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Bürojob, nein danke: Vor 60 Jahren hat Günther Kassel seinen Meister als Installateur gemacht





Saarbrücken
Der Acht-Stunden-Tag war ihm zu wenig
Bürojob, nein danke: Vor 60 Jahren hat Günther Kassel seinen Meister als Installateur gemacht

Von  Frank Bredel, 
02. Dezember 2016, 02:00 Uhr
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Installateurmeister Günther Kassel fährt auch mit 86 Jahren noch gerne Rad. Foto: bub
In einer Serie stellen wir die Handwerksmeister aus dem Regionalverband Saarbrücken mit diamantenen Meisterbriefen vor. Heute: Installateurmeister Günther Kassel aus Saarbrücken.

Aus der Not geboren – zum Traumberuf geworden. So könnte man den beruflichen Werdegang von Günther Kassel beschreiben. Er hat nun seinen diamantenen Meisterbrief erhalten. Der gebürtige Saarbrücker besuchte zunächst die Volksschule, musste aufgrund des Krieges mit seiner Familie jedoch bald nach Ludwigshafen fliehen. Vom Gymnasium in Ludwigshafen ging es dann 1940 wieder zurück nach Saarbrücken auf die Mittelschule. Doch auch dort konnte der heute 86-Jährige nur vier Jahre bleiben, bis seine Familie erneut evakuiert wurde und nach Bayern zog. 1945 konnte der Installateurmeister dann wieder nach Saarbrücken zurück, war aber gezwungen, einen Beruf zu ergreifen, um die nötigen Lebensmittelkarten zu erhalten. „Meine Mutter wollte mir einen Bürojob verschaffen, doch das kam für mich nicht in Frage“, erklärt Günther Kassel, „da mein Vater bei der technischen Nothilfe angestellt war, begann ich dort meine Ausbildung, ohne genau zu wissen, was es war“, so der Rentner weiter. Nach der Gesellenprüfung 1948 konnte Kassel aufgrund der wirtschaftlichen Lage nicht übernommen werden und fand zunächst nur im Schlossereibetrieb seines Onkels eine Anstellung, auch wenn er dort nicht in seinem Berufsfeld tätig war. „Bald darauf fand ich eine Anstellung in Saarbrücken, die meiner Ausbildung entsprach“, sagt Kassel. 1949 wechselte er zu einer Firma in Lothringen und machte in den fünf Jahren, die er dort arbeitete seinen Meister. Auch nach der Meisterprüfung 1956 hielt es den passionierten Kegler nicht im Saarland. „Zuerst ging es nach Luxemburg, dann zu einer Firma im Elsass und danach nach Forbach, wo ich bei einem Bauprojekt in der Nähe von Cannes tätig war“, erzählt der 86-Jährige.

Die eigene Firma gründete der Installateurmeister 1959 in Luisenthal und legte dabei noch eine zweite Meisterprüfung im Heizungsbau ab. 1965 zog Kassel mit dem Betrieb nach Fenne um, wo er auch heute noch von seinen Söhnen geführt wird. In den ersten paar Jahren mit eigener Firma sei an Urlaub oder Krankwerden nicht zu denken gewesen. Auch der Acht-Stunden-Tag habe oft nicht gereicht. „Trotz der vielen Arbeit hat der Beruf mir immer Spaß gemacht. Auch nach meiner Rente 1995 habe ich noch ein paar Jahre im Büro meiner Firma gearbeitet.“ Aber auch jetzt im Ruhestand ist Kassel aktiv. Alle vierzehn Tage geht er zum Kegeln, jeden Mittwoch zum Altherrenturnen im Turnverein Bischmisheim, und auch auf dem Fahrrad ist der Installateurmeister oft anzutreffen. „Man muss in Bewegung bleiben. Mein E-Bike hilft mir dabei, auch in meinem Alter noch die Bischmisheimer Berge zu schaffen“, sagt der 86-Jährige. Auch Fahrradausflüge mit Bekannten unternimmt er zwei- bis dreimal im Jahr.

Zum Thema:

Auf einen Blick Die saarländische Handwerkskammer hat vor Kurzem wieder Diamantene und Goldene Meisterbriefe verliehen. Im Regionalverband Saarbrücken wurden geehrt: Diamantener Meisterbrief (60 Jahre): Elektroinstallateurmeister Werner Pick aus Saarbrücken, Installateurmeister Günther Kassel aus Saarbrücken, Metzgermeister Karl-Heinz Lingenheld aus Völklingen, Stuckateurmeister Helmut Jungbluth aus Friedrichsthal, Tischlermeister Hans-Klaus Schmitt aus Saarbrücken. Goldene Meisterbriefe (50 Jahre): Reiner Bur aus Kleinblittersdorf, Fredi Hirche aus Saarbrücken, Hans-Jürgen Schüfer aus Saarbrücken, Hermann Ziegler aus Friedrichsthal (alle Bäckermeister), Elektromechanikermeister Edgar Lackes aus Riegelsberg, Fleischermeister Udo Schmidt aus Riegelsberg, Gerd Bender aus Heusweiler und Johann Gerber aus Saarbrücken (beide Kraftfahrzeugelektrikermeister), Dieter Baasch aus Saarbrücken, Heinz Dincher aus Kleinblittersdorf und Günter Speicher aus Saarbrücken (alle Kraftfahrzeugmechanikermeister), Georg Schneider aus Saarbrücken (Maler- und Lackierermeister), Lothar Winter aus Riegelsberg (Maler- und Lackierermeister-Fahrzeuglackierer), Armin Buchholz aus Saarbrücken (Maurermeister) und Günter Hemmerling aus Saarbrücken (Schumachermeister) . dög



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