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Erlebnisbergwerk Velsen lockt 60 Gäste zum Premierensonntag im neuen Jahr an





Klarenthal
Erster Ausflug führt unter Tage
Erlebnisbergwerk Velsen lockt 60 Gäste zum Premierensonntag im neuen Jahr an

Von  Rolf Ruppenthal, 
05. Januar 2015, 00:00 Uhr
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Extra für die Führung kam der Mönchengladbacher Jan Mücke (12) mit seinen Großeltern aus Koblenz nach Velsen angereist. Unter Anleitung von Romain Dal-Ferro durfte er selbst Hand anlegen, um die Schwere des Bergmannberufs am eigenen Körper zu spüren. Foto (2): Rolf Ruppenthal
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Wer will, kann auch mit der Kuli-Bahn durch den Stollen fahren.
Über 250 Jahre prägte der Kohlenbergbau die Saar-Region. Kohle und Stahl haben das Land geprägt – und ihr Niedergang hat bis heute Auswirkungen. Dass der Bergbau an der Saar nach seinem Ende am 30. Juni 2012 nicht tot ist, dafür sorgen nicht nur zahlreiche Berg- und Hüttenarbeitervereine, sondern auch das Erlebnisbergwerk Velsen und seine Betreiber um seinen Vorsitzenden Volker Etgen.
„Das Erlebnisbergwerk Velsen ist einzigartig in Deutschland, ja sogar in Europa,“ versichert Volker Etgen. Das gilt insbesondere für die Technik unter Tage. Mächtige Schilde in mehreren Streben, Schrämwalzen, Förderanlagen, Transportbahnen, Lademaschinen, Bohrgerät und Hochdruckpumpstation können besichtigt und sogar in Betrieb genommen werden. Die besonderen Highlights sind dabei der Blindschacht mit funktionierender Seilfahrteinrichtung und Signalanlage, die Schrämmaschinen und das Förderband, das für Personenseilfahrten zugelassen ist.

Rechtlich untersteht das Erlebnisbergwerk in Velsen der Bergaufsicht durch das Bergamt Saarbrücken. Das Bergwerk befindet sich unter Tage, ist aber durch einen übertägigen Stollen zu erreichen. Es beinhaltet 700 Meter Strecken und Strebe auf drei Sohlen.

Und das Interesse ist ungebrochen: Jeden ersten Sonntag im Monat kommen zahlreiche Besucher von nah und fern, um das Besucherbergwerk zu besichtigen. „Eine besondere Anmeldung ist da nicht notwendig“, betont Volker Etgen. Vereine, Schulen, Kindergärten oder andere Gruppen können darüber hinaus spezielle geführte Besichtigungen zu fast jedem gewünschten Zeitpunkt vereinbaren.

Zum Jahresanfang hielt sich der Andrang in Grenzen. Gut 60 Besucher besichtigten am Sonntag in drei Gruppen die Anlage. „ Im März erwarten wir wohl unseren 20 000. Besucher, betont Volker Etgen. Pro Jahr kommen um die 7000 Besucher. Weil das Interesse ungebrochen ist, will der Verein neue Mitstreiter gewinnen und schulen, damit frische Kräfte die bisherigen Mitstreiter unterstützen können.

Thomas Krisam (49) aus Emmersweiler, einst Markscheider im Bergwerk Warndt, jetzt Logistik-Meister bei „Abel & Schäfer“, startete kurz nach zehn Uhr die erste Führung. Mit der Bahn ging es nach der Einkleidung mit Hemd und Mantel einmal rund, um dann durch den Stollenmund vorbei an der Heiligen Barbara, der Schutzheiligen der Bergleute, zu den einzelnen Streben vorzudringen. Wie fast immer mit dabei sein zwölfjähriger Sohn Johannes (11), der sich inzwischen bestens auskennt und seinem Vater nach besten Kräften zur Hand geht. Mit großem Interesse vor Ort ist auch Jan Mücke (12) aus Mönchengladbach. Er kämpfte sich tags zuvor mit seinen Großeltern Manfred und Christine Wirth aus Koblenz fast fünf Stunden über die verschneite Eifelautobahn ins Saarland, um neben dem Besucherbergwerk auch noch das Weltkulturerbe Alte Völklinger Hütte und die Ägyptenausstellung zu besuchen. Der frühere Bergmann Roman Kreutzer, jetzt bei ZF, hatte seine Frau und Töchterchen Klara (4) mitgebracht, um ihnen einmal ganz authentisch die Arbeitswelt des Bergmanns zu zeigen. Eng, steil, dunkel – die Besucher können bei dem eineinhalbstündigen Rundgang die Welt des Kohlenbergbaus in der Tat mit allen Sinnen erleben, und sie machen dabei gleichzeitig auch eine Zeitreise durch die Geschichte des Bergbaus im Saarland und in Lothringen. Beeindruckt zeigten sich auch Steuerberater Wolfgang David und seine Frau Stefanie aus Sulzbach, obwohl sie bereits richtig unter Tage waren. „Den besten Eindruck bekommt man aber, wenn man vor Velsen das ‚Erbe' in Göttelborn und die frühere Zechenanlage in Kleinrosseln, das Musee Carreau Wendel, besucht hat,“ betont der Steuerberater aus Sulzbach.



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