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Kaffeeküche Velsen: Zweckverband muss erstmal klären, wer überhaupt mit im Boot ist





Velsen
Kleines Haus ist „riesenkomplexes Thema“
Kaffeeküche Velsen: Zweckverband muss erstmal klären, wer überhaupt mit im Boot ist

Von  Peter Wagner, 
18. März 2016, 02:00 Uhr
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In Velsen ist die letzte noch erhaltene Gruben-Kaffeeküche des Saarlandes zu finden – nach wie vor eine aktive Gastronomie. Der Bau steht unter Denkmalschutz. Archivfoto: Jenal
Der Zweckverband Regionalentwicklung Warndt möchte zwar was tun, um die „Kaffeekich“ an der alten Grube Velsen lebendig zu erhalten. Aber wie und mit wem das geht, ist im Moment noch völlig offen.
Jörg Dreistadt, der Vorsteher des Zweckverbandes Regionalentwicklung Warndt, hat den Jubel über eine baldige Großinvestition in die Kaffeeküche der alten Grube Velsen gedämpft. „Wir bemühen uns, uns gemeinsam Gedanken um Velsen zu machen“, formulierte der SPD-Politiker und Bürgermeister von Großrosseln in wohl überlegten Worten auf der jüngsten Sitzung des Gremiums am Mittwoch den Stand der Dinge. Im Zweckverband (aus Großrosseln, Völklingen und dem Regionalverband Saarbrücken) waren sich alle einig, dass die letzte „Kaffeekich“ des Saarlandes – und möglicherweise bald auch der Bundesrepublik – eine kulturelle Institution mit touristischem Potential ist, die auch Aufmerksamkeit der Landespolitik verdient.

Bleiben aber die Fragen: Wer alles macht mit, wer gibt Geld, wer hat Ideen, wer bestimmt was und wer betreibt auf Dauer die Gastronomie, und zwar ohne Deckungsbedarf aus öffentlichen Kassen? Wie Dreistadt mitteilte, seien in dem „riesenkomplexen Thema“ unter anderem die RAG Montan Immobilien und die RAG Stiftung, das Wirtschaftsministerium des Saarlandes („es möchte gern Zeichen setzen“) und die Landesentwicklungsgesellschaft involviert. Thema der nächsten Zeit sei also die „Grundlagenermittlung“, wer was einzubringen bereit sei. Weiter sei man noch nicht.

Etwas Wirbel kam durch einen kritischen Einwand des Völklinger Bürgermeisters Wolfgang Bintz (CDU) in die Runde. Ihn störe, schalt Bintz, das Desinteresse der Stadt Saarbrücken am Standort Velsen. Das wiederum störte den im Zuhörerbereich weilenden West-Saarbrücker Bezirksbürgermeister Claus Theres (SPD). In einer Sitzungspause durfte er als Gastredner klarstellen, dass Saarbrücken jederzeit gern dem Zweckverband beitrete, wenn das der Kaffeeküche nutze. Die Oberbürgermeisterin Charlotte Britz (SPD) habe ihre Unterstützung zugesagt, so der Klarenthaler Theres. Dreistadt stimmt dieser Sicht zu.

So oder so, Manfred Maurer (CDU, Regionalverband) hielt fest, dass der Zweckverband in seiner jetzigen Zusammensetzung nicht über ein Objekt befinden könne, das eindeutig auf Saarbrücker Bann liegt (nämlich in Klarenthal): „Ohne Landeshauptstadt geht nichts.“

In einer weiteren Pause musste noch verbindlich geklärt werden, dass der Verein Erlebnisbergwerk Velsen die Trägerschaft für die Kaffeeküche lieber in öffentlicher Hand sähe, als sie selbst zu übernehmen. Irrtümlich war Willi Huppert (CDU, Großrosseln) davon ausgegangen, man würde dem Verein womöglich etwas wegnehmen. Am Schluss einer längeren Diskussion blieb ein leichtes Unbehagen, ob sich der Zweckverband mit dem Projekt Kaffeeküche nicht etwas zu viel aufladen könnte, denn da ist ja die „Hauptbaustelle“ Jagdschloss Karlsbrunn einzurichten und abzuwickeln. Die Mehrheitsmeinung ging dann aber in Richtung Vielfalt, schließlich sei man ja ein Verband zur Weiterentwicklung des Warndtes und nicht nur des Jagdschlosses. Die „Kaffeekich“ werde das Gremium schon nicht „aus den Socken hauen“, schmunzelte der Völklinger SPD-Politiker Arno Federspiel.



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