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88 000 Haushalten im Saarland drohte eine Stromsperre





Saarbrücken
88 000 Haushalten im Saarland drohte eine Stromsperre
Von  Patricia Heine, 
11. Januar 2017, 02:00 Uhr
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Reinhold Jost

Das Verbraucherschutzministerium hat zusammen mit Energieversorgern und Sozialverbänden im Saarland Maßnahmen entwickelt, wie Stromsperren vermieden werden können. Vor allem die Beratung soll ausgebaut worden.

Wer seine Stromrechnung nicht bezahlen kann, dem stellt der Energieversorger den Strom ab. Das hat der Bund in einer Verordnung festgelegt. Im Saarland kann das meistens vermieden werden. Das ist das Ergebnis einer Befragung von Stromversorgern, Netzbetreibern, Sozialbehörden- und Verbänden im Saarland. Nach Angaben des Verbraucherschutzministeriums wurden demnach zwischen Juli 2015 und Juni 2016 rund 88 000 Haushalten im Saarland eine Stromsperre angedroht. Tatsächlich stoppte der Energieversorger den Strom in etwa 800 Fällen. Um wieder an Strom zu kommen, vergebe das Jobcenter dann einen Kredit. „Die niedrige Zahl erfreut uns, aber soll uns nicht zur Ruhe kommen lassen“, sagte Saar-Verbraucherschutzminister Reinhold Jost (SPD) gestern. Vor allem wolle er den Stromkunden eine kostenlose Energiesparberatung anbieten. Dafür solle es unter anderem bei den Sozialverbänden und der Verbraucherzentrale feste Ansprechpartner geben.

Im Jahr 2012 hatte das Verbraucherschutzministerium begonnen, sich verstärkt dafür einzusetzen, Stromsperren zu vermeiden. Der Anlass war tragisch: Bei einer Brandkatastrophe in Saarbrücken-Burbach starben vier Kinder. Eine brennende Kerze hatte das Feuer ausgelöst. Der einkommensschwachen Familie war der Strom und damit auch das Licht abgeklemmt worden. Daraufhin versammelte das Ministerium erstmals Energieversorger aus dem Saarland, kommunale Verbände, Sozialverbände und Behörden an einem Tisch. Mit dem Ziel: den Sperren entgegenzuwirken. Die Beteiligten verpflichteten sich, entsprechende Maßnahmen umzusetzen: Die Kunden sollen ihre Stromrechnung in Raten begleichen können. Außerdem sollen vermehrt Prepaid-Zähler eingesetzt werden, bei denen der Kunde im Voraus bezahlt. Wenn der Strom abgeklemmt wird, dann nur von Montag bis Donnerstag. In Zukunft setzt Jost vor allem auf das Beratungsangebot, das den Kunden zeigen soll, wie sie sparsamer mit Strom umgehen, und das mehr Bewusstsein schaffen soll. „Das Problem der gestiegenen Energiekosten ist uns zwar auch bewusst, das können wir aber nicht lösen“, sagte er. Die Stromsperre jedoch solle in jedem Fall nur der allerletzte Ausweg sein.


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