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Mulde am Bliestal-Freizeitweg soll Blieskastel vor Überflutung bewahren





Blieskastel
Altstadt vor Hochwasser geschützt
Mulde am Bliestal-Freizeitweg soll Blieskastel vor Überflutung bewahren

Von SZ-MitarbeiterFredi Brabänder,  21. Februar 2014, 00:00 Uhr
Um den Bliestal-Freizeitweg als Hochwasserschutzdamm zu verbessern, wurde schon eine Kernabdichtung vorgenommen. Nun wird im Bereich städtischer Baubetriebshof eine Hochwasserüberflutungsmulde angelegt. Damit ist die Blieskasteler Altstadt weitgehend geschützt.
Seit einigen Jahren dient der Bliestal Freizeitweg, der auf der ehemaligen Bahntrasse Homburg-Reinheim gebaut wurde, auch als Hochwasserschutzdamm für Blieskastel. Der Damm wurde nach Stilllegung der Bahnlinie auf die alte Bahntrasse aufgeschüttet, die damit um etwa einen Meter erhöht wurde und somit einen besseren Hochwasserschutz für Überschwemmungsgebiete gewährleisten sollte. Doch die Böschungswinkel des Dammes konnten damals wegen fehlender Grundstücksflächen nur in einer sehr steilen Neigung hergestellt werden. Bei einer breitflächigen Überflutung bestand die Gefahr eines Dammbruches. Um diese Gefahr zu reduzieren, hat die Stadt Blieskastel zwei Maßnahmen geplant und zum Teil schon umgesetzt. Die erste Maßnahme war die Kernabdichtung des Dammes im Bereich des Gewerbegebietes am Sportplatz Lautzkirchen, die bereits im Herbst 2010 ausgeführt wurde. Dabei wurden auf einer Länge von etwa 100 Metern Spundwände als Sperrschicht in den Damm eingerammt und die Festigkeit des Dammes damit gesichert.

Natürliche Tiefstelle fehlt

Durch den Einbau der Kernabdichtung könne der nördliche Radweg als hochwassersicher eingestuft werden, bestätigte Stefan Niederländer vom Fachbereich Umwelt, Planung und Bauen der Stadt Blieskastel. Die zweite Maßnahme läuft nun mit der Herstellung einer Hochwasserüberflutungsmulde im Bereich des städtischen Baubetriebshofes zwischen Blieskastel und Blickweiler. Damit soll die hochwassersichere Ertüchtigung des Radwegedammes im südlichen Bereich Richtung Blickweiler gewährleistet werden, wie Niederländer erläuterte. An dieser Stelle fehle eine natürliche Tiefstelle im Radweg, welche als Überlaufstelle bei extremem Hochwasser genutzt werden könnte, so Niederländer, und deshalb werde nun im Bereich des Bauhofes eine Mulde in den Radweg eingebaut. Der Radweg wird auf einer Länge von 75 Metern um 37 Zentimeter abgesenkt. Über diese Mulde soll bei extremen Hochwasserlagen das Wasser überlaufen können, bevor es zu einer breitflächigen Überflutung des Dammes mit der gleichzeitigen Gefahr eines Dammbruches kommen könne.

Mit Fertigstellung der Mulde könne auch der Hochwasserschutzdamm im südlichen Bereich als hochwassersicher eingestuft werden. Wie Niederländer erläuterte, soll diese Maßnahme im März abgeschlossen sein und etwa 100 000 Euro kosten. Die Hälfte davon übernimmt das Landesamt für Straßenwesen (LfS). Die Maßnahmen seien Forderungen des zuständigen Landesamtes für Umwelt und Arbeitssicherheit, sind von dort genauestens berechnet worden und wurden auch mit dem LfS abgestimmt.

Für die Ausführung der Baumaßnahme musste der Radweg gesperrt werden. Er wird nach Einbau der Absenkung in gleicher Breite wieder hergestellt, die landseitige Böschung wird dann mit Betonsteinpflaster gegen Erosion befestigt. An der Böschungsoberkante wird zur Sicherheit der Nutzer noch ein Geländer angebracht. Damit ist die Altstadt von Blieskastel weitgehend gegen normale Hochwasserlagen geschützt.

Änderung bei Versicherungen

Nach Herstellung der Kernabdichtung im nördlichen Bereich des Freizeitweges und der Fertigstellung der Mulde im südlichen Teil kann die Stadt Blieskastel die Rücknahme des ausgewiesenen Überschwemmungsgebietes „Altstadt Blieskastel“ bei der saarländischen Landesregierung beantragen, wie Bürgermeisterin Annelie Faber-Wegener ausführte. Für die Bürger könnte sich diese Rücknahme positiv auswirken, zum Beispiel bei der Festsetzung von Versicherungsbeiträgen bei so genannten Elementarversicherungen (Hochwasserversicherungen) oder bei bestimmten Bauvorhaben.

blieskastel.de

Zum Thema:

HintergrundZur Zeit ist bei der Stadt eine Broschüre in Vorbereitung, mit der die Bürger über alle notwendigen Informationen zum Thema Hochwasser versorgt werden, zum Beispiel die Telefonnummern für den Notfall, Vorsorgemöglichkeiten für die Bürger, den Umgang mit Heizöltanks oder Wertgegenständen in den Kellerräumen und vielen anderen Informationen für die Hochwasser gefährdeten Gebiete der Stadt. Die Broschüre wird im Haus des Bürgers erhältlich sein. Hochwasserkatastrophen mit Überflutung der Innenstadt und tief liegenden Stadtteilen gab es in Blieskastel im Dezember 1947, im Mai 1970 und im Dezember 1993. fb


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