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Wildschweine gefährden in Hühnerfeld Spaziergänger – Mann rettet sich nur knapp





Hühnerfeld
Schwarzkittel verbreiten Angst
Wildschweine gefährden in Hühnerfeld Spaziergänger – Mann rettet sich nur knapp

Von  Stefan Bohlander, 
20. Oktober 2016, 02:00 Uhr
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Hier haben Wildschweine gewütet. Foto: Bohlander

Foto: Bohlander
Die Wildschweinplage in Hühnerfeld steigt. Menschen fühlen sich abends nicht mehr sicher und meiden den Wald und seine direkte Umgebung. Einige wurden sogar schon angegriffen, auch Hunde sind gefährdet.

„Die Wildschweinsituation wird immer schlimmer“, beschwert sich ein Leser aus Hühnerfeld. Mit seinen zwei Hunden gehe er regelmäßig Gassi, vorbei an den Weihern hoch zur Trenkelbachstraße mitten ins Wohngebiet. Dabei sei ihm aufgefallen, dass die Tiere in den vergangenen Tagen wieder gewütet haben – vor allem auf der Grünfläche zwischen den beiden Weihern, wo Hang und Ufer merkliche Wildschweinspuren tragen. „Man sieht die Schweine morgens noch gegen halb sieben und auch am frühen Abend“, so der Leser und fügt hinzu: „Man hat Angst, wenn man um die Weiher spaziert oder entlang der Bergehalde geht“.

Das sieht auch Michael Staub so. Der Vorsitzende des ASV Hühnerfeld macht noch auf ein weiteres Problem aufmerksam: „Mehrere Leute sind bereits angegriffen worden“. Und vor allem die Hunde, mit denen Anwohner dort spazieren gehen, seien öfter ins Visier der Wildschweine geraten. Weiter berichtet er von einem Mann, der sich gerade noch mit einem Sprung über einen Zaun retten konnte. Ein Spaziergang sei dort ab einer bestimmten Uhrzeit kaum noch möglich. Bereits mit Eintritt der Dämmerung seien die Schwarzkittel zu sehen und blieben bis in den Morgen.

Der ASV hat das Gelände um die Weiheranlage von der RAG gepachtet. Durch die zahlreichen Verwüstungen und den großen Flurschaden, den die Wildschweine angerichtet haben, seien im vergangenen Jahr etwa 350 Arbeitsstunden angefallen. Für die regulären Arbeiten der ASV-Mitglieder bleibe da kaum noch Zeit übrig: „Holz machen oder Rasenmähen kann man vergessen“, so der Vorsitzende. Stattdessen müsse man die Schäden beheben, wozu unter anderem aufgewühlte Böschungen oder in den Weiher gedrückte Schüttungen zählen. Kaum sei ein Ufer befestigt, würden es die Wildschweine kurz darauf wieder zerstören.

„Ein wirtschaftlicher Schaden entsteht natürlich auch“, erklärt Michael Staub weiter. Durch die Gefahr kämen natürlich weniger Besucher in die vom ASV betriebene Gasthütte. Auch Nachtfischen bis 21.30 Uhr könne man vergessen, „da traut sich keiner mehr hin“. Seiner Vermutung nach kommen die Wildschweine vor allem aus Richtung Brefeld und von der Halde Hühnerfeld. Bis zu 40 Tiere seien in einer Rotte, berichtet er. Daran sei unter anderem ein Zaun schuld, der vor etwa zwei Jahren an der Autobahn am Kreuz Friedrichsthal errichtet wurde. Nun ginge es dort für die Tiere natürlich nicht mehr weiter.

„Wir können da leider gar nichts machen“, erläutert Hans-Albert Letter, Betriebsleiter Saarforst. Die Waldflächen nördlich von Hühnerfeld seien fremd verpachtet. Zudem seien die betreffenden Flächen in Hühnerfeld und Richtung Quierschied befriedete Bezirke. „Dort darf keine Jagd stattfinden“, so Letter, innerhalb bebauten Gebietes ohnehin nicht. Der Einzige, der etwas machen könne, sei der Eigentümer der Waldfläche.

Die Population der Wildschweine steige Jahr für Jahr, erklärt Letter, wozu unter anderem die milden Winter beitragen würden. Zudem merkten sie die Tiere, wo gejagt wird und wo nicht. Dies trage mit dazu bei, dass Wildschweine überall näher an Wohngebiete herankämen. Auch dort, wo Laubbäume seien, würden vermehrt Wildschweine auftauchen.



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