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Saarbrücken investiert rund 4,3 Millionen Euro in den Kampf gegen Raser



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Saarbrücken
Stadt stellt sieben Blitzsäulen auf
Saarbrücken investiert rund 4,3 Millionen Euro in den Kampf gegen Raser

07. Oktober 2015, 00:00 Uhr
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Ralf Latz
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In Püttlingen gibt es schon Blitzsäulen. Foto: Becker&bredel Foto: Becker&bredel
Es gibt Straßen, in denen sind zwischen 45 und 87 Prozent der Autofahrer zu schnell unterwegs. Weil dadurch Menschenleben in Gefahr gebracht werden, reagiert die Stadtverwaltung ab 2016 mit sieben fest installierten Blitzern. Es gehe nicht um Abzocke, betont Bürgermeister Ralf Latz: Die Stadt gebe in etwa so viel Geld dafür aus, wie sie durch Bußgeld einnimmt.
 
Der Vorwurf stand im Raum, bevor Bürgermeister Ralf Latz (SPD) überhaupt angefangen hatte, die Pläne der Stadtverwaltung vorzustellen. Dass die Stadtverwaltung vorhat, ab Anfang 2016 in der Camphauser Straße, in der Metzer Straße, in der Egon-Reinert-Straße, in der Talstraße und in der Lebacher Landstraße sogenannte Blitzsäulen aufzustellen; Abzocke! Stunden vor der Pressekonferenz des Bürgermeisters kam die FDP-Stadtratsfraktion bereits zu dem Befund: „Die von der Verwaltung ausgewählten Standorte zeigen, dass es hier kaum um Sicherheit, sondern vorwiegend um reine Abzocke der Bürger und um die Aufbesserung der klammen Haushaltskassen geht.“

Was Latz und der Verkehrsexperte des Ordnungsamts, Gerhard Darm, dann erklärten, klang aber ganz anders. Mit der neuen Technik wolle man ausschließlich „die Verkehrssicherheit erhöhen“, stellenweise auch „die Lärmbelastung verringern“, sagte Latz.

Der stadteigene Betrieb IKS investiere daher rund 4,3 Millionen Euro in die neue Technik und deren Wartung. Dafür zahle ihm die Stadt eine monatliche Pauschale von rund 45 000 Euro – also gut eine halbe Million Euro pro Jahr. In etwa so viel Geld erwarte die Stadtverwaltung auch an Einnahmen, sagte Latz.

Die Stadtverwaltung habe zusammen mit der Polizei die Verkehrssicherheit in 78 städtischen Straßen untersucht. Bundes- und Landesstraßen habe man nicht bewertet. Bei der Entscheidung, in welchen Straßen die Blitzer aufgestellt werden, habe man sich „unter anderem darauf konzentriert, wo viele Unfälle passieren und wo häufig zu schnell gefahren wird“, erklärte Latz. Wichtig sei auch gewesen, ob an den Straßen Kindergärten, Schulen oder Pflegeheime liegen. So sei man auf fünf Straßen gekommen.

Die Camphauser Straße sei eine der problematischsten Straßen, erklärte Ordnungsamts-Abteilungsleiter Gerhard Darm. Dort herrscht Tempo 50. Bei den regelmäßigen Messungen der Polizei sei aufgefallen, dass stadtauswärts 87 Prozent aller Autofahrer zu schnell unterwegs waren, stadteinwärts 75 Prozent. Teilweise sei die Höchstgeschwindigkeit um 100 Stundenkilometer überschritten worden.

Das führe unter anderem dazu, dass Autofahrer zu schnell in den Ludwigskreisel fahren. Da wegen der nahen Schule, des Stadions und der Saarlandhalle dort viele Fußgänger unterwegs sind, sei das besonders gefährlich. Die Polizei stufe die Straße als besonders unfallintensiv ein. Es werden zwei Blitzer aufgestellt.

Eine „Unfallhäufungsstelle“ sei auch die Lebacher Landstraße. Unter anderem wegen des Kindergartens und der Saarbahnhaltestelle seien auch dort viele Fußgänger gefährdet. Hier werden zwei Blitzsäulen aufgestellt.

Auch in der Metzer Straße soll ab Anfang 2016 ein Blitzer stehen. Sie ist eine der meistbefahrenen Straßen. Rund 13 900 Fahrzeuge sind hier täglich unterwegs – gut die Hälfte zu schnell. Was dazu geführt habe, dass es in den vergangenen drei Jahren drei Tote bei Unfällen gab.

In der Egon-Reinert-Straße und in der Talstraße wird jeweils ein Blitzer aufgestellt. Hier gehe es vor allem darum, Schulwege sicherer zu machen.

Erfahrungen aus anderen Städten zeigen, dass es etwa 90 Prozent weniger Geschwindigkeitsübertretungen an Stellen gebe, an denen stationäre Blitzer stehen, sagt Latz. Man werde das Ganze ein Jahr lang testen, dafür auch zehn Halbtagsstellen im Ordnungsamt schaffen und dann entscheiden, ob man weiter Blitzer installiere.

Ob die jetzt geplanten sieben „laserbasierten“ Geräte aufgestellt werden, muss allerdings der Stadtrat kommende Woche noch entscheiden. Das Innenministerium muss sie noch genehmigen. Aber Latz macht sich da keine Sorgen: „Ich setze auf Vernunft und Einsicht“, sagt er.

 

Zum Thema:

HintergrundBlitzsäulen gibt es schon in einigen saarländischen Städten. Püttlingen zum Beispiel hat die Zahl der Blitzer vergangenes Jahr von vier auf sechs erhöht. Die Zahl der Geschwindigkeitsüberschreitungen sei wie auch in Saarlouis durch sie „deutlich zurückgegangen.“ ols
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