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Völklinger Mülleimer-Parade





Völklinger Mülleimer-Parade
Von SZ-Redakteur Bernhard Geber,  20. Februar 2010, 00:08 Uhr
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Bürgermeister Wolfgang Bintz beim Probesitzen auf einer demolierten Bank am St. Martinsplatz, neben ihm (v. l.) Anlieger Hermann Binz, Lothar Geisinger und Andreas Gerber. Foto: Becker & Bredel

Völklingen. "Wird jetzt abgerissen?", fragt eine Passantin in Höhe des Ex-Kaufhofs. Da steht eine offiziell wirkende Gruppe, die kritisch die Fassade beäugt. "Das dauert wohl noch ein bisschen", entgegnet Bürgermeister Wolfgang Bintz
Völklingen. "Wird jetzt abgerissen?", fragt eine Passantin in Höhe des Ex-Kaufhofs. Da steht eine offiziell wirkende Gruppe, die kritisch die Fassade beäugt. "Das dauert wohl noch ein bisschen", entgegnet Bürgermeister Wolfgang Bintz. Bintz ist am Freitagnachmittag in der Innenstadt unterwegs, um ein Versprechen einzulösen, das er jungen Bürgern beim Stadtteilforum am 12. Januar gegeben hat. Lothar Geisinger und Andreas Gerber, beide 24, hatten da die Frage gestellt, was millionenschwere Investitionen in die Stadtverschönerung nutzen, wenn nicht gleichzeitig die Substanz gepflegt wird.

Gestern Mittag haben die beiden Gelegenheit, Bintz genau zu zeigen, was sie meinen. Zunächst am erst rund einem Jahrzehnt alten St. Martins-Platz. Einer der Bäume dort ist offenbar bereits vor langer Zeit abgestorben, und einer Sitzbank fehlt nahezu die Hälfte der metallenen Querstreben. Laut Geisinger hat sich bisher "niemand bei der Stadt" für diesen Zustand interessiert. Anliegerin Erika Hügel muss nach eigenen Angaben dem Treiben von Rowdys weitgehend hilflos zusehen. Die Besichtigungstour führt weiter durch die Alte Schulstraße, vorbei an vermüllten Pflanzbeeten und Unrat vor Häusern, zum Ex-Kaufhof. Dort haben wilde Plakatierer die Fassade vollgepflastert. Wogegen man, meint Geisinger, ja eigentlich einschreiten müsste.

Vom Ex-Kaufhof aus ein Blick in die Tiefe der Rathausstraße: Dort finden sich reihenweise alte Beton-Pflanzkübel, von denen die gelbe Farbe blättert. Und die gar nicht mehr im Lot stehen. Notdürftig abgestützt wurde da zum Beispiel mit kleinen Pflastersteinen. Die stammen offenkundig von den Einfassungen von Bauminseln. Die inzwischen abbröckeln.

Zigarettenkippen, Kaugummiflecke, Papier und sonstige Kleinabfälle entlang der Arkaden sind Ärgernisse, die alltäglich anfallen. Taubenkot in dicken Schichten entlang gewisser Hausfronten zeugt derweil von Besitzern, die sich anscheinend einen Dreck um einen guten Eindruck scheren.

Die blauen Bänke an den Bushaltestellen Höhe Woolworth haben offenbar schon bessere Zeiten gesehen. Doch noch schlimmer sind die vielen Mülleimer dran, die eigentlich dazu beitragen sollten, die Stadt sauber zu halten. Ihr Blau, die Symbolfarbe der Stadt, hat inzwischen erheblich unter Verwitterung, Schmiereien und sonstigen Kraftakten gelitten.

Bintz hat sich nach anderthalb Stunden Rundgang eine Überholung der Mülleimer ganz oben auf den Merkzettel geschrieben. Werner Michaltzik, früherer Völklinger Polizeichef, weiter ehrenamtlich im Sicherheitsbeirat der Stadt engagiert, ist als Verstärkung hinzugestoßen. Er nutzt die Gelegenheit, um Geisinger und Gerber für eine Mitarbeit in diesem Gremium zu interessieren.

Hintergrund

Das, was man am Freitag sah, ist eigentlich alles in Völklingen streng verboten. Die gültige Polizeiverordnung der Stadt sagt unter anderem: Straßen und Anlagen dürfen nicht beschmutzt, beschmiert, beschriftet, beklebt, bemalt oder besprüht werden. Eine Verunreinigung stellt insbesondere auch das Wegwerfen von Zigaretten dar (§ 17). Von Hunden verursachte Verunreinigungen sind von den Haltern und Führern unverzüglich zu beseitigen (§ 10, 4). Durch Alkoholgenuss in öffentlichen Anlagen darf die Allgemeinheit nicht belästigt werden (§ 16). Ordnungwidrigkeiten können mit einer Geldbuße bis zu 5000 Euro geahndet werden (§ 26, 2).

Geldbußen laut dieser Verordnung sind allerdings nach Kenntnis von Bürgermeister Wolfgang Bintz und Ex-Polizeichef Werner Michaltzik bisher nicht verhängt worden. Die Umsetzung scheitere an Überwachungs-, Feststellungs- und Beweisschwierigkeiten, hieß es. er



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