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Protest gegen neues Jagdgesetz von CDU und SPD – Grünen-Chef Ulrich niedergebrüllt





Saarbrücken
1500 Jäger geladen vor Wut
Protest gegen neues Jagdgesetz von CDU und SPD – Grünen-Chef Ulrich niedergebrüllt

Von SZ-RedakteurDietmar Klostermann,  15. Februar 2014, 00:00 Uhr
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Lodengrün und das Orange von Warnwesten waren die dominierenden Farben des Jägerprotestmarschs, hier über die Alte Brücke in Richtung Landtag. Foto: Becker&Bredel Foto: Becker&Bredel
Mit einer Demonstration vor dem Saar-Landtag hat gestern die Vereinigung der Jäger des Saarlandes gegen den Jagdgesetzentwurf der CDU/SPD-Koalition protestiert. 1500 Jäger zeigten lautstark ihren Ärger.
. Ein lautstarker Demonstrationszug mit etwa 1500 in grünes Loden und orangefarbene Westen gekleideten Jägerinnen und Jägern hat gestern zu einer Unterbrechung der Anhörung zum Jagdgesetzentwurf im Saar-Landtag geführt. Der Vorsitzende des Umweltausschusses, Günter Heinrich (CDU), führte seine Ausschusskollegen auf die Eingangstreppe des Landtags, vor der sich die mit Jagdhörnern und Hundepfeifen bewaffneten Waidfrauen und -männer aufgebaut hatten. Auf den gedruckten Plakaten stand zu lesen: „Wer mit Jagdgegnern über Jagdgesetze redet, fragt auch Vegetarier nach Schwenker-Rezepten“, „Gesetze müssen mit denen gemacht werden, die sich damit auskennen“ und „Nein zum neuen Jagdgesetz“.

Landesjägermeister und VJS-Chef Daniel Hoffmann rief über Megafon: „Wir sind hier, um zu zeigen, wie wichtig uns diese Freizeitbeschäftigung, diese Passion, diese Lebenseinstellung ist.“ Er sagte, dass die noch längere Schonzeit für Füchse ein „Affront“ und „einzigartig in Deutschland“ sei. Die große Saar-Koalition habe nicht erkannt, dass in anderen Bundesländern die Fuchsjagd sogar in Naturschutzgebieten intensiviert werde, um Kiebitz und Rebhuhn zu schützen. Der „Volkswille“ sei relativ deutlich gegen den Jagdgesetzentwurf, so Hoffmann. Das bedürfe „einer angemessenen Berücksichtigung“ in einem demokratischen Land.

Hoffmann überreichte Heinrich und dem SPD-Jagdexperten Magnus Jung eine Liste mit 3500 Unterschriften von Jägern, die ein „praxistaugliches“ und „wildbiologischen Erkenntnissen“ angemessenes Gesetz fordern. Heinrich betonte, dass der Gesetzentwurf „nicht eins zu eins“ im Landtag verabschiedet werde. Der Landtag werde alle Argumente prüfen. „Jäger sind auch Tier- und Naturschützer“, sagte Heinrich unter dem Jubel der Demonstranten. Dies bestätigte auch Jung. „Dieses Gesetz wird den Landtag nicht in der Form verlassen, wie es hineingekommen ist“, sagte Jung, unterbrochen von Bravo-Rufen.

Dagegen gab Grünen-Fraktionschef Hubert Ulrich nach acht Versuchen, ein gegen ihn gerichtetes Konzert aus Pfiffen und Buhrufen zu übertönen, das Megafon gefrustet weiter. „Lügner, Lügner“ brüllten viele der Jäger Ulrich zu, der – für die meisten unverständlich – ins Megafon sagte: „Das habe ich noch nie erlebt, dass Argumente niedergebrüllt werden.“ Auch eine Bitte des Landesjägermeisters, Ulrich zu Wort kommen zu lassen, verhallte ohne Wirkung. Der grüne Fraktionsvize Klaus Kessler teilte später mit: „Die öffentliche Auseinandersetzung wurde auf unterstem Niveau ausgetragen. Dies ging bis zur Aufforderung an Ulrich, er möge sich einen Strick besorgen.“

Der Saarlouiser Kreisjägermeister Jürgen Schmitt rief Heinrich zu: „Du hast uns belogen, Günter!“ Gegenüber der SZ sagte Schmitt, Heinrich und Jung hätten im vergangenen Herbst die VJS in „einer geheimen Kommandosache“ um Hilfe gebeten, um gemeinsam einen Gesetzentwurf zu schreiben. Die VJS habe viel Energie darauf verwandt. Doch dann sei ein Entwurf des Umweltministeriums zur Basis gemacht worden. „Da hat Herr Schmitt etwas nicht richtig mitbekommen. Es hat zu keiner Zeit Veranlassung zu der Annahme bestanden, dass der Entwurf der VJS das Gesetzeswerk später abbilden wird“, so Heinrich.

Im Landtagsausschuss ging es dann weiter mit den Argumenten von Verbänden und Institutionen zu den Paragrafen des Entwurfs. Die Tier- und Naturschutzverbände nahmen vor allem die Ausbildung von Jagdhunden an Enten, deren Flügel mit Papierbanderolen gebunden werden, um sie am Wegfliegen zu hindern, ins Visier.





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