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Papierne Miniaturwelten voller Magie





Saarbrücken
Papierne Miniaturwelten voller Magie
Von  Anja Kernig, 
20. April 2017, 02:00 Uhr
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Unser Bild zeigt Birthe Thiels Gastspiel in der Galerie Neuheisel vom November 201.6. Foto: Becker&Bredel
Birthe Thiel verdichtet große Geschichten zu Inszenierungen auf kleinstem Raum. Und ihr Theater lässt sich einfach davontragen.

20, höchstens 25 Zuschauer – mehr kann Birthe Thiel unmöglich gebrauchen. So schön es wäre, wenn ein paar hundert Leute mit unbändiger Lust auf „Julia und Romeo“ um Einlass ersuchen würden. Bei einer Bühne, die man mit zwei Händen anheben und wegtragen kann, ist die Anzahl der Plätze von Natur aus begrenzt. Damit haftet jeder Vorstellung ein Hauch von Exklusivität an.

Aber was genau ist Papiertheater? „Eine kleine, dreidimensionale Bühne mit Kulissen und Figuren aus Papier, die von der Seite oder von oben geführt werden.“ Gespielt wird in möglichst „absoluter Dunkelheit; sonst ist die Illusion weg“. Und um die geht es schließlich: Mittels Papier und Pappe, Ton- und Lichteffekten erschafft die Wahlsaarländerin eine Miniaturwelt voller Magie.

So ungewöhnlich diese hiesigem Publikum anmutet – in der Biedermeierzeit war Papiertheater in bürgerlichen Stuben gang und gebe und ist ab NRW und Hessen bis heute gut verankert im Kulturleben. Birthe Thiel selbst, geboren 1971 im schleswig-holsteinischen Preetz, ist da reingewachsen. Als passionierte Spieler etablierten ihre Eltern eine Papiertheaterausstellung im örtlichen Heimatmuseum. Zudem gründeten sie das weltweit einzigartige Preetzer Papiertheatertreffen. Für Tochter Birthe stellt dieses eine Art positiven Pflichttermin dar, für den sie stets ein neues Stück erschafft.

Was etwa ein Dreivierteljahr dauert. Schließlich handelt es sich „nur“ um ein Hobby – für das die Bastelladen-Stammkundin bis zu sieben Bühnenbilder pro Stück anfertigt und ganze Wochenenden und Urlaube im Keller verschwindet. Genauso wie ihren Theater-„Kasten“ – „manche Kollegen spielen auch aus Koffern oder auf Leitern“ – hat Birthe Thiel alle ihre Stücke selbst entwickelt.

Für die Figuren verwendet sie gern Fotos, zum Beispiel von Zauberer Markus Lenzen: „Der musste bei 35 Grad in der Waschküche Modell stehen, der arme Kerl.“ Lenzen wirkte auch bei dem Stummfilm mit, den die gelernte Journalistin und Hörfunkredakteurin bei „Cinema Nostalgica“ einsetzt. Das klassische, statische Papiertheater reizt sie nämlich wenig. Lieber setzt sie auf Videoinstallationen, mechanische Effekt wie die aus ihrem Bilderrahmen „flüchtende“ Mona Lisa oder Konfettiregen.

Wo Kollegen gern auf Stimmen vom Band setzen, spricht Birthe Thiel live und spielt mit: „Ich verstehe mich als Einheit mit dem Theater“, sie genießt es, Teil der Inszenierung zu sein. So schlüpft sie in ihrem aktuellen Luther-Stück „Der Tintenfasswurf“, das sie ab März einmal monatlich im Zeitungsmuseum Wadgassen aufführt, in die Rolle der Reiseleiterin. „Da kann ich mich ausleben als Schauspielerin.“ Beruflich ist sie in der Öffentlichkeitsarbeit und Marktforschung tätig.

Das Papiertheaterpublikum ist meistens schon etwas älter. „Die Jahrgänge zwischen 15 und 40 kommen quasi gar nicht vor.“ Schade, „die meisten ahnen ja gar nicht, was man erreichen kann mit so einfachen Mitteln“, selbst Kinder sind ganz begeistert: „Hinterher lasse ich sie ans Theater ran, ausprobieren.“ Klar geht da auch mal was kaputt. Aber das ist ja das Schöne an Papier: „Das klebt man einfach wieder.“




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