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Neue Perspektive im Verein – Wie Bergleute die Schließung des Bergwerks Warndt/Luisenthal meisterten





Klarenthal
Erst 49 Jahre alt – und nicht mehr gebraucht
Neue Perspektive im Verein – Wie Bergleute die Schließung des Bergwerks Warndt/Luisenthal meisterten

Von  Thomas Annen, 
02. Juli 2015, 00:00 Uhr
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Das Gefühl aus alten Zeiten unter Tage erleben (von links) Horst Kerren, Hermann Portz, Hermann Feit, Thomas Haser und Volker Etgen nur noch im früheren Lehrstollen in Velsen, den ihr Verein als Erlebnisbergwerk für Besucher weiterführt. Foto: Jenal Foto: Jenal
Die Grube und die Kameraden waren für sie ein Stück Heimat. Schon lange vor dem regulären Renten-Alter wurden sie dann nicht mehr gebraucht. Zunächst dominierte die Enttäuschung. Aber dann kam mit dem Erlebnisbergwerk ein neues Ziel.
Neugierig nehmen einige Mitglieder des Vereins Erlebnisbergwerk Velsen das Gruppenfoto unter die Lupe. Das große Bild, um das sie sich im Aufenthaltsraum versammeln, zeigt die Belegschaft des Bergwerks Warndt. Anlässlich des 40-jährigen Jubiläums der Anlage wurde es 2003 veröffentlicht. Die Männer suchen sich selbst oder den Kollegen. Immer wieder deuten ihre Zeigefinger auf bekannte Gesichter.

Mittlerweile ist die Grube geschlossen, im Juni 2005 wurde in der Anlage Warndt/Luisenthal des Bergwerks Saar zum letzten Mal Kohle gefördert. Ein paar Monate später ging Klaus Follmann in den Ruhestand. Zuletzt räumte er die Strebe in Luisenthal aus. Etwas Muffensausen, berichtet der ehemalige Elektrosteiger, habe er vor dem letzten Arbeitstag gehabt. „Es war für mich traurig“, erzählt er mit Blick auf den Oktober 2005. Mit 49 Jahren wurde er nicht mehr gebraucht. Follmann fiel es schwer, sich damit abzufinden. Als er die Anlage verließ, schaute er sich kein einziges Mal um.

Aber Follmann blickt nicht im Zorn zurück. „Der Bergbau hat mich nicht losgelassen“, versichert der Ruheständler. Im Verein kann er sein Wissen weiter einbringen. Mit Leib und Seele ist er im Erlebnisbergwerk bei der Sache.

Als im Warndt die letzte Kohle gefördert wurde, war Volker Etgen vor Ort. Er kann sich aber nur noch an die Blasmusik erinnern. „Ich hatte keine Zeit für Wehmut“, berichtet der Vereinsvorsitzende. Im Schließungsteam kümmerte er sich um die Vermessungstechnik. Sehr gut kann sich der frühere Steiger aber noch an den ersten Laster erinnern, der Beton zum Verfüllen brachte. Am Steuer, erzählt Etgen schmunzelnd, saß eine junge hübsche Frau. Der symbolträchtige Moment läutete das Ende eines Kapitels der Familiengeschichte ein. Etgens Vater wirkte mit, als die Anlage Anfang der 1960er Jahre abgeteuft wurde. „Der Warndtschacht war immer meine Grube“, sagt Hermann Feit. 1962 begann er eine Elektrolehre. Sein Wunsch, als Betriebsführer in Rente zu gehen, erfüllte sich allerdings nicht. In den Ruhestand verabschiedete er sich als Elektrofahrsteiger.

Wenn die ehemaligen Bergleute aus dem Nähkästchen plaudern, wird schnell klar: Die Männer möchten die Zeit nicht missen. Unter Tage war Teamarbeit gefragt. Einer konnte sich auf den anderen verlassen.

Diese Verbundenheit wird im Verein weitergeführt. Hermann Portz ist erst relativ kurz dabei, im letzten Jahr schloss er sich der Truppe an. Nach dem Tod seiner Frau suchte er Ablenkung. „Die Kameradschaft ist super, ich komme gern hierher“, versichert Portz. < Die Serie wird fortgesetzt.
 



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