neonazi-Aufmarsch der „Sturmdivision Saar“ am Samstag in Völklingen und die Gegendemonstration sind weitestgehend friedlich verlaufen. Bei Zwischenfällen mit Linksautonomen wurden drei Polizisten verletzt.
 
Anlässlich des 70. Jahrestages der Bombardierung Völklingens im Zweiten Weltkrieg hatten rechtsradikale Gruppierungen für Samstagnachmittag einen „Trauermarsch“ für die Opfer angekündigt. Von großem Polizeiaufgebot begleitet haben sich schließlich 25 Neonazis eingefunden, denen 50 Linksautonome und etwa 150 friedliche Gegendemonstranten gegenüber standen.

Günther Danninger (87) aus Völklingen hatte kein Verständnis für das Treiben saarländischer Rechtsradikaler. „Sturmdivision Saar? Was wollen die denn stürmen?“, lautete der Kommentar des Kriegsteilnehmers zur jüngsten Gruppierung von Neo-Nazis im Saarland. Danninger war am Samstagnachmittag Teilnehmer der Gegendemonstration, die aufgrund des rechtsradikalen Aufmarschs von verschiedenen Parteien und Gruppierungen, darunter SPD, Linke und Grüne, organisiert worden war. Am Wehrdener Platz fanden sich nach Polizeiangaben 150 Gegendemonstranten ein. Sie wurden begrüßt von Christoph Gottschalk (Bürgerinitiative gegen des Vergessen und die Gleichgültigkeit) sowie von Paul Ganster (Die Linke). Gottschalk sagte, die Rechtsradikalen würden sich mit dem Mantel der Opfer tarnen, um die wahren Täter, die Nazis, zu verherrlichen. Ganster wiederum wies in seiner Ansprache darauf hin, dass es bemerkenswert sei, dass der von den Rechten geplante Demonstrationsverlauf viermal an der Moschee vorbei führen sollte, obwohl es doch angeblich um die Bombenopfer des Zweiten Weltkriegs gehe.

Nach der Polizeikontrolle auf potenzielle Wurfgeschosse und Waffen setzte sich der Zug der Neonazis in Bewegung. Zur ersten kritischen Situation kam es, als der linksautonome Block den Neonazis Platz machen musste und dafür von der Polizei zurückgedrängt wurde. Die Beamten mussten sich dabei lautstarke Beschimpfungen durch die Linksautonomen anhören. Im weiteren Verlauf erlitten drei Polizisten laut Polizeibericht „Verletzungen durch Fahnenstangen, die als Schlag- beziehungsweise Wurfgegenstände eingesetzt wurden“. Einem Beamten wurde demnach ein Finger gebrochen. Ein 20-jähriger Mann aus der Saarbrücker Autonomen-Szene sei deshalb in Gewahrsam genommen worden, nach zwei weiteren Tätern werde noch gesucht, hieß es. Unweit des Wehrdener Platzes hielten die Rechtsradikalen eine Kundgebung ab. Überraschend meldete sich auch ein NPD-Funktionär aus Rheinland-Pfalz zu Wort. Der Völklinger NPD-Stadtrat Frank Franz hatte sich dagegen von der Demonstration distanziert. Kurz darauf löste sich die Versammlung auf – die von der Polizei befürchtete Eskalation blieb aus.
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