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Teilnehmer ziehen vom Bahnhof zum Ravanusaplatz – Chronologie der Ereignisse





Sulzbach
„Abendspaziergang“ verläuft friedlich
Teilnehmer ziehen vom Bahnhof zum Ravanusaplatz – Chronologie der Ereignisse

Von  Patric Cordier, 
03. März 2015, 00:00 Uhr
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„Abendspaziergänger“ gestern in der Vopeliusstraße. Foto: Iris Maurer Foto: Iris Maurer
Zum „Abendspaziergang“ durch Sulzbach, zu dem der NPD-Politiker Sascha Wagner unter dem Motto „Saarländer gegen Salafisten“ (Sagesa) aufgerufen hatte, kamen statt der erwarteten 100 Teilnehmer lediglich 64. Die Veranstaltung blieb dank großer Polizeipräsenz friedlich.
Schon gegen 17 Uhr gleicht Sulzbach einer belagerten Stadt. Einsatzkräfte der Polizei haben im Bereich des Bahnhofes und entlang des geplanten Weges des „Abendspaziergangs“ durch die Vopeliusstraße zum Ravanusaplatz Stellung bezogen. Beamte in Zivil streifen durch die Straßen, beurteilen die Situation, versuchen mögliche Störer frühzeitig zu erkennen. Noch ist alles ruhig. Nur vereinzelt erkennt man mögliche Teilnehmer in Kleidung szenetypischer Marken. Kurz vor 18 Uhr kommt noch ein Zug mit Pendlern. Vor dem Bahnhof treffen nun die ersten Teilnehmer ein. Sie sind zu Fuß oder mit dem eigenen Fahrzeug angereist. Ein „Einweiser“ der Organisatoren mit schwarzer Bomberjacke leitet sie weiter zum Treffpunkt auf dem Parkplatz neben der Eisenbahnbrücke. Dort ist mittlerweile ein roter Van der Organisatoren eingetroffen.

Gegen 18.20 Uhr trifft die Regionalbahn aus Saarbrücken ein – etwa 30 weitere „Abendspaziergänger“ stoßen zu der Gruppe – darunter die bekannte Saarbrücker Gastronomin Jackie Süßdorf und der NPD-Stadtverordnete Peter Marx. Nach letzten Verhaltensmaßregeln – kein Alkohol auf dem Spaziergang, kein Verbrennen von Gegenständen – setzt sich die Gruppe gegen 18.40 Uhr in Bewegung. Spruchbänder wie „Der Islam gehört zum Saarland wie der Schwenker zum Veganer“ oder „Heute tolerant. Morgen fremd im eigenen Land“ werden gezeigt, Parolen wie „Wer Deutschland nicht liebt, soll Deutschland verlassen“ oder „Wir sind das Volk“ gegrölt.

Am Ziel des Spaziergangs, dem Ravanusaplatz, angekommen, ergreifen zwei Frauen das Megafon. Sie wollen ihre Namen gegenüber Journalisten nicht nennen. Ihre Forderungen reichen vom Austritt aus der Nato, der Abschiebung straffälliger Ausländer bis hin zu mehr Geld für deutsche Familien.

Kurz vor dem Rückweg kommt es noch zu einem Wortwechsel mit Jugendlichen, die dem antifaschistischen Lager zugerechnet werden können. Die starken Polizeikräfte haben aber keine Probleme, die Gruppen getrennt zu halten. Lautstark die bekannten Parolen skandierend, beginnt der Rückweg. Um 19.20 Uhr löst sich der „Abendspaziergang“ auf. Die Organisatoren sind mit der Veranstaltung angeblich zufrieden, obwohl die Teilnehmerzahl doch deutlich hinter den eigenen Erwartungen zurückgeblieben ist.

Die Polizei räumt zu diesem Zeitpunkt bereits die Absperrgitter rund um den Brunnen ab.

Der „Abendspaziergang“ ist vorüber, in Sulzbach zieht wieder Normalität ein.


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