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Klaus Lorig: Verwaltung schlägt vor, Abriss-Auftrag für Kaufhof und Co. an anderen Bieter zu vergeben





Völklingen
Der Stadtrat muss nochmal ran
Klaus Lorig: Verwaltung schlägt vor, Abriss-Auftrag für Kaufhof und Co. an anderen Bieter zu vergeben

29. November 2016, 02:00 Uhr
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Ein Bild aus dem Jahr 2008 – der Querriegel des Kaufhof-Baus (links) steht noch. Bei den Abriss-Arbeiten geriet damals der ursprüngliche Zeitplan durcheinander. Archivfoto: Jenal
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Rathauschef Klaus Lorig

Mit der Ruine des ehemaligen Kaufhofs und den Nachbargebäuden hat die Stadt Völklingen kein Glück. Das Firmen-Duo, das laut Ratsbeschluss den Abbruch-Auftrag erhalten sollte, kommt nach aktuellem Informationsstand dafür nicht mehr in Frage.

Mit dem Abbruch der Kaufhof-Ruine und der Nachbarbauten tut sich die Stadt Völklingen – wie bereits berichtet – schwerer als erwartet. Oberbürgermeister Klaus Lorig (CDU) hatte nach eigener Auskunft den Abriss-Auftrag bereits unterschrieben, als Meldungen im Rathaus eingingen, die dafür vorgesehene Bietergemeinschaft könne die Arbeiten gar nicht erledigen. Der Auftrag blieb erstmal im Haus, die Zuständigen im Rathaus überprüften die Nachrichten. Dabei ergab sich eine vor allem juristisch höchst komplizierte Gemengelage. Und nun sieht es so aus, als müsse Völklingen ein anderes Unternehmen beauftragen als zunächst vorgesehen. Das berichtete Lorig jetzt im Gespräch mit der SZ.

Die Entscheidung solle rasch fallen, damit es keine unnötigen Verzögerungen beim Beginn der Arbeiten gibt, fügte er an. Schon am Donnerstag werde er deshalb dem Stadtrat einen neuen Vorschlag zur Abstimmung vorlegen.

Ursprünglich hatte bei der Ausschreibung eine Bietergemeinschaft die Nase vorn, die aus zwei Firmen besteht. Eines dieser beiden Unternehmen, und zwar das größere, hat jedoch nach SZ-Informationen Ende Oktober Insolvenz angemeldet. Das, sagte Lorig auf Nachfrage, sei für die Stadt nicht vorhersehbar gewesen. Die Bonitätsprüfung, die der Rats-Entscheidung vorangegangen sei, habe zwar kein brillantes, aber auch kein beunruhigendes Resultat ergeben.

Mittlerweile sei einerseits sehr fraglich, ob die Bietergemeinschaft – rechtlich gesehen – überhaupt noch Bestand habe. Und andererseits sei die insolvente Firma der dringlichen städtischen Aufforderung nicht nachgekommen, handfeste Daten zu ihrer wirtschaftlichen Situation vorzulegen, insbesondere eine so genannte Fortführungs-Prognose. Hinter diesem Begriff verbirgt sich ein durch Zahlen gestütztes Urteil darüber, ob das Unternehmen trotz seiner aktuellen Zahlungsunfähigkeit noch weiterarbeiten kann. Ohne eine solche Prognose sei völlig ungewiss, ob die betreffende Firma den Kaufhof-Abriss überhaupt erledigen könne – und wo es an „Leistungsfähigkeit“ fehle, könne die Stadt nun mal keinen Auftrag vergeben.

Das Verhalten der Firma nach Bekanntwerden der Insolvenz – etwa die Nicht-Vorlage versprochener Informationen und Daten – wecke überdies Zweifel an ihrer Zuverlässigkeit. Das sei ein weiterer Grund, den vormaligen Ausschreibungs-Gewinner aus dem Vergabeverfahren auszuschließen.

Lorig will dem Völklinger Stadtrat nun vorschlagen, den Auftrag an das im Vergabeverfahren nächstplatzierte Unternehmen zu vergeben. Dessen Angebot war zunächst ausgeschieden, weil teurer – deutlich teurer, nämlich um etwa eine halbe Million Euro, wie Lorig nun auf Anfrage bestätigte. Jedoch könne diese Firma sehr rasch zu arbeiten beginnen. Damit werde es keinen großen Zeitverlust geben. Würde die Stadt das Ganze erneut ausschreiben, „verlieren wir mindestens zwei Monate“, sagte Lorig. Und ob man dann zahlreichere – und günstigere – Angebote erhalte, sei nach dem Urteil der Fachleute, die die Stadt als Berater herangezogen hat, mehr als ungewiss.

 

Zum Thema:

 

Rückschau Als der Kaufhof-Querriegel 2008 abgebrochen wurde, gab es ebenfalls Verzögerungen. Im Januar kündigte Oberbürgermeister Lorig an, man werde nun ausschreiben. Doch das geschah erst im April: Einbrecher hatten aus einem Ingenieurbüro, das vorbereitende Arbeiten erledigte, Computer gestohlen; die dort gespeicherten Informationen mussten zunächst rekonstruiert werden. Erst im Juli begann der Abriss, Mitte Oktober war die Rathausstraße wieder offen. dd



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