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Gesamtschule Sulzbachtal erhält Saarländischen Schulpreis





Dudweiler
Wo Schüler ohne Angst lernen dürfen
Gesamtschule Sulzbachtal erhält Saarländischen Schulpreis

Von SZ-Redaktionsmitglied Jonas Wissner,  18. Mai 2013, 00:00 Uhr
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Sind stolz auf den Schulpreis: Pauline Fuchs, Victoria Render, Anastasia Skerde, Laura Bogatekin, Lea Helf und Schulleiter Wolfgang Dietrich (von links) auf dem Schulhof vor einem Zitat von Albert Einstein: „Wenn du ein glückliches Leben willst, verbinde es mit einem Ziel“. Foto: Jonas Wissner Foto: Jonas Wissner
Lernen ohne Furcht und nach eigenen Interessen: Für ihr pädagogisches Konzept hat die Gesamtschule Sulzbachtal mit rund 1000 Schülern einen der diesjährigen Saarländischen Schulpreise erhalten.


 
Wer in der Gesamtschule Sulzbachtal vor dem Sekretariat steht, kann das große Plakat kaum übersehen: Im bunt gestalteten Leitbild der Schule stehen Sätze wie „Wir fördern selbstständiges Lernen und eigenverantwortliches Handeln“. Dass diese Worte mehr als reiner Wandschmuck sind, zeigt eine aktuelle Einschätzung von Fachleuten: Die Gesamtschule Sulzbachtal erhielt in dieser Woche einen Saarländischen Schulpreis, der mit 4000 Euro dotiert ist und den die Stiftung Demokratie Saarland und die Landeselterninitiative für Bildung ausgeschrieben haben (wir berichteten). Die Jury lobte das Schulkonzept mit folgenden Worten: „Die Schule zeigt, dass ihre Schüler lernbereit sind, weil sie sich in ihrer Lerngemeinschaft angstfrei und sicher fühlen, ein Gefühl von Zugehörigkeit entwickeln können und viele Hilfsangebote erhalten.“ Eigenverantwortliches Lernen sei besser als Frontalunterricht, sagt Schulleiter Wolfgang Dietrich, das mache Mut, sich einzubringen. Auch deshalb steht jeden Morgen von 8 Uhr bis 8.45 Uhr für alle „Lernzeit“ auf dem Stundenplan. Das bedeutet: Bereits am Vortag überlegen sich die Schüler, womit sie sich in der ersten Stunde beschäftigen wollen. Das kann ein Vertiefen von Mathe-Stoff sein, aber auch die Beschäftigung mit eigenen Interessen, die nicht im Lehrplan stehen. „So kommen wir vom Unterrichten zum Lernen und können sowohl die Guten fordern als auch die Schwachen fördern“, erklärt Schulleiter Wolfang Dietrich. Dabei betreue man die Schulkinder gezielt. Über die Fortschritte führen sie selbst ein Lerntagebuch, das auch von Lehrern kontrolliert wird.

Wichtig sei auch, die verschiedenen „Erziehungspartner“ – Lehrer, Schüler und Eltern – bei wichtigen Entscheidungen mit einzubeziehen, sagt Dietrich. Das Konzept der Schule werde auch deshalb von allen mitgetragen, weil alle davon überzeugt seien. „Für die Lernzeit haben in der Gesamtkonferenz etwa 80 Prozent gestimmt, in der Schulkonferenz war es einstimmig.“ Schließlich war auch das Ministerium einverstanden.

Ein angenehmes Umfeld will man an der Schule auch dadurch schaffen, dass jede Klassenstufe ein „Jahrgangsteam“ aus Lehrkräften hat. „Diese Lehrer sitzen auch in einem eigenen Raum – bei uns gibt es kein Zimmer für das Gesamtkollegium“, erklärt der Schulleiter. „Eigentlich haben wir hier also sieben kleine Schulen“ – je eine für die Jahrgangsstufen fünf bis zehn und für die gymnasiale Oberstufe. Außerdem sind für jede Klasse zwei Tutoren zuständig, möglichst eine Lehrerin und ein Lehrer.

Um die Schule mit rund 1000 Schülern beurteilen zu können, hat sich die Jury einige Zeit genommen: Nachdem die Schulleitung in der Bewerbung Details des pädagogischen Konzepts eingereicht hatte, machten sich die Juroren in Dudweiler zwei Tage lang vor Ort ein Bild, schnupperten in den Unterricht hinein, sprachen mit Lehrern, Eltern, Schülern. Was sie dort sahen, hat sie offenbar überzeugt. „Dieser Preis macht unheimlich stolz“, sagt Dietrichs Stellvertreter Günther Clemens. Und Schulleiter Dietrich ergänzt: „Das ist auch ein wichtiges Signal in das Kollegium hinein. Damit wird die Arbeit der Lehrer, die auch bei uns oft an ihre Belastungsgrenzen gehen müssen, gewürdigt.“

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