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Bürger-Meinungen zur Stadtteil-Umbenennung sind weiterhin geteilt





Völklingen
Zurück zur „Bouser Höhe“?
Bürger-Meinungen zur Stadtteil-Umbenennung sind weiterhin geteilt

Paula Bleschke (bub),  20. Oktober 2016, 02:00 Uhr
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Nicht nur der Fußballclub im Stadtteil nennt sich weiter „SV Hermann-Röchling-Höhe“. Die Allgemeine Baugenossenschaft 1904 hat sich geweigert, einen Gedenkstein vor einem ihrer Gebäude an der Trierer Straße zu entfernen. Sie hat ihn vielmehr noch mit einer Hinweistafel aufgewertet. Die Inschrift lautet: „Dr. Hermann Röchling, Mitbegründer der ABG 1904, Initiator der Siedlung.“ Foto: Becker & Bredel Foto: Becker & Bredel
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Doris Bauer
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Ulrike Hussain
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Katja Morell
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Kurt Borchart
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Maria Galati
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Markus Ecker
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Dimo Mayer
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Elke Rheinwald

Nachdem „Hermann“ gestrichen wurde, soll nun auch „Röchling“ aus dem Stadtteilnamen weichen. Zumindest, wenn es nach der Bürgerinitiative „Bouser Höhe – Gegen das Vergessen und die Gleichgültigkeit“ geht. Wir haben uns umgehört, ob auch andere Völklinger Bürger diese Veränderung als notwendig ansehen.

Hermann Röchling, zwischenzeitlich Namensgeber des Stadtteils, soll endgültig nicht mehr ein ehrenwerter Teil der Völklinger Geschichte sein. Eine Petition auf Umbenennung der jetzigen Röchlinghöhe in Bouser Höhe, versehen mit 2600 Unterschriften, wird am Montag, 24. Oktober, an Oberbürgermeister Klaus Lorig (CDU) übergeben. Am 3. Dezember hat die Bürgerinitiative dann auch einen Termin bei Ministerpräsidentin Annegret Kramp-Karrenbauer (ebenfalls CDU). Wir haben gesten Bürger in Völklingen gefragt, was sie von diesem Vorstoß halten.

Maria Galati findet eine erneute Namensänderung wenig sinnvoll. Der Stadtteil sei als Röchlinghöhe bekannt, und das werde auch bestehen bleiben. „Darüber hätte man sich auch schon früher Gedanken machen können“, meint Galati, „dann hätte man den Namen schon gleich ändern können, und die Stadt könnte sich das Geld sparen“, so die Völklingerin weiter.

Ähnlich sieht das Dimo Mayer. „Dann würden die Schilder bereits zum zweiten Mal geändert, und wieder müsste dafür Geld ausgegeben werden“, meint der Stuckateur. Auch andere Industriemagnaten wie Thyssen oder Krupp seien bei der NSDAP tätig gewesen, jedoch störe das heute keinen mehr, sagt der 53-Jährige aus Ludweiler. „Meiner Meinung nach müssen das die Stadtteil-Anwohner selbst entscheiden“, sagt Mayer.

Kaufmann Markus Ecker ist da ganz anderer Meinung: „Ich finde, die Namensänderung ist schon längst überfällig“, findet der 55-Jährige. Röchling soll, wenn es nach Ecker geht, nicht länger geehrt werden. Die Ereignisse hafteten nach wie vor an dem Namen, und das dürfe man nicht unterstützen, meint der Saarlouiser. „Es ist gut, dass der Vorname bereits entfernt wurde“, sagt der 55-Jährige, „und die Kosten, die mit den neuen Schildern anfallen, sind im Vergleich doch nur Peanuts“, so Markus Ecker.

„Das Geld sollte man lieber für andere Völklinger Baustellen nutzen“, sagt Elke Rheinwald. Das Geld werde besser in die städtische Sauberkeit oder die Weihnachtsbeleuchtung investiert. Die 52-Jährige gibt zu bedenken, dass Hermann Röchling auch viel Gutes vollbracht habe. „Altes ist nicht immer schlecht“, erklärt die Selbstständige aus Wehrden: „Der Name war gut, und der Stadtteil wird auch weiterhin so genannt werden.“

Als Geldverschwendung sieht eine Änderung auch Ulrike Hussain aus Quierschied. Die selbstständige Marktstandbetreiberin ist der Meinung, dass es wichtigere Themen gibt. „Man muss sich mal entscheiden. Ich finde es völlig überflüssig, Straßen oder Plätze immer wieder umzubenennen“, erklärt die 52-Jährige.

Überflüssig sei die Streichung des Vornamens gewesen, findet Kurt Borchart. „Dass der Stadtteil nun wieder Bouser Höhe heißen soll, finde ich super“, erklärt der 56-Jährige. „Ich wohne selbst dort, und bei uns war das schon seit jeher die Bouser Höhe“, sagt der Technische Angestellte weiter. Der Völklinger bringt jedoch auch mit dem Namen Hermann Röchling nichts Negatives mehr in Verbindung. Es sei alles schon zu lange her, meint Borchart.

Doris Bauer würde es lieber bei dem Namen belassen. „Hermann Röchling war eben ein Völklinger Bürger, der viel geleistet hat. Da ist es egal, was sonst noch vorgefallen ist“, meint die 75-Jährige, die einen Stand auf dem Wochenmarkt betreibt. Es sei auch für die Bürger schwierig, sich jetzt noch mal umzugewöhnen, gibt die kaufmännische Angestellte aus Wiebelskirchen zu bedenken.

Anders sieht das Katja Morell aus Köllerbach: „Ich finde die Namensänderung sehr gut. Mit dem Streichen des Vornamens ist es nicht genug.“ Röchling solle nach seiner Vergangenheit nicht noch die Ehre haben, Namensgeber eines Stadtteils zu sein, findet die 44-jährige Heilerziehungspflegerin. „Der Name muss komplett verschwinden, und Bouser Höhe ist ein sehr guter Ersatz.“

Zum Thema:

Rückschau Am 13. August 1956 hatte der Völklinger Stadtrat die Umbenennung der damaligen Bouser Höhe in Hermann-Röchling-Höhe beschlossen. Die damalige Abstimmung verlief in zwei Schritten. Zunächst ging es darum, ob die Bouser Höhe überhaupt umbenannt werden soll. Das Ergebnis lautete 29 Ja- bei zwei Nein-Stimmen. Anschließend standen im Stadtrat die Namen „Röchlinghöhe“ und „Hermann-Röchling-Höhe“ zur Debatte. Die Variante mit „Hermann“ setzte sich damals mit 23 zu acht Stimmen durch. Am 31. Januar 2013 strich dann der Stadtrat nach massiven Protesten das Wort „Hermann“ aus dem Stadtteilnamen. CDU, SPD und FDP votierten geschlossen für „Röchlinghöhe“, der Rest überwiegend gegen diesen neuen Namen. Die Bürgerinitiative und die Unterzeichner der Petition drängen nun auf die Rückbenennung der Röchlinghöhe in Bouser Höhe. Völklingen sei die einzige deutsche Stadt, in der noch ein Stadtteil nach einem verurteilten Kriegsverbrecher benannt sei. er



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