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Halloween-Abend im Erlebnisbergwerk Velsen zieht rund 2000 Grusel-Willige an





Geislautern
Der Stollen wird zur Geisterbahn
Halloween-Abend im Erlebnisbergwerk Velsen zieht rund 2000 Grusel-Willige an

Von  Beatrix Hoffmann, 
03. November 2014, 00:00 Uhr
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Genüssliches Schaudern: Debora Lüber aus Schoeneck ist im Velsener Erlebnisbergwerk zwei wilden, gar erschröcklich aussehenden Gespenster-Gestalten begegnet. Foto: Jenal Foto: Jenal
Die Lust am Gruseln kennt keine Generationen-Grenzen: Menschen jeden Alters haben in vollen Zügen den Halloween-Abend genossen, zu dem der Verein Erlebnisbergwerk Velsen am Freitag in den einstigen Lehrstollen eingeladen hatte.
Der Mond ist mickrig. Noch zeigt sich kein Stern. Im Stockfinsteren findet man einen Parkplatz. Der Fahrer des französischen Wagens nebenan zieht eine Gummimaske mit Pusteln über den Kopf. „C'est beau? Ist das schön?“, fragt er seine Gefährtin, die in einen langen Umhang gehüllt auf ihn wartet. Im Vorübergehen fällt der Blick auf seine Scherenhände.

Winzige bunte Lichtblitze flirren über das Rasenstück vor dem Bergwerk. Monsterfiguren hängen in den Bäumen. Leute in Skelett-T-Shirts mit Hackebeilen in der Hand flitzen herum. Das Halloween-Fieber, die Lust am Gruseln und Verkleiden hat nicht nur Kinder und Teenies erfasst – alle Generationen machen mit. Katrin Eilloff etwa ist von dem Event genauso begeistert wie ihr sechsjähriger Sohn Jonas. „Oh, ganz viele Spukgestalten. Überall wird man erschreckt“ – so fasst sie ihre Eindrücke vom Rundgang im Erlebnisbergwerk zusammen.
 

2000 Besucher

Halloween in Velsen ist ein Besuchermagnet. „Hier geht es schon seit 17 Uhr rund, im Moment sind 150 Leute sind drin“, schätzt Romain Dal-Ferro, der den Tunneleingang im Blick hat. Voriges Jahr bei der ersten Auflage seien 1000 Leute gekommen, diesmal würden es wohl 2000, erklärt Volker Etgen, Vorsitzender des Erlebnisbergwerks-Vereins, der – als Clown getarnt – die Veranstaltung managt.

Die Schlange vor dem Eingang erinnert an Euro-Disney. Der Vampir vor mir macht Selfies. Seine Begleiterin hat eine Jacke an, aus der zerschundene Haut herauszuquellen scheint. An den Leuten hinter mir scheint bis auf die knatschblonden Perücken alles echt zu sein. Drei Helfer verteilen Helme mit Bergmannslichtern. Der Stollen ist zur begehbaren Geisterbahn geworden. Spinnweben, Särge, Leichen, Gesänge. Hohle Schläge und Schreie dringen aus einer verborgenen Kammer. Ein Vampir will mit mir tanzen. Rostige Eisenketten, spitze Pickel und andere Sachen, die wohl hier hingehören, wirken plötzlich gespenstisch.

Je jünger, desto furchtloser scheinen die Besucher. Lucas, der auf die Fahrt mit dem Förderband wartet, hat schon beide Tunnel-Etagen erkundet. Zombies, Mumien und ein Kopfloser sind ihm begegnet. Trotz Helm hat er sich den Kopf gestoßen. „Ich war schon oft hier, aber mit Gruseleffekten ist es noch viel interessanter“, sagt der Elfjährige aus Ludweiler.
 

Marionette als Wegweiser

Roland Stadtfeld wacht darüber, dass alle auf der Strecke bleiben, keiner abzweigt und in den Vermesserraum mit den Vermessungsutensilien und Gesteinsproben eindringt.

Eine leichenblasse Marionette in weißem Gewand weist den Weg von der Fuß- zur Kopfstrecke. Ein Geistermann mit grauem Zottelhaar und rotem Leuchtschwert bringt die Marionette zum Kichern. Die Besucherin auf der obersten Sprosse kreischt: „Da gehe ich wieder rückwärts runter.“ „Rauf, Madame, oder raus, Madame!“, befiehlt der Geist, fuchtelt mit dem Schwert und treibt sie wieder den Streb hinauf – zu Fledermäusen, Leuchtstäben und schauerlichen Gestalten.




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