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SPD fragte vor Tat in Alter Schulstraße nach Umsetzung der Studie zur Kriminalprävention in Völklingen





Völklingen
Räuber lauerte am „Angstort“ Unterführung
SPD fragte vor Tat in Alter Schulstraße nach Umsetzung der Studie zur Kriminalprävention in Völklingen

Von  Bernhard Geber, 
30. November 2016, 02:00 Uhr
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Am Sonntag Tatort: Der Räuber kam aus der Unterführung, die von der Alten Schulstraße hin zum Alten Brühl führt. Diese Unterführung zählt zu den so genannten Angsträumen, die Völklinger Bürger 2010 in einer Umfrage zur Kriminalprävention angesprochen hatten. Archivfoto: Thomas Annen

Der Räuber, der am Sonntagnachmittag eine Frau in der Alten Schulstraße anfiel, hatte an der Unterführung hin zum Alten Brühl gelauert. Die Unterführung war bereits in einer Studie zur Kriminalprävention aus dem Jahre 2010 als „Angstraum“ genannt worden. Diese Studie wurde kürzlich erneut im Völklinger Stadtrat diskutiert.

2010 hatte das Landesinstitut für präventives Handeln (LPH) eine Umfrage zum Sicherheitsgefühl der Völklinger durchgeführt. Sie hatte den saarländischen Steuerzahler rund 10 000 Euro gekostet. Die SPD fragte kürzlich im Hauptausschuss des Stadtrates nach, was aus der Umsetzung geworden sei, und erhielt von Oberbürgermeister Klaus Lorig (CDU) aus ihrer Sicht unbefriedigende Antworten.

Der Verwaltungschef unterstrich zunächst das Positive. Die Studie habe festgestellt, dass über 85 Prozent der Bürger mit ihrem Wohnumfeld zufrieden seien, und dies sei ein ausgezeichneter Wert. Ansonsten enthalte die Studie ein „Sammelsurium“ von Feststellungen, mit denen konkret wenig anzufangen sei. Die Stadtverwaltung habe in den vergangenem Jahren schrittweise etwas getan, „anstatt einen Popanz rund um um Angstgefühle aufzubauen“. Wohnungseinbrüche seien ganz vorne genannt worden, doch hier handele es sich um das Feld der Polizei.

Was die zitierten Angsträume betreffe, habe die Stadt die Durchgänge Rathausstraße, Kolpingplatz und Pfarrgarten saniert. Die Forbacher Passage und und der Durchgang zur Poststraße seien umgebaut worden. Juwelier Wulf Scheffel möchte bald mit seinem Geschäft von der Karl-Janssen-Straße an die City-Promenade umziehen. Er kann laut Lorig damit rechnen, dass dann das Umfeld besser beleuchtet ist. Es reiche schon, hellere LED hineinzuschrauben, sagte Lorig.

Ein weiteres Angst-Thema laut Studie: Erwachsene und Jugendliche, die sich an bestimmten Orten in der Öffentlichkeit aufhalten und als möglicherweise gewaltbereit erscheinen. „Wir haben diese Erscheinung in der Stadt fast ganz beseitigt“, meinte Lorig. Da ging es zum Beispiel im Sommer um Jugendliche, die im Sommer in der Forbacher Passage Probleme verursacht hätten. Dieses Thema habe die Stadt permanent mit der Polizei diskutiert. Ein Sicherheitsdienst gehe in der Innenstadt Streife. Die Stadt lasse sich den Einsatz von Sozialarbeitern der SOS Kinderdorf e. V. Jugendhilfe Saarbrücken bei jungen Leuten mit Problemhintergrund jährlich 80 000 Euro kosten, und man habe ihnen inzwischen nicht nur ein Dach über dem Kopf verschafft, sondern zum Teil sogar Arbeit und Brot.

Die SPD hatte unter anderem gefragt, welche verwaltungsinternen Strukturen zur Umsetzung der Studie aufgebaut worden seien. Bürgermeister Wolfgang Bintz (CDU) meinte dazu, dass man keine zentrale Stelle im Rathaus brauche, weil dies eine Querschnittaufgabe über alle Bereiche sei. Die Aufgabe einer zentralen Stelle erfülle genau so gut der (ehrenamtlich tätige) Sicherheitsbeirat.

Noch einige aktuelle Dinge: Laut Lorig hat die RAG in der Parkstraße in Luisenthal, die in ihren Eigentum ist, alle Leuchtkörper abbauen lassen. Die Stadt habe der RAG mitgeteilt, die Straße sei bereit, die Straße zu übernehmen, wenn sie einschließlich Kanal in einem ordnungsgemäßen Zustand sei, und die RAG ansonsten an die Verkehrssicherungspflicht erinnert. „Wenn da jemand auf die Nase fällt, werden wir sehen, wer schuld ist!“, mahnte Lorig. Um Beleuchtung geht es auch bei der Zufahrt zum Gelände des Landesjugendwerkes der Arbeiterwohlfahrt in Ludweiler. Nachdem die Stadt die frühere Privatstraße übernommen hat, will sie laut Fachbereichsleiter Heinz Beck die Situation verbessern. Und der schnelle Einsatzwagen gegen wilden Müll, der so genannte Flotte Feger, soll nun laut Lorig endlich wieder zum Einsatz kommen.

 

Zum Thema:

 

Hintergrund Das Sicherheitsgefühl der Bevölkerung wird nach Überzeugung der Polizei vor allem von Einbrüchen beeinflusst. 2014 war mit 121 Taten in Völklingen ein Rekordwert erreicht worden, 2015 sank die Zahl auf 89 und damit auf das Niveau der Jahre 2012 und 2013, hieß es bei der Vorstellung der jüngsten Kriminalstatistik. Auffallend war die so genannte Straßenkriminalität. Darunter fällt von der Kirmesrauferei über Sachbeschädigung in Blumenbeeten bis hin zur Autoaufbrüchen quasi „alles unter freiem Himmel“. In Völklingen gab es 2015 genau 675 straßenkriminelle Taten (plus 29), in Großrosseln 93 (plus 14). Die Stadt Völklingen lag 2015 bei der Kriminalitätsrate, gemessen an der Bevölkerungsstärke, im Landesvergleich auf Rang sechs. red


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