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Statt des NPD-Parteitags gab es in Schafbrücke ein „nazifreies Frühstück“





Saarbrücken
Bunter Vormittag gegen Rechts
Statt des NPD-Parteitags gab es in Schafbrücke ein „nazifreies Frühstück“

Von SZ-MitarbeiterSebastian Dingler,  20. Januar 2014, 00:00 Uhr
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Pfarrer Jörg Metzinger und OB Charlotte Britz feiern ihren Erfolg gegen die NPD. Foto: bub Foto: bub
In der Festhalle Saarbrücken-Schafbrücke wollte die NPD am Samstag tagen. Stattdessen kamen an dem Tag viele Bürger und Künstler, um ihre Einstellung gegen Rassismus und die rechtsradikale Partei kundzutun.
Großen Anklang hat am Samstagvormittag ein vom neu gegründeten saarländischen Bündnis „Bunt statt Braun“ organisiertes Fest in der Schafbrücker Festhalle gefunden. Dort hätte nach dem Willen der NPD eigentlich deren Bundesparteitag stattfinden sollen – wenn der Vertrag zur Hallenmiete nicht vor wenigen Tagen von der Stadtverwaltung Saarbrücken gekündigt worden wäre. Davon, dass die Rechtsradikalen nicht gerichtlich dagegen vorgegangen waren, zeigte sich Oberbürgermeisterin Charlotte Britz (SPD) am Rande des Fests erleichtert: „Wir wussten ja nicht, wie das Gericht entschieden hätte.“ Solch eine Form von Politik habe man aber einfach nicht hier haben wollen, so Britz.

In Rekordzeit hatten der Schafbrücker Pfarrer Jörg Metzinger mit seinen Helfern ein vielseitiges Programm für ein „nazifreies Frühstück“ aus dem Boden gestampft. „Alles musste innerhalb von zwei Tagen organisiert werden“, so Metzinger, der am Ende sogar einigen Musikern absagen musste, weil die Resonanz auf das Fest so groß war. Dafür konnte ein echter Star für den Vormittag engagiert werden: „Ein Gemeindemitglied hatte die Idee, Sebastian Krumbiegel zu fragen, ob er mitmacht“, erzählte Metzinger. Der Zufall hatte ergeben, dass der Sänger der Prinzen am Abend zuvor in Saarbrücken gastierte. Sein Solo-Auftritt gab dem Vormittag eine ganz besondere Note. „Ich finde es gut, dass die Leute, die hier was zu sagen haben, sich um so was kümmern“, sagte Krumbiegel. Es sei Fakt, dass die NPD eine menschenverachtende und rassistische Ideologie verbreite. Auf der Bühne gab der Komponist des Prinzen-Hits „Millionär“ dennoch zu bedenken, dass niemand sagen könne, ob er 1933 nicht auch mit den Nazis marschiert wäre. Musiker wie Hanns Eisler und Kurt Weill hätten damals zu den wenigen gehört, die Deutschland sofort verlassen haben.

Während in der gut gefüllten Halle der Zauberer Kalibo durchs Programm führte, fand parallel der von der Antifaschistischen Aktion Saar durchgeführte Protestzug vom Römerkastell bis zur Festhalle statt. Etwa 120 Personen, darunter der Bundestagsabgeordnete der Linken, Thomas Lutze, nahmen daran teil. „Wir sind froh, dass der Parteitag der NPD verhindert werden konnte. Eine Ursache dafür war, dass wir im Gegensatz zur Stadt Saarbrücken das Vorhaben der NPD öffentlich gemacht haben“, sagte der Abgeordnete. Alexander Breser, Pressesprecher der Antifa Saar, machte darauf aufmerksam, dass die NPD im Saarland die besten Wahlergebnisse im Westen Deutschlands erzielen würde. Außerdem habe die Partei Saarbrücken in den letzten Jahren als Rückzugs- und Strategiezentrum genutzt.

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