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Altkleider sollen Müllgebühr stabil halten





Altkleider sollen Müllgebühr stabil halten
Von SZ-Redakteur Martin Rolshausen,  07. November 2012, 00:13 Uhr
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Judith Pirrot vom ZKE erklärte gestern die blaue Kombitonne: Alle acht Wochen kann man in der ansonsten für Papier vorgesehenen Tonne kostenlos Kleidung, aber auch Bettwäsche, Schuhe, Decken, Hüte und Strickwaren entsorgen. Foto: Martin Rolshausen

Saarbrücken. Für eine Tonne Altkleider bekommt man 200 bis 400 Euro, für alte Schuhe 1200 bis 1400 Euro pro Tonne. Diese Summen nannte Bernd Selzner, der Leiter des städtischen Entsorgungsbetriebs ZKE gestern. Dass der ZKE im September damit beginnt, Schuhe und Altkleider zu sammeln, habe aber nicht nur etwas mit den Gewinnaussichten zu tun
Saarbrücken. Für eine Tonne Altkleider bekommt man 200 bis 400 Euro, für alte Schuhe 1200 bis 1400 Euro pro Tonne. Diese Summen nannte Bernd Selzner, der Leiter des städtischen Entsorgungsbetriebs ZKE gestern. Dass der ZKE im September damit beginnt, Schuhe und Altkleider zu sammeln, habe aber nicht nur etwas mit den Gewinnaussichten zu tun. Es gehe mindestens genau so sehr darum, die Stadt sauber zu halten.

Das erklärten Selzner und Saarbrückens Umweltdezernent Kajo Breuer (Grüne) so: Im Kreislaufwirtschaftsgesetz sind seit Mitte des Jahres neue Regeln für das Einsammeln von Wertstoffen festgelegt. Demnach müssen private Unternehmen, die zum Beispiel Altmetall und Kleidung einsammeln wollen, bei der zuständigen Landesbehörde eine Genehmigung einholen. Im Saarland ist das das Landesamt für Umwelt- und Arbeitsschutz. Das Amt könne eine Genehmigung nur dann verweigern, wenn die jeweilige Kommune sich selbst ums Einsammeln kümmert.

Das will Saarbrücken tun. Rund 20 Anträge privater Kleidersammler gebe es jedes Jahr, sagt Selzner. Wenn die Container aufstellen, werde es an diesen Sammelstellen bald nicht schön aussehen. Auch ständige Kleidersammlungen, bei denen Säcke vor die Tür gestellt werden, seien unschön. Deshalb sei es ein Beitrag zur Sauberkeit, wenn der städtische ZKE das selbst in die Hand nehme.

Das soll so funktionieren: Die Kleider und Schuhe sollen in Säcke verpackt werden und können alle acht Wochen in die eigentlich für Papier und Pappe vorgesehene kostenlose blaue Tonne geworfen werden - und zwar am Tag nachdem die Tonne entleert wurde. 24 Stunden nach der Papierleerung rücken die Autos des ZKE nochmal an, um die Kleider aus den Tonnen zu holen. Danach stehen die Tonnen wieder für Papier zur Verfügung.

Ob das funktioniert, will der ZKE erstmal testen - ab Dezember zunächst in den Stadtteilen Altenkessel und Güdingen. In Altenkessel werden die Altkleider und Schuhe am 5. Dezember erstmals abgeholt, in Güdingen am 18. Dezember. Der Versuch soll ein halbes Jahr dauern.

Der ZKE wolle damit aber "nicht in fremden Gärten wildern". Die gemeinnützigen Sammlungen der Bolivienhilfe und Bethel-Stiftung werde es weiter geben. Und Breuer ruft die Saabrücker "ausdrücklich dazu auf, sich an diesen Sammlungen zu beteiligen" und weiter Kleider in gemeinnützige Kleiderkammern zu bringen. Breuer gab sich gestern "überzeugt, das unser städtisches Engagement diese caritativen Sammlungen nicht beeinträchtigt.

Auch Selzner teilt die Befürchtung der katholischen Jugend, deren Bolivienhilfe-Kleidersammlung sei "in ihrer Existenz gefährdet", nicht. Im Gegenteil: "Wenn wir dieses System nicht einführen, muss das Landesamt für Umwelt- und Arbeitsschutz den anderen 20 die Sammlung genehmigen", sagt er. Man halte so auch den gemeinnützigen Sammlern die kommerzielle Konkurrenz, die meistens den Eindruck erweckt, selbst für einen guten Zweck zu sammeln, vom Leib.

Das Geld, das der ZKE durch die Sammlung einnimmt, soll dazu dienen, die Müllgebühren stabil zu halten, sagt Breuer. Im Klartext: Je mehr Altkleider und Schuhe der ZKE einsammelt, desto günstiger ist die Müllgebühr. "Wir wollen dem Wildwuchs kommerzieller Sammlungen Einhalt gebieten."

Kajo Breuer, Umweltdezernent



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