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Tausende von Besuchern kamen zum Warndt-Weekend auf die Grube Velsen





Klarenthal
Betrieb über und unter Tage
Tausende von Besuchern kamen zum Warndt-Weekend auf die Grube Velsen

Von  Thomas Annen, 
08. Juni 2015, 00:00 Uhr
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Vor dem Erlebnisbergwerk standen die Besucher Schlange. Wer mochte, konnte auch mit der Grubenbahn fahren. Fotos (3): Rolf Ruppenthal
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Die mächtige, einstmals dampfgetriebene Fördermaschine der Grube Velsen braucht regelmäßige Pflege.
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Kunstschaffende aller Art aus der Region stellten aus im Maschinenhaus der früheren Tagesanlage.
Velsen lockte zum Warndt-Weekend gleich mit drei Attraktionen: Führungen durchs Erlebnisbergwerk, Besichtigungen der Dampffördermaschine und Begegnung mit 65 Kunstschaffenden aus der Region.
Mit quietschenden Rädern stoppt die Grubenlok am Samstagnachmittag vor dem Erlebnisbergwerk Velsen. Früher transportierte der Zug unter Tage Bergleute. Jetzt sitzen in den engen Waggons neugierige Besucher. Sie wollen den ehemaligen Lehrstollen besichtigen.

Schnell noch ein Gruppenfoto, dann beginnt der Rundgang. Die einen gehen rein, die anderen kommen raus. „Es ist beeindruckend“, resümiert Edwin Braun nach der spannenden Führung. Er erzählt von den extremen Arbeitsbedingungen unter Tage, von Lärm und Dunkelheit. Seine Ehefrau Susanne berichtet von den großen Maschinen. Nach der Exkursion ins Bergwerk schauen sich die beiden noch ein bisschen auf dem Gelände um.

Vom Verwaltungsgebäude lockt Live-Musik. Während die Band Gas gibt, machen Besucher auf den Bänken eine kleine Pause. Man stärkt sich mit Bier, Rostwurst oder Kaffee. Die Künstlergruppe ART58 hat die „Colors of Velsen“ wieder organisiert. Rund 65 Aussteller aus Deutschland, Frankreich und Luxemburg präsentieren ihre Arbeiten.

Schnell kommen die Kunstschaffenden mit den Kollegen und den Gästen ins Gespräch. Serge Vagné lässt sich bei der Arbeit über die Schulter schauen. An seiner Drechselbank entsteht gerade ein schmucker Deko-Nistkasten. Auch viele Gemälde sind ausgestellt. Rita Speicher und Christine Weides zeigen Schrottkunst. Rost und abblätternde Farben sind nicht zu übersehen.

Und wie fügt man die einzelnen Teile zusammen? „Es ist alles geschweißt“, erklärt Weides. Manchmal kommt auch die Flex zum Zug. Etwa bei einer Engels-Figur: Die beiden Hälften eines durchtrennten Sägeblatts haben sich in Flügel verwandelt. Christine Weides fühlt sich in Velsen wohl, sie lobt die gute Organisation. Die Besucher sind ebenfalls zufrieden, sie schwärmen vom „tollen Ambiente“, von „der großen Vielfalt“ und „dem hohen künstlerischen Niveau“.

Peter Becker fertigt fotorealistische Farbstiftzeichnungen. Ein Bild zeigt Dosen und Flaschen aus dem Küchenschrank: Salz, Backpulver, Würze. 40 bis 45 Stunden hat Becker in das Werk investiert. Wenn die Konzentration nachlasse, erklärt er, müsse er aufhören. Die Unterbrechungen sind nötig, da Korrekturen praktisch unmöglich sind.

Wer noch mehr Kunst sehen möchte, wechselt einfach die Straßenseite. Auch in der Maschinenhalle läuft eine Ausstellung. Direkt nebenan präsentieren die Berg- und Hüttenleute Dorf im Warndt die älteste Dampffördermaschine des Saarlandes. Damit der Eisen-Koloss keinen Rost ansetzt, muss er regelmäßig geölt werden. Ziel der Vereinigung bleibt es, die Maschine zu ihrem 100. Geburtstag im kommenden Jahr wieder in Bewegung zu bringen. Doch noch reicht das Geld nicht. „Es fehlen etwa 150 000 Euro“, sagt Vereinsvorsitzender Norbert Wagner.



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