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Museumsbau-Affäre: Ex-Stiftungschef muss nicht mehr vor Gericht





Saarbrücken
Ende der Strafverfolgung für Melcher
Museumsbau-Affäre: Ex-Stiftungschef muss nicht mehr vor Gericht

20. Oktober 2016, 02:00 Uhr
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Der Ex-Vorstand Ralph Melcher kann aufatmen. Foto: dpa

Foto: dpa
Sechs Jahre lang beschäftigten sich Richter und Staatsanwälte mit Untreue- und Pflichtverletzungs-Fragen des ehemaligen Vorstandes der Stiftung Kulturbesitz. Doch jetzt wurde die Akte Ralph Melcher sowohl zivil- als auch strafrechtlich geschlossen.

Es muss doch mal Schluss sein. Wie oft wird sich das Ralph Melcher, von 2003 bis 2011 Vorstand der Stiftung Saarländischer Kulturbesitz, in den vergangenen sechs Jahren gesagt haben? Nachdem Melcher 2013 in der Museumsbau-Affäre wegen Untreue und Korruption verurteilt worden war, folgten zivilrechtliche (Schadensersatz-)Prozesse. Nicht zuletzt hielten zwei Untersuchungsausschüsse, die die Vorgänge um den „Skandalbau“ Vierter Pavillon bis heute aufarbeiten, seinen Namen in den Schlagzeilen. Melcher, Vater von drei Kindern, verlor nicht nur seinen gut dotierten Saarbrücker Job, er fand zunächst auch keine Folge-Anstellung, die für ihn vorgezeichnete Top-Karriere dürfte für immer vorbei sein.

Zivilrechtlich konnte der 49-Jährige, der zwischenzeitlich bei einer renommierten Münchner Galerie angestellt ist, allerdings bereits im Juli aufatmen. Ein Urteil des Oberlandesgerichtes (OLG) entband ihn von einer drohenden Geldstrafe über 400 000 Euro. Doch ein zweites, erst im Januar 2016 eingeleitetes Strafverfahren lief weiter – wegen angeblicher Unregelmäßigkeiten bei Ausschreibungen und bei der Festlegung von Honoraren. Seit zwei Tagen ist aber nun auch dieses Verfahren beendet. Gegen Zahlung einer Geldauflage von 10 000 Euro verzichtet der Staat auf eine Strafverfolgung. Melchers Fall ist damit jetzt zivil- wie strafrechtlich aufgearbeitet.

Melchers Saarbrücker Anwalt Christoph Clanget stellt die Einstellung des zweiten Strafverfahrens in unmittelbaren Zusammenhang mit dem OLG-Urteil. Das hielt fest, dass Melcher ein schuldhaftes oder pflichtverletzendes Verhalten in Sachen Ausschreibung und Honorare nicht nachzuweisen sei. Deshalb, so Clanget gegenüber der SZ, habe jetzt das Landgericht in Rücksprache mit der Staatsanwaltschaft die ursprünglich auf 50 000 Euro festgelegte Geldauflage auf 10 000 Euro reduziert. „Eigentlich hätte man das Verfahren ganz einstellen müssen“, so Clanget. Er wiederholt seine Einschätzung, Melcher sei von der Politik zum „Bauernopfer“ gemacht worden. „Die wahre Strafe ist außerhalb des Gerichtes erfolgt“, sagt er. „Die Museums-Affäre hat nicht nur die berufliche Vernichtung für Herrn Melcher nach sich gezogen, sie hat auch seine bürgerliche Existenz zerstört.“



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