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Ein Schnipsel, der das Leben ist





Ein Schnipsel, der das Leben ist
21. April 2010, 00:17 Uhr
Saarbrücken. Das durchsichtige Pult ein Eispalast, der ausgezogene Schuh ein Schlitten, kleine Körnchen machen Schneegestöber, und Kai und Gerda sind zwei aufgespießte Papierschnipsel. Mit einfachsten Mitteln arbeitet Cordula Nossek vom Dachtheater Wien und erreicht trotzdem größte Illusion, denn ihr Spiel ist intensiv
Saarbrücken. Das durchsichtige Pult ein Eispalast, der ausgezogene Schuh ein Schlitten, kleine Körnchen machen Schneegestöber, und Kai und Gerda sind zwei aufgespießte Papierschnipsel. Mit einfachsten Mitteln arbeitet Cordula Nossek vom Dachtheater Wien und erreicht trotzdem größte Illusion, denn ihr Spiel ist intensiv. Im Kleinen Theater im Rathaus hat sie vor überschaubarem Publikum Hans Christian Andersens Schneekönigin erzählt, als Puppenspiel für Erwachsene. Weshalb ihre Version sich "A Working Girl Can't Win" nennt, der Originaltext bekommt Untertöne. Es geht um untreue Männer, die in die Welt hinausziehen, verlassene Mädchen, die Opfer bringen und imposante, vielbeschäftigte Frauen, die in ihr großes Gefährt packen, was sie begehrenswert finden.

Im kurzen Kleid und transparentem Raschelcape lässt Nossek des Teufels Spiegel bersten, dessen winzige Stückchen den Menschen in Augen und Herzen fliegen und sie künftig alles verkehrt sehen lassen. So geht's auch Kai, kaum getroffen, zieht er fort, eisige Kälte im Herzen. Nossek steckt sich das arme Papierblättchen unter die Achsel. Pures Erzählen ist das, womit Nossek fesselt. Sie zittert und fürchtet sich, kämpft und hofft dabei mit dem ganzen Körper, überzeugt als vielstimmiger Rosenbusch, krächzende Papierkrähe oder gefräßige Räuberbande. Man vergisst, dass die Schauspielerin nur mit wenigen Accessoires an einem Plastikpult sitzt, das schaurige Leuchten im Eispalast ein Lämpchen am Schlüsselbund. rr

Auf einen Blick

Am Sonntag, 25. April, 15 Uhr, gibt es Theater für Kinder ab sechs Jahren im Kleinen Theater im Rathaus. Das Erfreuliche Theater (Erfurt) spielt "Reise zum Mittelpunkt der Welt" nach einer Idee von Holger Friedrich. Zwei seltsame Herren begeben sich mit einem Bettgestell, einem Sonnenschirm und anderen Utensilien auf Fantasie-Reise. Sie fliegen zum Mond und sitzen mit 70 singenden Chinesen in einer Seilbahn. red

Informationen: Tel. (06 81) 3 90 46 02.






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