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37-Jähriger steht wegen Körperverletzung mit Todesfolge vor Saarbrücker Gericht





Saarbrücken
Gewalt beim Sex führte zum Tod
37-Jähriger steht wegen Körperverletzung mit Todesfolge vor Saarbrücker Gericht

Von  Hélène Maillasson, 
18. Oktober 2016, 02:00 Uhr
Klicken Sie auf das Bild, um eine größere Ansicht zu erhalten. Prozessauftakt Landgericht

Vor dem Saarbrücker Landgericht beginnt am Montag (17.10.2016) der Prozess gegen einen Mann (37) wegen Körperverletzung mit Todesfolge. Er soll seine Freundin beim Sex so schwer misshandelt haben, dass sie an den Folgen der Gewalteinwirkung starb. Foto: BeckerBredel ( -lo- ISDN/Mail)
Vor einem halben Jahr ist eine Frau leblos in ihrer Wohnung im Saarpfalz-Kreis gefunden worden. Nun muss das Schwurgericht entscheiden, ob ihr Freund die Schuld an ihrem Tod trägt.

Ein 37-Jähriger aus dem Saarpfalz-Kreis wird beschuldigt, seine Lebensgefährtin so sehr verletzt zu haben, dass sie daran starb. Dafür muss sich der Mann seit gestern vor dem Saarbrücker Landgericht verantworten. Laut Anklage soll es Ende April dieses Jahres zu dem Gewaltausbruch gekommen sein. Der Lette soll beim Sex in der gemeinsamen Wohnung auf dem Brustkorb seiner damaligen Freundin gekniet haben. Dabei habe er „massive flächenhafte, stumpfe Gewalt auf die Brüste des Opfers“ ausgeübt, so die Anklageschrift. Die 35-jährige Frau, die ebenfalls aus Lettland stammte, erlitt dabei nicht nur „erhebliche Schmerzen“, sondern auch „großflächige Hämatome an und unter beiden Brüsten“, las Oberstaatsanwalt Raimund Weyand beim Prozessauftakt gestern weiter vor. Diese extreme Gewaltanwendung sei vom Angeklagten durchaus „erkannt und gewünscht“ gewesen. Die Hämatome hätten zu einer Fettembolie geführt und dann zu Herzversagen, woran die Frau letztendlich am nächsten Morgen starb.

Bei seiner Verhaftung hatte der Mann der Polizei gegenüber ausgesagt, einem Bekannten mitgeteilt zu haben, dass seine Freundin verletzt in der gemeinsamen Wohnung liege. Da er selbst kein Deutsch spreche, hätte er den Bekannten gebeten, die Rettungskräfte zu alarmieren. Beim Eintreffen der Beamten soll der Beschuldigte widersprüchliche Angaben zu der Sache gemacht haben (wir berichteten).

Zunächst war von einer Anklage auf Totschlag die Rede gewesen, nun wird aber der Mann, der seit April in Untersuchungshaft in der Justizvollzuganstalt Saarbrücken ist, der Körperverletzung mit Todesfolge angeklagt. Wird er von der Kammer schuldig gesprochen, droht ihm eine Gefängnisstrafe von mindestens drei Jahren. Die Hauptverhandlung wird Ende nächster Woche fortgesetzt. Dann sollen mehrere Zeugen und Sachverständige aussagen.



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