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Warum das Werk einer Bildhauerin immer noch nicht in Saarbrücken stehen darf





Saarbrücken
Das Metall liegt noch auf Eis
Warum das Werk einer Bildhauerin immer noch nicht in Saarbrücken stehen darf

Von  Silvia Buss, 
02. Dezember 2016, 02:00 Uhr
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So soll Sigrún Ólafdóttirs Plastik aussehen, wenn sie zwischen Schifferstraße und Berliner Promenade steht. Foto: Ólafsdóttir Foto: Ólafsdóttir
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Sigrún Ólafsdóttir

Eine sieben Meter hohe Aluminium-Plastik mitten in der Innenstadt: Das hätten die Saarbrücker bereits im September 2015 bestaunen können. Stattdessen müssen sie warten. Doch warum eigentlich?

„Bitte nicht stolpern“, heißt es derzeit in der Schifferstraßenplatz genannten Passage zwischen Bahnhofstraße und Berliner Promenade. Zwei kleine Wölbungen erheben sich dort aus dem Bodenbelag, die wie eine Skater-Anlage für Garten-Zwerge aussehen. Ihr Sinn und Zweck, der den meisten unbekannt sein dürfte: Sie sind der Sockel, auf dem schon längst das „Duo“, eine sieben Meter hohe Aluminium-Plastik der Künstlerin Sigrún Ólafsdóttir, stehen müsste. Die isländische Metall-Bildhauerin, die in Saarbrücken lebt, war 2014 die Siegerin eines Künstlerinnen-Wettbewerbs. Den hatte die Landeshauptstadt gemeinsam mit dem Zonta-Club Saarbrücken als Sponsorin ausgelobt, um die Passage neben dem neuen Rivage-Gebäude mit Kunst im öffentlichen Raum aufzuwerten. Als Termin für die Aufstellung der Plastik, bestehend aus zwei elegant geschwungenen Metallbändern, hatte die Stadt den September 2015 anvisiert. Doch seitdem hat sie den Termin immer wieder verschoben. Auf SZ-Anfrage hieß es immer wieder, es hänge an der statischen Prüfung, der Prüfstatiker könne sie noch nicht abschließen. Neben einem Ingenieur, den Ólafsdóttir schon im Entwurfsstadium hinzuzog, um die Statik der Plastik zu prüfen, und einem Metallbauer, der die Plastik anfertigte, benötigt die Künstlerin noch einen unabhängigen Prüfer, der das Werk begutachtet. Die Künstlerin, von der unter anderem die zehn Meter hohe Stahlplastik in einem Verkehrskreisel bei Festo in St. Ingbert stammt, ist erfahren. Ebenso ihr Metallbauer. Doch eine so endlose Prüfung, bei der der Prüfer immer neue Forderungen gestellt habe, hätten beide noch nie erlebt. Ihr Metallbauer habe extra einen Lagerraum anmieten müssen, in dem die Skulptur nun seit über einem Jahr liege, sagt sie frustriert.

Die Zonta-Frauen verstehen die Verzögerung auch nicht. „Wir sind darüber wirklich enttäuscht, wir wollten doch mit der Skulptur für uns werben und ein kleines Fest zur Einweihung geben“, sagt die Vorsitzende Brigitte Erbslöh-Möller. War der Prüfstatiker etwa zu bürokratisch? Stadtsprecher Thomas Blug liefert eine andere Erklärung. Er verweist auf eine Mitte 2014 in Kraft getretene EU-Richtlinie, die von Metallbauern bestimmte Zertifikate verlangt, die 60 Prozent der Metallbauer im Saarland bisher noch nicht hätten. „Dem Metallbauer hatte zum Beispiel die Zertifizierung zur Herstellung der Skulptur gefehlt, ebenso ein Nachweis, dass die Stumpfnähte im Blech fehlerfrei ausgeführt wurden“, teilt Blug mit. Die musste der Metallbauer nachliefern. Auch weil die Skulptur neben einer Außengastronomie stehen werde, müssten alle Sicherheitsbestimmungen erfüllt sein. Inzwischen ist das der Fall. Dennoch kann das Duo noch immer nicht stehen. Da sie als Schwertransport angeliefert werde, könne das erst nach Ende des Christkindl-Marktes geschehen, so Blug. Das heißt: frühestens vor Silvester.



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