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SZ-Leser haben online ihre Lieblings-Ausdrücke auf „Saarlännisch“ gekürt



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Saarbrücken
De Lemmes und de Harry
SZ-Leser haben online ihre Lieblings-Ausdrücke auf „Saarlännisch“ gekürt

Von  Fatima Abbas, 
20. Februar 2016, 02:00 Uhr
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Mir hann mol gefroht: Die Hitliste der zehn schönsten Redewendungen der SZ-Facebook-Nutzer. Illustration: Lorenz
Zum Welttag der Muttersprache an diesem Sonntag hat die SZ per Facebook gefragt, was für Saarländer die schönste Redewendung in ihrem Heimat- Dialekt ist. Die Resonanz war überwältigend.


 
Niemals zuvor wurde auf der Facebook-Seite der „Saarbrücker Zeitung“ so viel auf Mundart kommentiert. Die Gesamtbilanz des Aufrufs spricht für sich: über 620 „Gefällt mir“-Angaben, mehr als 200 Mal geteilt und fast 350 Kommentare. Gesucht war die schönste Redewendung im Dialekt.

Und an die Spitze schaffte es das Wörtchen „Unn?“. Eigentlich keine Redewendung, aber für viele der Kern der saarländischen Kommunikation. Die reflexartige Antwort dazu, „ei“ in Kombination mit „gudd“ oder „joo“, sicherte sich im Ranking immerhin Platz drei. Auf Rang zwei kam „Lu mol do“ und Varianten wie „Guggemol do“ oder „Lu mol do, do leita“ („Guck mal da, da liegt er). „Lu mol do“ erinnert daran, dass es das Saarländische gar nicht gibt, sondern dass es mehrere Dialekte sind, die unterhalb und oberhalb der sogenannten „dat-das-Grenze“ verbreitet sind. Diese Linie, die von Überherrn im Südwesten über Völklingen, Illingen und schließlich in einem Bogen bis hoch in den Nordosten nach Freisen verläuft, markiert die Grenze zwischen der moselfränkischen (oberhalb der Linie) und der rheinfränkischen Mundart.

Neben den Klassikern „Graadselätz“ und „Hauptsach gudd gess“ hatten die Facebook-Fans auch Kurioses zu bieten. Nutzerin Janina Thum postete, dass sich ein nerviger Zeitgenosse im Kreis Homburg statt „Du kannst mich mal“ auch mal ein „Blos ma doch die Strimp uff“ einfangen kann.

Ein stinkfauler Mensch in Püttlingen und Umgebung kann „strack wie e alt Kaffeesticksche“ (Lisa Blaes) sein und jemand mit IQ-Defizit „bleed wie a Rungelrieb“ (Ernst-Ulrich Maas).

Facebook-Nutzer Sebastian Mayer schrieb: „Do flieht mir de Harry in die Wies!“ Doch wer ist dieser Harry und wieso fliegt er ins Gras? Mayer weiß lediglich, dass es sich um einen „Ausdruck des Erstaunens“ handelt. Ebenso rätselhaft ist der Ursprung der Redensart „Ich glaab, de bischd vom Lämmes gepickt“ von Nutzerin Hanna Schmitt. Die nebulöse Herkunft dieser Wendung inspirierte Autor und SZ-Redakteur Marco Reuther vor zwei Jahren, ein Buch mit dem Titel „Der Lemmes – Das Saarland hat ein Geheimnis“ zu schreiben. „Vom Lemmes gepickt sein“ bedeutet demnach so viel wie „komplett durchgeknallt“ zu sein. Für plausibel hält der Autor die Theorie, nach der „Lemmes“ auf den Lämmergeier zurückgeht. Früher nahm man fälschlicherweise an, er würde sich von Kindern und Lämmern ernähren. Zum Verrücktwerden!

Umstritten ist auch die Herkunft des Ausdrucks „Mach ma kähn Fissemadentschja“, den Anette Caspar aus Beckingen noch aus ihrer Jugend kennt. „Fisimatenten“ findet sich auch als Eintrag in der Online-Ausgabe des Duden. Als Synonyme gelistet sind dort „Umstände, Faxen“. Zeitlich verortet wird „Fisimatenten“ von Duden Online im 16. Jahrhundert mit dem Hinweis auf die unklare Herkunft. Als falsch bezeichnet das Nachschlagewerk die Annahme, der Ausdruck komme vom französischen „Visitez ma tente!“ (Besuchen Sie mein Zelt!). Demnach hätten französische Soldaten mit dieser Bitte versucht, Damen in ihr Zelt zu locken. Da hat wohl so manches Fräulein geantwortet, was sieben Nutzer als ihren Favoriten angegeben haben: „Komm, geh fort!“

Diesen Sonntag, 14.30 Uhr, findet der Spaziergang „Muddaschpròòch muss uff die Schtròòs“ in Saarbrücken statt (Treffpunkt: Haupteingang Europagalerie). Ab 17 Uhr gibt es im Stiefel Bräu (St. Johanner Markt) Lesungen und Musik in Mundart.

muddaschprooch.

geheichnis.de



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