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Wahlkampf-Fieber im Halbstundentakt





Wehrden
Wahlkampf-Fieber im Halbstundentakt
Von  Bernhard Geber, 
20. März 2017, 02:00 Uhr
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Anke Rehlinger (rechts) beim Begrüßungs-Schluck in der Kulturhalle Wehrden mit (von links) Völklingens SPD-Chefin Christiane Blatt, Stadtratsmitglied Erik Roskothen und SPD-Fraktionschef Erik Kuhn. Foto: Becker & Bredel

Foto: Becker & Bredel
Anke Rehlinger und Christiane Blatt legen sich ins Zeug beim SPD-Frühlingsempfang in der Kulturhalle Wehrden.

Kennen Sie noch den? Begegnen sich zwei Flugzeuge über dem Atlantik – und in beiden sitzt Hans-Dietrich Genscher.

Ähnlich stressig wie beim früheren Bundesaußenminister mag es dieser Tage bei Wahlkämpfern wie Anke Rehlinger zugehen. Der Frühlingsempfang der Völklinger SPD sollte am Freitagabend um 18 Uhr in der Kulturhalle Wehrden beginnen. Doch die SPD-Spitzenkandidatin für den Saar-Landtag, als Ehrengast angekündigt, landete dort erst um 18.25 Uhr, eilte dann um 18.42 Uhr ans Rednerpult, um sich um 19.12 Uhr mit dem Hinweis zu verabschieden: „Um 19 Uhr müsste ich schon in Diefflen sein.“

„Schön, dass Du noch Zeit gefunden hast“, sagte Christiane Blatt, Gastgeberin als SPD-Parteichefin in Völklingen, zu ihrer Landesvorsitzenden. Blatt ist bereits Landtagsabgeordnete und möchte es auch bleiben. Blatt hatte an diesem Abend eine Erkältung erwischt. Sie war etwas heiser, aber nicht leiser und stand in dem Zeitfenster, bevor Rehlinger loslegte, eine kräftige Kurzansprache durch. Blatt forderte Oberbürgermeister Klaus Lorig (CDU) auf, endlich Klarheit in Sachen Modepark Röther zu schaffen, lobte die neue Gebundene Ganztagsgrundschule auf dem Heidstock als „wichtigen Schritt zur Vereinbarbeit von Familie und Beruf“ und nannte den vorgeschlagenen gerichtlichen Vergleich zwischen den Völklinger Stadtwerken und ihrem Ex-Geschäftsführer Jochen Dahm „einen Schlag ins Gesicht der Entlassenen und aller Mitarbeiter“. Aufhorchen ließ Blatt dann mit der Ankündigung: „Wir streben im Völklinger Stadtrat eine engere Zusammenarbeit mit den Linken und den Grünen an.“

Das Wort „Koalition“ nannte Blatt nicht. Und auch Anke Rehlinger nahm es nicht in den Mund. Ihre Tendenz bleibt Abwarten. „Die SPD wird stärkste Kraft. Die AfD kommt nicht in den Landtag. Dafür werde ich streiten bis zum 26. März“, sagte Rehlinger zum Schlusspunkt ihrer exakt 30-minütigen Rede in Wehrden. Zuvor hatte sie ebenso engagiert wie routiniert die Hauptpunkte aus ihrem Wahlprogramm erläutert, das gleichzeitig in Prospektform auf allen Tischen lang. Sonderbeifall gab es für folgende Feststellung: ,,Ich werde keinen Koalitionsvertrag unterschreiben, in dem nicht der Punkt Entlastung bei den Kita-Gebühren steht.“

Martin Schulz, neuer SPD-Hoffnungsträger auf Bundesebene, war vor Tagen spektakulär mit einem guten Zeugnis für Ex-Parteichef, Bundesfinanzminister und Ministerpräsident Oskar Lafontaine vorgeprescht. Doch Liebeserklärungen an Lafontaines Linke auf Landesebene waren an diesem Abend kein Thema. Da waren die Redner ebenso schweigsam wie die Primeln, die als Saaldekoration in allen möglichen Koalitionsfarben prangten.

Rehlinger hatte wenig Zeit. Dafür hatten die Gäste noch mehr Zeit, miteinander zu plaudern. Allgegenwärtig war da das Thema Dahm. „Der darf nicht auch noch belohnt werden“, sagte Stadtwerke-Betriebsratsvorsitzender Wolfgang Jelinski jedem, der ihn darauf ansprach. Doch es gab auch Nettes zu bereden. Etwa mit Tamara Kuhn, Tochter des SPD-Fraktionschefs im Stadtrat Erik Kuhn. Sie hatte mit ihren Ludweiler Jungsozialisten die Bewirtung der Gäste übernommen. Mit einheitlich roten T-Shirts. Und mit ihrem frisch gebackenen Ehemann Christian. Den hat sie nicht nur für die Jusos gewonnen, sondern ihn auch davon überzeugt, ihren Familiennamen anzunehmen.

Und damit bleibt in Ludweiler alles Kuhn, beziehungsweise Blatt, da ist Christiane Blatt nämlich auch noch Ortsvorsteherin.

Im Vergleich zu Vorjahren wirkte dieser SPD-Frühlingsempfang mit nur um die 160 Gästen und bei gähnend leeren vorderen Sitzreihen schwach besucht. Symptom von Frühjahrs- oder Wahlkampfmüdigkeit? Wer jetzt noch nicht genug hat, kann am kommenden Samstag sogar noch einmal Annegret Kramp-Karrenbauer an diversen Infoständen in Völklingen treffen. Einen Tag später wird dann gewählt. Die Ministerpräsidentin hatte sich bereits im Januar beim Neujahrsempfang der Völklinger CDU gewaltig als Landesmutter ins Zeug gelegt.


Landtagswahl 2017




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